Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Blutarmut

Anwendungsgebiete & Beschwerden || Quellen (Stand: 20. November 2013)

auch bezeichnet als:
Anämie

Bei einer Blutarmut (Anämie) mangelt es dem Betroffenen hauptsächlich an roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin). Aufgabe der roten Blutkörperchen ist es, Sauerstoff aus der Lunge in den gesamten Körper zu transportieren. Das bewerkstelligen sie mit Hilfe des roten Blutfarbstoffes. Weniger rote Blutkörperchen bedeuten also einen verminderten Transport an Sauerstoff. Demzufolge können Gewebe und Organe nur noch unzureichend versorgt werden. Alle Zellen im menschlichen Organismus benötigen aber ausreichend Sauerstoff, um zu überleben.

Der Arzt erkennt den Mangel an roten Blutkörperchen und rotem Blutfarbstoff unter anderem am Absinken des Hämatokritwertes. Dieser gibt den Anteil der festen Blutbestandteile gemessen am gesamten Blutvolumen an.

Normalerweise hat eine Frau zwischen 3,9 und 5 Millionen rote Blutkörperchen in einem Kubikmilliliter Blut und ein Mann etwa eine halbe Million mehr. An Hämoglobin besitzt eine Frau 12 bis 16 Gramm pro Dezliter und ein Mann 13,5 bis 17 Gramm pro Deziliter (entspricht 100 Millilitern) Blut. Der Hämatokritwert liegt bei einer Frau zwischen 37 und 42 Prozent und beim Mann zwischen 40 und 52 Prozent. Sinken diese Werte über Wochen und Monate allmählich ab, versucht sich der Körper an die neue Situation anzupassen. Eine Maßnahme ist zum Beispiel ein schnellerer Herzschlag. Durch diese Anpassung bleibt zunächst die Sauerstoffversorgung der Organe erhalten. Sinkt die Menge des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) allerdings unter acht Gramm pro Deziliter oder fallen die Werte durch einen plötzlichen Blutverlust sehr rasch unter zwölf Gramm pro Deziliter ab, macht sich dies durch Beschwerden bemerkbar.

Zu den typischen Symptomen einer Blutarmut gehören Schwäche und Leistungseinbrüche, Müdigkeit, Herzklopfen, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl, eventuell Ohnmachtsanfälle und Blässe, die vor allem unter den Fingernägeln oder an der Augenbindehaut deutlich werden kann. Dazu ist die Haut oft trocken, die Mundwinkel können einreißen, Fingernägel und Haare werden brüchig. Außerdem zeigen die Fingernägel eine typische Löffelform (so genannte Löffelnägel oder Koilonychie). Bei ausgeprägter Anämie kann es sogar zu Angina pectoris-Beschwerden und Symptomen arterieller Durchblutungsstörungen kommen. Diese Symptome sind durch eine schwere Unterversorgung des Gewebes mit Sauerstoff verursacht. Des weiteren kann es zu Herzgeräuschen, eine Milzschwellung und Blutbildveränderungen kommen, die nur vom Arzt festgestellt werden können.

Man unterscheidet folgende Formen einer Anämie:
  • Eisenmangelanämie
    Dabei zeigen sich zusätzlich zu den bereits genannten allgemeinen Beschwerden häufig noch Zungenbrennen, Schluckbeschwerden und Speiseröhrenkrämpfe. Dieser Symptomenkomplex wird unter dem Begriff Plummer-Vinson-Syndrom zusammengefasst. Das Plummer-Vinson-Syndrom gilt als Risikofaktor für die Entstehung von Krebs der Speiseröhre. Die Eisenmangelanämie stellt die häufigste Anämieform dar und ist zugleich das verbreiteteste Mangelsymptom überhaupt.
  • Blutungsanämie
    Bei Blutungsanämien handelt es sich Blutarmut infolge einer akuten, häufiger aber chronischen Blutung. Die Blutungsquelle befindet sich in der Regel im Magen-Darm-Bereich und wird vom Patienten lange Zeit nicht bemerkt. Der Mediziner spricht dann von einer so genannten Sickerblutung. Bei dieser Anämieform kann es zusätzlich zu den oben genannten Symptomen zu Kreislaufschwäche mit Bewusstseinseintrübung bis hin zum Kollaps, Frösteln bis Frieren, Herzrasen und schneller Atmung kommen. Durch den Blutverlust verliert der Körper Flüssigkeit, das wiederum führt eventuell zu einem anhaltenden Durstgefühl. Häufig finden sich bei dieser Form der Anämie Blutbeimischungen in Stuhl, Urin oder Auswurf.
  • Vitamin B12-Mangelanämie (Perniziöse Anämie)
    Die Anämie durch Mangel an Vitamin B12 geht zusätzlich zu den allgemeinen Anzeichen noch mit seelischen Beschwerden einher. Dazu gehören beispielsweise mangelhafte Merkfähigkeit, Konzentrationsschwäche, Depressionen und Psychosen. Des Weiteren stehen Magen-Darm-Beschwerden im Vordergrund, wie zum Beispiel Symptome einer Magenschleimhautentzündung. Ganz klassisch bei dieser Anämie sind zudem Störungen der Nervenfunktion wie Missempfindungen und Störungen des Fühlens. Häufig empfinden die Patienten ein „Ameisenkribbeln“. Weiterhin können sie an Zungenbrennen kombiniert mit einer glatten, entzündeten Zunge, leiden. Dieser Symptomenkomplex wird auch als Hunter-Glossitis bezeichnet.
  • Folsäuremangelanämie
    Eine Blutarmut durch Mangel an Andere in diesem Zusammenhang relevante Anwendungsgebiete:

    Wann zum Arzt?

    Müdigkeit, Herzklopfen, Kurzatmigkeit, eventuelle Ohnmachtsanfälle und Blässe von Haut und Schleimhäuten, trockene Haut, eingerissene Mundwinkel sowie brüchige Fingernägeln sind Symptome, bei denen ein Arzt aufgesucht werden sollte.

    Das gleiche gilt für Blutauflagerungen und Blutbeimischungen in Körperausscheidungen jeglicher Art. Auch so genannte Teerstühle (schwarzer, glänzender Stuhl von einer Konsistenz und Farbe, die an flüssigen Teer erinnert) müssen durch einen Arzt abgeklärt werden. Dahinter verbirgt sich - falls keine Medikamente (Eisenpräparate) eingenommen werden - in aller Regel eine Blutung im Magen-Darm-Bereich.

    Frauen sollten zum Arzt gehen, wenn die Regelblutungen über mehrere Monate länger als zwölf Tage anhalten und heftiger ausfallen. Eventuell kann eine Eisenmangelanämie die Folge sein.

    Magen- und Darmbeschwerden, vor allem neu aufgetretene Symptome sowie seelische Veränderungen und/oder Nervenbeschwerden sind dringende Gründe für einen Arztbesuch. Sogar depressive Symptome und Merkfähigkeitsstörungen könnten anämiebedingt sein.

    Jede Verfärbung der Haut sollte medizinisch abgeklärt werden, das gleiche gilt auch für Veränderungen der Zunge sowie Formveränderungen von Nägeln. Diese Symptome treten gehäuft bei bestimmten Formen der Anämie auf.

    Sind Sie in letzter Zeit infektanfälliger und bekommen schneller blaue Flecke (Hämatome) als sonst, sollte der Arzt eine Blutuntersuchung durchführen. Haben Sie häufiger Nasenbluten und/oder Zahnfleischbluten, könnten auch das Anzeichen einer Anämie sein. Auch in diesem Fall ist eine ärztliche Abklärung dringend anzuraten.







Anzeige