Herpes an den Geschlechtsorganen

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 25. November 2013)

auch bezeichnet als:
Genitalherpes; Herpes genitalis

Herpes an den Geschlechtsorganen (auch Genitalherpes oder Herpes genitalis genannt) ist eine Virus-Erkankung, die durch Herpes-Simplex-Viren vom Typ II ausgelöst wird. Herpes simplex-Viren vom Typ I zeigen sich zu 90 Prozent oberhalb der Gürtellinie und sind fast immer Erreger des Lippenherpes (Herpes labialis). Herpes simplex-Viren Typ II verursachen zu 90 Prozent Erkrankungen unterhalb der Gürtellinie, vor allem im Bereich des Afters und der Geschlechtsteile. Geschlechtsherpes ist eine der am häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen überhaupt. Schätzungen gehen davon aus, dass 30 bis 50 Prozent der Menschen mit dem Genitalherpes-Virus infiziert sind.

Herpes genitalis äußert sich durch Brennen und Schmerzen an den Geschlechtsorganen. Es folgen Bläschen und typische herpesartige Geschwüre an Schamlippen, Gebärmuttermund und Scheide bei den Frauen beziehungsweise an der Eichel und dem Penisschaft bei den Männern. Häufig ist auch die Region bis zum After betroffen. Typisch ist zudem eine teilweise beidseitige Schwellung der örtlichen Lymphknoten.

Nach der erstmaligen Infektion mit den Herpesviren verbleiben diese im Körper und ruhen in den Nervenknoten. Genitalherpes kann daher immer wieder auftreten. Die Häufigkeit ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Betroffenen liegen Jahre zwischen zwei Ausbrüchen, bei anderen kommt es monatlich zu wiederholten Infektionen.

Schwangere mit Herpes genitalis können die Krankheit während Schwangerschaft und Entbindung auf den Säugling übertragen. Zum Neugeborenen-Herpes kommt es bei etwa einer von 7.500 Geburten. Beim infizierten Kind besteht die Gefahr schwerer Folgeerkrankungen, wie einer Gehirnentzündung. Bei einer Erstinfektion der Mutter mit dem Herpesvirus während der Schwangerschaft kommt es in bis zu 50 Prozent der Fälle zu einer Fehlgeburt.

Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

Wann zum Arzt?

Bei diesen Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden:
  • starke Ausbreitung der Bläschen an den Geschlechtsorganen
  • Bläschenbildung bei zusätzlich schwerem Krankheitsgefühl oder einer anderen Erkrankung, die das Immunsystem beeinträchtigt.
  • Auftreten von nässenden, blutenden oder auch entzündeten Hautstellen
  • weitflächige Verteilung der Bläschen.
  • starker Juckreiz im Anal- und Genitalbereich
Schwangere mit Verdacht auf Herpes genitalis sollten dies unbedingt dem behandelnden Frauenarzt mitteilen. Auch bei Kindern mit entsprechenden Beschwerden sollte eine genaue ärztliche Untersuchung erfolgen. Genitalherpes im Kindesalter kann unter Umständen durch eine Vergewaltigung entstanden sein.




Apotheken-Notdienst