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Brustverkleinerung (Brustreduktion, Mammareduktion)

Verfasst von Onmeda-Redaktion

Volle, große Brüste gelten bei Männern wie Frauen oft als begehrenswert – tatsächlich können sie für die Frau aber auch zur körperlichen und seelischen Last werden. Eine Brustverkleinerung (Brustreduktion, Mammareduktion) hilft dann unter Umständen weiter. Vorher sollte die Frau versuchen, über eine Gewichtsabnahme und Sport den Anteil des Fettgewebes ihrer Brüste zu verringern. Dies verkleinert die Brüste in manchen Fällen.

Allgemeines

Frauen mit überdimensional großen Brüsten (sog. Mammahypertrophie) tragen im Extremfall pro Brust über zwei Kilogramm Gewicht mit sich. Für sie ist eine Brustverkleinerung meist der einzige Weg, um etwa Rückenprobleme in den Griff zu bekommen. Aber nicht nur in diesen Fällen, sondern schon bei geringerem Gewicht des Busens erleiden Frauen häufig ernsthafte medizinische Probleme: Es treten Hautausschläge unter der Brust auf; zudem plagen Haltungsschäden, chronische Rückenschmerzen und Nackenschmerzen Frauen mit üppigem Busen. Dies kann bis hin zu Bandscheibenvorfällen reichen. Neben dem Gewicht der Brüste wirkt sich auch fehlendes Selbstbewusstsein auf die Körperhaltung aus: Hängende Schultern und ein "krummer" Rücken sind die Folge.

Ebenso belastend ist der Einfluss auf das seelische Wohlbefinden. Eine Riesenbrust führt nicht selten dazu, dass sich eine Frau als reines Sexualobjekt degradiert fühlt und unter den Blicken und Reaktionen ihrer Mitmenschen leidet. Von einer Brustverkleinerung abgesehen, vermag oft nur weite, wallende Kleidung die großen Brüste zu verbergen. Für die meisten Menschen alltägliche Aktivitäten bringen gerade für junge Frauen eine Reihe unangenehmer Situationen mit sich. Sei es beim Sport oder beim Besuch eines Schwimmbads: Frauen mit sehr großem Busen sind in ihrem Leben oft eingeschränkt, fühlen sich sozial isoliert und entwickeln Minderwertigkeitskomplexe.

Jedes der Probleme kann für sich allein bereits drückend genug sein, um die Gedanken auf eine Brustverkleinerung zu lenken. Häufig treten körperliche und seelische Belastung gleichzeitig auf verstärken den Wunsch, etwas zu ändern.

Eine Brustverkleinerung zielt darauf, das Volumen der Brüste zu reduzieren und so medizinische und seelische Komplikationen zu verhindern. Dabei passt der Chirurg die Form der Brüste nach Absprache mit der Frau individuell an ihre Figur an. Eine frühzeitige Operation im Erwachsenenalter kann Folgeschäden wie Rücken- und Bandscheibenprobleme verringern oder verhindern. Frauen mit sehr großer Oberweite sollten daher rechtzeitig einen Arzt aufsuchen und ihre Probleme offen ansprechen. Die Brustreduktion sollte bei jungen Frauen mit Kinderwunsch wichtige Funktionen der Brust wie etwa die Milchproduktion nicht beeinträchtigen.

Verschiedene Beschwerden und Zustände können Anlass für eine chirurgische Brustverkleinerung sein:

Unter bestimmten Umständen übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Brustverkleinerung.

Voraussetzungen und Ziele

Ziel einer Brustverkleinerung (Brustreduktion, Mammareduktion) ist, Frauen, die unter ihrer üppigen Oberweite leiden, sowohl körperlich als auch psychisch zu entlasten. Im Zuge der Operation passt der Chirurg die Brüste dem Körper der Frau an. Im Idealfall entstehen zwei feste, weitgehend symmetrische Brüste.

Eine Frau muss für eine Brustverkleinerung zwei Voraussetzungen erfüllen: Sie muss volljährig und gesund sein. Es ist wichtig, einen qualifizierten Arzt zu wählen, der sein Handwerk beherrscht. Denn das Ergebnis einer Brustverkleinerung hängt maßgeblich von Können, Erfahrung und ästhetischem Empfinden des gewählten Chirurgen ab. Anhaltspunkt ist eine Bezeichnung als "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie". Zudem sollte der Arzt einer einschlägigen Fachgesellschaft wie etwa der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) oder der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) angehören.

Vor einer Brustreduktion findet ein ausführliches Gespräch zwischen Frau und Arzt statt. Der Arzt sollte der Frau vermitteln, wie ihre Brüste nach der Verkleinerung aussehen werden, welche Operations-Methoden es gibt und mit welchen möglichen Risiken sie einhergehen. Diese Informationen helfen der Frau, die Vor- und Nachteile einer Brustverkleinerung für sich abzuwägen. Außerdem erhält sie einen realistischen Eindruck, wie das Ergebnis der Brust-OP aussehen könnte.

Vor der Operation erfolgt eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie). Sie gibt dem Arzt einen Überblick über die Struktur des Brustgewebes. Wie bei jeder Operation, bei der die Haut durchtrennt wird, bleiben auch bei einer Brustverkleinerung sichtbare Narben. Der Frau sollte bewusst sein, dass der Busen weiterhin der natürlichen Alterung unterliegt und dass sich seine Form im Laufe des Lebens trotz der Operation wieder verändern wird.

Operation

Kurz vor einer Brustverkleinerung (Brustreduktion, Mammareduktion) zeichnet der Arzt der Frau Linien auf die Brüste, die den Schnitten in der Operation entsprechen. Dies erfolgt im Stehen, da die Brüste im Liegen deutlich ihre Form ändern. Ein Foto ermöglicht einen einfachen Vorher-Nachher-Vergleich nach der Brustverkleinerung.

Eine Brustreduktion ist eine aufwendige Operation. Ein solcher Eingriff dauert etwa eine bis anderthalb Stunden pro Brust, entsprechend zwei bis drei Stunden insgesamt. Die Brustverkleinerung erfolgt in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie).

Am Ende der Operation legt der Chirurg feine Schläuche (sog. Drainagen) im Gebiet der Wunde ein. Sie verbleiben für zwei Tage und sorgen dafür, dass Wundwasser und Blut besser abfließen. Dies beugt größeren Blutergüssen vor. Unmittelbar nach der Operation hüllt der Arzt die Brüste in weiche Watteverbände, um sie zu polstern und zu schützen.

Die plastische Chirurgie kennt eine Reihe verschiedener Operationsmethoden zur Brustverkleinerung. Die Namen der hier vorgestellten Verfahren orientieren sich an der Form des jeweiligen Schnittes (T-, L-, i- und O-Methode). Jede Technik hat zum Ziel, möglichst sicher zu sein und möglichst wenige Narben zu hinterlassen. Allen gemeinsam ist, dass ein Schnitt um den Brustwarzenhof herum erfolgt, der eine recht gut versteckte Narbe hinterlässt. Für welche Methode sich Frau und Chirurg entscheiden, hängt vor allem von der Form (Anatomie) und Größe der Brüste ab.

Die gängigen Operationsmethoden im Überblick:

T-Methode

Der Chirurg schneidet rund um den Brustwarzenhof und dann senkrecht nach unten. Der Schnitt endet in einer horizontalen Linie unter der Brust, also in der Brustumschlagsfalte. Der Chirurg entnimmt überschüssiges Fett- und Drüsengewebe der Brust über die Schnitte und entfernt überschüssige Haut. Schließlich bildet er aus dem restlichen Gewebe eine wohlgeformte Brust. Danach versetzt er die Brustwarze nach oben. Neben den kaum sichtbaren Narben im Bereich der Brustwarze hinterlässt diese Methode der Brustverkleinerung Narben in Form eines auf den Kopf gestellten Ts. Der horizontale Teil dieses Ts liegt gut in der Falte unter der Brust versteckt.

L-Methode

Bei der L-Methode fällt der Schnitt kleiner aus: Der Chirurg verbindet den Rundschnitt um die Brustwarzenhöfe mit einem senkrechten Schnitt nach unten, den er nicht wie bei der T-Technik zu beiden, sondern nur zu einer Seite hin horizontal fortführt. Auch bei dieser Technik setzt der Chirurg die Brustwarze weiter nach oben. Die verbleibenden Narben unterhalb der Brustwarzen spiegeln die Schnittführung wider: Sie entsprechen einem "L".

i-Methode (Lejour-Methode)

Wie bei der T- und L-Methode schneidet der Chirurg um die natürliche Grenze des Brustwarzenhofs und von dort senkrecht nach unten. Da er keinen horizontalen Schnitt anschließt, erhält die spätere Narbe die Form des Buchstabens "i". Der i-Punkt entspricht dabei dem Schnitt um die Brustwarze. Nachdem der Arzt die Brustwarze nach oben versetzt hat, zieht er die Haut unterhalb der Brustwarze zusammen. In der Folge entstehen gewellte Narben, die sich aber mit der Zeit glätten oder mit einem kleinen Eingriff korrigieren lassen.

O-Methode (Benelli-Methode)

Die O-Methode zeichnet sich dadurch aus, dass besonders wenig Narben entstehen. Der Chirurg schneidet lediglich rund um den Brustwarzenhof herum. Dies hinterlässt eine kaum sichtbare Narbe. Frauen, deren Wunden schlecht heilen, profitieren von der Methode. Nachteil des Verfahrens: Es eignet sich nicht für ausgedehnte Brustverkleinerungen, da der Arzt über den Schnitt nur vergleichsweise geringe Mengen Brustgewebe entfernen kann. Von der Form her werden die Brüste bei der O-Methode eher flach.

Heilungsprozess

Eine Brustverkleinerung (Brustreduktion, Mammareduktion) ist keineswegs nur ein kleiner Eingriff. Es handelt sich um eine umfangreiche Operation, die eine gründliche Nachsorge erfordert, um den Heilungsprozess zu fördern. Nach dem Eingriff treten für einige Tage bis Wochen leichte Wundschmerzen auf und die Brüste schwellen an. Schwellungen und Blutergüsse klingen nach wenigen Tagen bis Wochen langsam ab. Zwei bis drei Tage nach der OP zieht der Chirurg die feinen Schläuche (Drainagen), die das Wundsekret aus der Brust abgeleitet haben. Nach zwei bis drei Wochen entfernt er die Fäden. Während der gesamten Heilungszeit, mindestens aber sechs Wochen, muss die Frau tags wie nachts einen Stütz-BH tragen.

Im Anschluss an den Klinikaufenthalt sollte sich die Frau mindestens drei Wochen körperlich schonen. Sportarten, bei denen sie die Arm- oder Brustmuskeln bewegen muss, sollte sie in dieser Zeit nicht ausüben (z.B. Tennis oder Golf). Auch der Gang in die Sauna oder ins Solarium muss in dieser Zeit warten; Flugreisen kommen ebenfalls nicht infrage. Es vergehen etwa sechs Wochen, bis die Wunden vollständig verheilt sind. Bis eine Frau nach einer Brustverkleinerung wieder richtig arbeiten kann, vergehen in der Regel drei bis vier Wochen.

© Jupiterimages/Goodshoot
Nach der OP muss die Patientin einen Stütz-BH tragen – und sich körperlich schonen.

Verlauf

Das endgültige Ergebnis einer Brustverkleinerung (Brustreduktion, Mammareduktion) zeigt sich meist erst im Verlauf einiger Monate. Nach circa sechs Monaten ist die endgültige Form der Brust sichtbar und die Narben sind verblasst. Sie und etwaige Verhärtungen bessern sich oft noch im Laufe von ein bis zwei Jahren nach der Operation.

Normal ist, dass nach der Brustverkleinerung Schwellungen und leichte Blutergüsse der Haut entstehen. Wie nach jeder Operation kann es auch zu Komplikationen kommen. Beispiele sind Wundheilungsstörungen, Infektionen und Nachblutungen. In sehr seltenen Fällen bilden sich Blutgerinnsel in den Becken- oder Beinvenen (Thrombose) und es entsteht ein plötzlicher Verschluss eines Blutgefäßes durch über die Blutbahn verschleppte Teile eines solchen Gerinnsels (Embolie).

Auffällige oder wulstige Narben sind weitere mögliche unerwünschte Folgen einer Brustverkleinerung. Auch die Brustwarzen können betroffen sein: Häufig ist ihre Sensibilität in den ersten Tagen und Wochen nach der Operation vermindert. In seltenen Fällen bleiben sie gänzlich gefühllos.

Achtung: Wenn Sie kurz nach der Operation unter Atembeschwerden oder Schmerzen in der Brust leiden oder wahrnehmen, dass ihr Herzschlag anders ist als sonst, vielleicht sogar "stolpert" sollten Sie das unverzüglich mit Ihrem Arzt abklären.

Kosten und Alternativen

Für eine Brustverkleinerung (Brustreduktion, Mammareduktion) betragen die Kosten etwa 5.000 Euro plus Narkose-, Krankenhaus- und Materialkosten. Somit ergibt sich ein Gesamtpreis von etwa 7.500 Euro.

Brustverkleinerung: Kostenübernahme durch die Krankenkasse?

Ob für eine Brustverkleinerung die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden, hängt vor allem von der Größe der Brust und etwaigen körperlichen oder psychischen Folgeschäden ab.

Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse kann in unterschiedlichen Situationen erfolgen. Voraussetzung ist, dass die Brustverkleinerung medizinisch notwendig ist.

Beispiele für eine solche medizinische Indikation sind:

Solche Gutachten können als Grundlage für einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse dienen. Den Antrag reicht der behandelnde Arzt bei der Kasse ein. Wer eine Brustverkleinerung in Erwägung zieht, sollte sich möglichst früh über die Kosten informieren und seine Krankenkasse auf die Kostenübernahme ansprechen.

Alternativen zur Operation

Eine große Oberweite lässt sich durch weite Kleidung oder sogenannte Minimizer-BHs verstecken, die den Busen kleiner erscheinen lassen. Gegen gesundheitliche Beschwerden, etwa Haltungsschäden, hilft das allerdings nicht. Diese kann die Frau durch ein gezieltes, stärkendes Rückentraining günstig beeinflussen.

Weitere Informationen

Quellen:

Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC), Brustverkleinerung: www.dgaepc.de (Abrufdatum: 21.5.2014)

Online-Informationen der American Society of Plastic Surgeons, Breast Reduction: www.plasticsurgery.org (Abrufdatum: 21.5.2014)

Gösseringer, N.: Brustverkleinerung bei Wirbelsäulenveränderungen der Frau. Manuelle Medizin, Jg. 51, Nr. 1, S. 17-20, Springer Medizin Verlag (2013)

Arens-Landwehr, A. et al.: Vermeidung von Komplikationen bei der Mammareduktionsplastik. Journal für Ästhetische Chirurgie, Jg. 4, Nr. 1, S. 20-27, Springer Medizin Verlag (2011)

Vogt, P. M.: Praxis der Plastischen Chirurgie. Springer, Heidelberg Berlin 2011

Letzte inhaltliche Prüfung: 21.05.2014
Letzte Änderung: 15.05.2019