Falten – Von Erdbeerkinn bis Truthahnhals

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. April 2014)

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Bei Männern gelten sie als sexy, Frauen kämpfen mit allen Mitteln gegen sie: Falten. Je älter wir werden, desto tiefer graben sie sich in unser Gesicht. Verliert die Haut über die Jahre an Elastizität und Spannkraft, hinterlassen Mimik und Schwerkraft ihre Spuren. Viele der typischen Alterserscheinungen der Haut werden erst ab Mitte 30 sichtbar – "im Hintergrund" altert sie aber schon etwa ab dem 20. Lebensjahr. Anfangs noch feine Linien vertiefen sich zu Falten: Eine eingekerbte Nasolabialfalte, Krähenfüße und Co. sind die Folge.

Überall am Körper sind Falten zu finden. Dabei gibt es Linien, die wir von Geburt an haben und solche, die erst im Laufe des Lebens entstehen. Zu diesen zählen:

  • Orthostatische Falten: Die Schwerkraft macht auch vor der Haut nicht Halt – mit den Jahren hinterlässt sie Spuren am ganzen Körper. Die nachlassende Festigkeit von Haut und Bindegewebe tut ihr Übriges. Ein bekanntes Beispiel ist die Nasolabialfalte, die zwischen Nase und Mundwinkel verläuft. Auch die sogenannte Mundwinkelfalte gehört zu den orthostatischen Falten. Diese Linien laufen vom Mundwinkel abwärts und sind auch bekannt als "Marionetten"- oder "Merkelfalten" – Angela Merkel ist Namensgeberin und trägt sie mit Fassung.
  • Mimische Falten: Lachen, weinen, küssen: Die Gesichtsmuskulatur bewegt sich ständig. Über die Jahre entstehen charakteristische Falten – so zum Beispiel:
    • die Zornesfalte zwischen den Augen durch das Zusammenziehen der Augenbrauen
    • Krähenfüße durch das Zusammenkneifen der Augen (z.B. beim Lachen)
    • Stirnquerfalten, die sogenannte Denkerstirn, durch das Anheben der Augenbrauen
    • Häschenfalten auf dem seitlichen Nasenrücken zum Beispiel durch das Rümpfen der Nase oder beim Lachen
    • Kinnquerfalten und das sogenannte "Erdbeerkinn" – die Hautunebenheiten der Kinnregion, die durch zu häufiges Anspannen des Kinnmuskels entstehen
    • Falten am Hals durch die Bewegungen der längsverlaufenden Muskelstränge (sog. Platysma) und die dünner werdende Haut. Der sogenannte "Truthahnhals" entsteht.
  • Altersfalten / aktinische Falten: Wenn das Fettpolster der Haut schwindet und sie an Elastizität verliert, entstehen sehr feine oberflächliche Falten. Übermäßige Sonnenbäder oder Rauchen verstärken sie zusätzlich. Sie befinden sich häufig um den Mund herum (periorale Falten), an den Wangen, am Kinn oder auf der Stirn.
  • Trockenheitsfältchen: Diese Knitterfältchen entstehen, wenn die Hornschicht der Oberhaut(Epidermis) austrocknet. Häufig unter den Augen zu finden.

Zusätzlich gibt es natürlich vorkommende Falten, die nichts mit dem Alter zu tun haben. Jeder Mensch hat diese Falten – der eine mehr, der andere weniger.

  • Bewegungsfalten: Sie liegen über den Gelenken und ermöglichen als eine Art "Hautreserve" die Bewegungen des Körpers. Erkennbar sind sie beispielsweise über den Fingerknöcheln: Sind die Finger gestreckt, liegt die Haut in Falten – sind die Finger gebeugt, strafft sich die Haut.
  • Embryonalfalten: Diese sind angeboren und zeigen sich vorwiegend am Hals als deutlich querverlaufende Falten.
  • Papillarlinien an Händen und Füßen: Die Haut der Handflächen und Finger sowie der Fußsohlen hat einen speziellen Aufbau: Bindegewebige Verbindungen verankern die Haut in dem darunterliegenden Gewebe. Aus diesem Grund kann der Mensch sicher zufassen und laufen. Ließe sich die Haut stärker verschieben, wie etwa am Unterarm, wäre das nur schwer möglich. Zu erkennen ist der besondere Aufbau dieser sogenannten Leistenhaut an den sehr feinen parallel verlaufenden Hautleisten, auch Papillarlinien genannt – nicht zu verwechseln mit den deutlicher zu erkennenden Handlinien (z.B. "Lebenslinie"). Der Verlauf der Papillarlinien ist genetisch festgelegt und charakteristisch für jeden einzelnen Menschen. Das Muster verändert sich im Laufe des Lebens nicht und kann daher zur Identifizierung einer Person (durch den Fingerabdruck) dienen.

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