Amalgam (Amalgamfüllung): Eigenschaften

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. Februar 2014)

Amalgam ist ein Gemisch aus Metallpulver (Zinn, Silber und Kupfer) und Quecksilber. Während die Amalgamfüllung aushärtet, verbindet sich das freie Quecksilber mit dem Silber – am Ende dieses Vorgangs ist das gesamte Quecksilber fest gebunden. In diesem Zustand treten nur sehr geringe Mengen Quecksilber aus. Beim Legen, Polieren und Herausbohren der Amalgamfüllung entsteht jedoch kurzfristig eine erhöhte Quecksilber-Belastung in Form von Quecksilberdämpfen.

Amalgam wird häufig als Füllstoff verwendet, weil es einige Vorteile gegenüber anderen Füllmaterialien bietet. Amalgam ist:

  • eine einfache, kostengünstige und schnelle Füllungstechnik.
  • vielseitig einsetzbar und leicht zu verarbeiten.
  • widerstandsfähig gegen Druck, abrieb- und bruchfest.
  • feuchtigkeitsunempfindlich.
  • im Temperatur-Ausdehnungs-Verhalten dem Zahnschmelz ähnlich und
  • lange haltbar.

Die Nachteile des Amalgams beziehungsweise einer Amalgamfüllung sind:

  • ästhetisch unbefriedigende Farbgebung (im Frontzahnbereich nicht einsetzbar)
  • Risiko einer erneuten Kariesbildung, wenn die Amalgamfüllung nicht richtig mit dem Zahn abschließt
  • Verfärbungen des Zahns
  • Notwendigkeit einer Unterfüllung
  • Missempfindungen im Bereich des betroffenen Zahns
  • ein metallischer Geschmack im Mund
  • Belastung der Umwelt (wurde durch die gesetzlich vorgeschriebenen sog. Amalgam-Abscheider in Zahnarztpraxen verbessert)
  • allergische Reaktionen und Vergiftungen durch das Quecksilber im Amalgam möglich

Amalgam ist nur begrenzt einsetzbar. Bei folgenden Zahnfüllungen sollte der Zahnarzt auf ein alternatives Füllmaterial zurückgreifen:

  • Wurzelfüllungen, da das Material dabei direkten Kontakt zum Knochengewebe hat
  • Aufbaufüllungen unter gegossenen Kronen, da durch das Aufeinandertreffen zweier verschiedener Metalle elektrochemische Reaktionen stattfinden können, bei denen sich das Metall auflöst

Auch bei oberflächlicher, auf den Zahnschmelz beschränkter Karies ist eine Kunststofffüllung eher geeignet als Amalgam, da diese schonender für die Zahnsubstanz ist. Generell hängt die Qualität einer Amalgamfüllung vor allem davon ab, ob der Zahnarzt sie richtig verarbeitet. Es empfiehlt sich, die Amalgamfüllung ein paar Tage nach dem Einsetzen vom Zahnarzt polieren zu lassen, um die Oberflächenbeschaffenheit zu verbessern.


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