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Schöne Zähne

Letzte Änderung:
Autor*in: Onmeda-Redaktion

"Schöne Zähne, aber gibt's die auch in Weiß?" – ein kleiner Scherz, aber mit wahrem Kern. Denn glaubt man dem Meinungsbild unserer Gesellschaft, so müssen schöne Zähne vor allem eins sein: strahlend weiß und möglichst gerade.

Allgemeines

Um diesen Idealvorstellungen von schönen Zähnen gerecht zu werden, ist der Zahnarzt heute oftmals gefordert, bei der Behandlung auch auf die ästhetischen Wünsche und Bedürfnisse seiner Patienten einzugehen. Der Grund: Immer mehr Menschen sind mit dem Aussehen ihrer Zähne nicht zufrieden, etwa weil Zahnverfärbungen oder -fehlstellungen vorliegen oder weil dunkle Amalgam-Füllungen sichtbar werden. 

Um die individuellen Wunschvorstellungen von schönen Zähnen verwirklichen zu können, nutzen Kieferorthopäden und Zahnmediziner verschiedene Methoden – zum Beispiel

Manchmal reicht auch nur eine professionelle Zahhnreinigung, bei der der Arzt die Zähne von Belegen und Zahnstein befreit. 

Die Kosten für eine zahnkosmetische Behandlung muss der Patient allerdings in der Regel selbst tragen. Auch die professionelle Zahnreinigung oder Zahnfüllungen aus Keramik, Gold oder Kunststoff werden von den gesetzlichen Krankenkassen meist nur zum Teil getragen. Nur wenn der Arzt einen Zahn im sichtbaren vorderen Bereich mit Kunststoff füllt oder der Patient Amalgam nicht verträgt, übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten. 

Darüber hinaus sollen angeblich auch verschiedene Hausmittel wie Backpulver oder Zitronensaft zu schönen Zähnen verhelfen. Diese Mittel können aber – wenn überhaupt – die Zähne nur geringfügig aufhellen und sind nicht geeignet, um die Zähne zu "verschönern". Im Gegenteil: Regelmäßiges Putzen der Zähne mit Zitronensaft oder Backpulver kann dazu führen, dass sich der Zahnschmelz mit der Zeit immer weiter abnutzt. Die Zähne werden schmerzempfindlicher und das gelbliche Dentin, das sich unter dem Zahnschmelz befindet, schimmert leichter hindurch.

© iStock
Was sind eigentlich "schöne Zähne"? Die meisten Menschen verbinden damit strahlend weiße und gerade Zahnreihen.

Schöne Zähne ja – aber nicht um jeden Preis

Bei all diesen Methoden zur Verschönerung Ihrer Zähne sollte eines jedoch immer im Vordergrund stehen: die Zahngesundheit. Wer schöne Zähne haben möchte, sollte vorher genau bedenken und mit dem Arzt besprechen, ob die ausgewählte Methode möglicherweise gesunde Zahnsubstanz (z.B. den Zahnschmelz) schädigen kann. Im Zweifel gilt es zu überlegen, wie sehr das Aussehen der Zähne wirklich stört. Oftmals fällt der kleine Makel anderen Menschen gar nicht auf.

Wissenswertes
Ein strahlendes Lächeln und makellose Zähne gelten bei vielen Menschen als Schönheitsideal. Schneeweiße Zähne sind jedoch nicht natürlich – die Grundfarbe der Zähne ist eher hellgelb bis weiß-gräulich. Sie ist genetisch vorgegeben und hängt unter anderem von der Dicke des Zahnschmelzes ab: ein dünner Zahnschmelz lässt das gelbliche Dentin (Zahnbein) durchschimmern.

Je nachdem, was dem Patienten an dem Aussehen seiner Zähnen genau stört und mit welcher Methode sich seine Vorstellung von schönen Zähnen realisieren lässt, kommt eine kieferorthopädische oder eine zahnmedizinische Behandlung infrage.

fallen in den Bereich der kieferorthopädischen Behandlung. Diese befasst sich hauptsächlich mit der richtigen Stellung der Zähne im Gebiss. Ihr Ziel ist, dass der Patient normal kauen und ungehindert sprechen kann – die Ästhetik ist dabei oftmals nur ein "Nebenbei-Effekt".

Wenn es darum geht, gezielt "schöne Zähne" zu bekommen, gibt es heute beim Zahnart verschiedene Maßnahmen – er kann zum Beispiel dunkle Amalgam-Füllungen durch helle Keramik- oder Kunststofffüllungen ersetzen, Zahnschmuck einsetzen oder alle sowie lediglich einzelne Zähne aufhellen. 

Kommen mehrere Füllmaterialien infrage, treffen Zahnarzt und Patient gemeinsam die Wahl. Hierbei spielen sowohl ästhetische Vorstellungen schöner Zähne als auch die Kosten einzelner Maßnahmen eine wichtige Rolle. Optisch nahezu perfekte Füllungen, die noch dazu sehr lange halten, sind meistens auch sehr teuer. 

Bleaching

Die Farbe der Zähne wird schon während ihrer Entwicklung festgelegt. Im Lauf der Jahre nimmt die Dicke des Zahnschmelzes dann ab und die dunkleren inneren Zahnschichten treten stärker hervor. Auch Farbstoffe aus

können im Laufe der Jahre in den Zahnschmelz eindringen und färben die Zähne zunehmend gelblich.

Durch Zähneputzen lassen sich tiefer in der Zahnsubstanz gelegene Verfärbungen nicht entfernen und die Zähne nicht wesentlich aufhellen. Hier hilft ein Bleaching (Bleichen) der Zähne, um wieder strahlend weiße schöne Zähne zu bekommen.

Es gibt zwei Arten des Bleachings: Das Home-Bleaching und das In-Office-Bleaching:
• Beim Home-Bleaching bleicht man die Zähne unter zahnärztlicher Anleitung zu Hause;
• das In-Office-Bleaching erfolgt direkt in der Zahnarztpraxis.

Unabhängig davon, wie Sie Ihre Zähne aufhellen möchten, gilt: Wer sich für ein Bleaching entscheidet, trägt die Kosten dafür selbst – und je nach Zahnbleaching-Methode variieren diese stark. Wenn Sie mit Ihrer Zahnfarbe nicht zufrieden sind, nutzen Sie einfach Ihren nächsten Kontrolltermin beim Zahnarzt und sprechen Sie das Thema an. Ihr Zahnarzt kann Sie individuell beraten und Ihnen einen Überblick über die jeweiligen Bleaching-Kosten geben.

Bleaching zu Hause (Home-Bleaching)

Für das sogenannte Home-Bleaching fertigt der Zahnarzt zunächst eine Bleichschiene an, die er individuell an Ihre Zähne anpasst. Anschließend erhalten Sie das Bleichmittel. Dieses besteht hauptsächlich aus den Wirkstoffen Wasserstoffperoxid (H2O2) oder Carbamidperoxid. Das Bleichmittel geben Sie nach Anleitung Ihres Zahnarztes in die Bleichschiene und tragen diese über Nacht. Die Anwendungsdauer beim Home-Bleaching beträgt – je nach gewünschtem Aufhellungsgrad – etwa zwei bis sechs Wochen.

Mögliche Risiken für die Gesundheit entstehen beim Bleaching durch Komplikationen: Sie können auftreten, wenn das Bleichmittel Zahnfleisch oder Mundschleimhaut beziehungsweise durch Verschlucken die Magenschleimhaut angreift. Meist treten hierbei Reizungen oder Entzündungen auf, die jedoch im Regelfall nach einigen Tagen wieder abklingen.Vorsicht ist bei unbehandelten Karieserkrankungen geboten: Hier kann das Bleichmittel den Zahnnerv schädigen und Schmerzen verursachen.

Bedenken Sie, dass ein Zahnbleaching bereits vorhandene Kunststofffüllungen nicht aufhellen kann – nach dem Bleaching könnten sie nicht mehr zu der neuen Zahnfarbe passen.

Um die Risiken beim Home-Bleaching möglichst gering zu halten, ist der Wirkstoff niedriger konzentriert als beim In-Office-Bleaching. Das Bleichergebnis hält für etwa sechs Monate an. Wenn gewünscht, können Sie dann wieder Ihre Zähne aufhellen.

Eine weitere Methode, die Zähne zu Hause zu bleichen, bieten Bleaching-Produkte aus der Drogerie. Diese Produkte enthalten zumeist niedrig konzentriertes Wasserstoffperoxid als Bleichmittel, zum Beispiel in Form von Bleaching-Gelen, speziellen Bleaching-Lacken oder Klebestreifen mit Bleichmittel.

Zwar ist das "Do-it-yourself-Bleaching" zu Hause kostengünstig, jedoch handelt es sich hierbei nicht um ein professionell angeleitetes Bleaching, sodass das Bleichergebnis mitunter sehr unregelmäßig ausfallen kann. Zudem können Nebenwirkungen wie gereiztes oder entzündetes Zahnfleisch auftreten, etwa wenn die Bleichschiene nicht richtig sitzt oder zu viel Bleichmittel aufgetragen wurde. Für weiße und schöne Zähne empfiehlt es sich daher, die Zähne von einem sachkundigen Zahnarzt bleichen zu lassen.

© Jupiterimages/iStockphoto
Wenn unschöne Zahnverfärbungen das eigene ästhetische Empfinden trüben, kann ein Bleaching Abhilfe schaffen.

Bleaching beim Zahnarzt (In-Office-Bleaching)

Einen höheren Wirkstoffgehalt haben Bleichmittel, die der Zahnarzt direkt in der Praxis anwendet. Dabei bringt er bei einer etwa zweistündigen Behandlung zunächst das Bleichmittel auf die Zähne auf. Für das Bleichen ist mitunter eine Bestrahlung mit Licht oder Laser notwendig, die das Bleichmittel aktiviert. Das im Bleichmittel enthaltene Wasserstoffperoxid (H2O2) zerfällt zu aktivem Sauerstoff, welcher die Farbstoffe in der Zahnsubstanz zerstört (Oxidations-Bleaching)..

Bei sachgemäßer Durchführung entstehen durch ein Bleaching keine Schäden am Zahnschmelz. Vorübergehend kann es zu Schleimhautirritationen und Überempfindlichkeit der Zähne kommen. Über Langzeitfolgen nach Zahnbleaching ist noch nichts bekannt. Die Aufhellung hält sich meist über mehrere Jahre, bis die Verfärbungen wiederkehren. Wenn Sie möchten, können Sie dann das Bleaching wiederholen.

Vor dem eigentlichen Bleaching behandelt der Zahnarzt die Zähne zumeist mit einer professionellen Zahnreinigung, um vorhandene Beläge und Zahnstein zu entfernen. Auf diese Weise kann er die tatsächlichen Zahnverfärbungen besser erkennen und anschließend die Intensität der geplanten Zahnaufhellung zusammen mit dem Patienten bestimmen.


Bleaching avitaler Zähne

Avitale Zähne – also Zähne, deren Zahnnerv zum Beispiel aufgrund einer Wurzelbehandlung abgestorben ist – neigen stärker zu Verfärbungen als gesunde Zähne. Auch in solchen Fällen kann das Bleaching die Zähne deutlich aufhellen. Der Zahnarzt bringt das Bleichmittel dabei meist in mehreren Sitzungen in den Wurzelkanal ein, so dass es von innen her auf die Verfärbungen einwirken kann.

Für avitale Zähne ist das Home-Bleaching nicht geeignet!

Veneers

Veneers sind hauchdünne, lichtdurchlässige Schalen aus Keramik oder Kunststoff. Sie werden, vergleichbar mit einem künstlichen Fingernagel, auf den Zahn aufgeklebt und verdecken somit unvorteilhaft aussehende Zähne. Der Einsatz von Veneers bietet sich vor allem im Bereich der Schneidezähne an. Die Zahnverschalung kann hier sowohl Verfärbungen als auch Risse und kleine Zahnschäden abdecken und sogar eine neue Zahnform schaffen.

Als Alternative zur Zahnkrone haben Veneers einige Vorteile: Vor allem vom ästhetischen Standpunkt aus ergeben sich Möglichkeiten, die mit einer Krone nicht zu erreichen sind. Allerdings sind die Kosten des Veneers um ein Vielfaches höher.

Ein Vorteil des Veneers besteht darin, dass der Zahnarzt nur sehr wenig gesunde Zahnsubstanz – etwa 0,5 Millimeter des Zahnschmelzes – abschleifen muss, um das Veneer aufzukleben. Im Gegensatz dazu muss er bei der Behandlung mit der Zahnkrone den gesunden Zahn bis auf einen "Stumpf " abschleifen, um die Zahnkrone anschließend aufzusetzen. Daher sind Veneers eine gute Möglichkeit, Verfärbungen und abgebrochene Ecken im sichtbaren Schneidezahnbereich zu überkronen, ohne die gesunde Zahnsubstanz zu zerstören.

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Veneers sind sehr dünne Schalen aus Keramik, die auf die Zahnoberfläche "aufgeklebt" werden.

Veneers können den Zahn langfristig und ohne wesentliche Komplikationen wiederherstellen. Auch sind Veneers von außen kaum zu erkennen, wohingegen bei einer Krone immer die Gefahr besteht, dass durch Zurückziehen des Zahnfleischs der Kronenrand zum Vorschein kommt: Dies kann im Schneidezahnbereich sehr störend sein.

Allerdings sind Veneers nicht in jedem Fall zu empfehlen, um schöne Zähne zu erhalten. Wenn etwa der Zahnschmelz der natürlichen Zähne zu dünn ist oder zersplittert, können sich die Veneers wieder lösen. Auch wenn Sie stark mit den Zähnen knirschen, sollten Sie vorher mit Ihrem Zahnarzt Rücksprache halten. 

Pulverstrahl-Reinigung

Bei der Pulverstrahl-Reinigung (sog. Air-Flow) tragen Zahnarzt oder Zahnarzthelferin ein Gemisch aus Wasser, Luft und Salz mit Hochdruck auf den Zahn auf. Dadurch wird die Zahnoberfläche gereinigt und von unschönen Belägen, wie Raucher- oder Kaffee-/Tee-Belägen, befreit. Diese Behandlung ist in vielen Zahnarztpraxen Teil der prophylaktischen Maßnahmen.

Mit dem Zähneputzen alleine lassen sich die harten Zahnbeläge und Verfärbungen nicht entfernen. Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung hilft dabei, dauerhaft gesunde und schöne Zähne zu erhalten. 

Zahnschmuck

Eine Modeerscheinung der letzten Jahre sind die sogenannten "Dazzlers" – kleine Edelsteine oder Goldsymbole, die ohne großen Aufwand auf den Zahn aufgeklebt werden und einige Jahre halten. Aus zahnärztlicher Sicht sind sie jedoch durchaus umstritten, da sie Probleme bereiten können: Es entstehen zusätzliche Nischen, die Kariesbakterien Unterschlupf bieten und daher eine verbesserte Zahnhygiene erfordern. Wenn Sie Zahnschmuck tragen, sollten Sie in diesem Bereich also besonders gut putzen.

Vor dem Auftragen des Klebemittels wird die gesunde Zahnsubstanz angeätzt, damit das Schmuckstück besser anhaftet. Zwar bedeutet dies keine ernstzunehmende Gefahr für den Zahn, dennoch nimmt gesunde Zahnsubstanz dabei Schaden – wenn auch in geringem Ausmaß.

Piercing

Piercing, das Durchstechen von Körperteilen mit kleinen Metallsteckern, ist eine beliebte Art des Körperschmucks, vor allem bei Jugendlichen. Lippen- oder Zungenpiercings sind für einige also ein Zeichen schöner Zähne – können sich dabei aber auch negativ auf die Zahngesundheit auswirken.

So sind an der Piercingstelle lokale Komplikationen möglich, etwa beschädigte

Auch kann es zu Blutungen, Narbenbildung, Lückenbildung der Zähne, Nervenschädigungen und Sprachbehinderungen kommen. Zudem kann sich das Zahnfleisch an den Stellen zurückziehen, an denen das Piercing häufig reibt. Typisch ist vor allem ein Zahnfleischrückgang bei Unterlippenpiercings. Ebenso sind Beschädigungen des Zahnschmelzes sowie Zahnbrüche (Schmelz-Dentin-Frakturen) möglich.

Zu den Risiken eines Piercings im Mundbereich gehören außerdem Infektionen, die meist durch mangelnde Hygiene beim Stechen entstehen. Seltene, aber mögliche Komplikationen sind zum Beispiel:

Darüber hinaus kann es zu allergischen Reaktionen gegen das eingesetzte Metall kommen.

Wenn Sie sich piercen lassen möchten, achten Sie darauf, dass der Piercer stets Materialien mit einem geringen Allergiepotenzial (v.a. Titan) verwendet.

Das Piercing gilt in Deutschland rechtlich nicht als ärztliche Maßnahme – deshalb darf im Prinzip auch jeder Piercings stechen. Die hygienischen Umstände sind aber leider in einigen Piercing- und Tattoostudios nicht ausreichend. Zur optimalen Hygiene gehören zum Beispiel die Sterilität der verwendeten Stichinstrumente und des Schmuckstücks, eine sorgfältige Desinfektion der Einstichstelle (vor und nach dem Stich) und das Verwenden von sterilen Handschuhen. Desweiteren ist eine sorgfältige Nachsorge nach Anleitung des Piercers wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.

Weitere Informationen

Quellen:

Bleaching. Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für ästhetische Zahnheilkunde e.V.: http://www.dgaez.de (Abruf: 19.2.2014)

Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde: www.dgzmk.de (Abruf: 19.2.2014)

Online-Informationen der Landeszahnärztekammer Hessen: www.lzkh.de (Abruf: 19.2.2014)

Sozialgesetzbuch V. Online-Informationen des Bundesministeriums der Justiz: www.gesetze-im-internet.de (Abruf: 19.2.2014)

Zahnaufhellung (Bleaching). Online-Information der Bundeszahnärztekammer: www.bzaek.de (Stand: Februar 2013)

Letzte inhaltliche Prüfung: 12.03.2015
Letzte Änderung: 17.03.2015