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Anti-Aging für Kopf und Seele

Letzte Änderung:
Verfasst von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin

Wer Anti-Aging betreiben möchte, sollte dies auch für Kopf und Seele tun. Denn Altern hat nicht nur etwas mit der körperlichen Verfassung zu tun. Vielmehr spielt die richtige Einstellung zum Leben eine wesentliche Rolle.

Allgemeines

Der Begriff "Anti-Aging" umfasst Maßnahmen, die in den Alterungsprozess eingreifen. Dabei lässt sich das Altern in unterschiedlicher Weise beeinflussen: Anti-Aging-Ansätze können das Älterwerden verlangsamen, verhindern oder in manchen Fällen sogar umkehren.

Es gibt gute Gründe, um auch im Kopf jung zu bleiben und mit einer positiven Denkensweise in jeden Tag zu starten:

Die geistige Fitness zu erhalten, Stress erfolgreich zu bekämpfen und eine positive Lebenseinstellung zu trainieren, ist gar nicht so schwer! Die Möglichkeiten reichen von Gehirnjogging über unterschiedliche Techniken, wie man sich gezielt entspannen kann, bis hin zu erlernbarem positivem Denken. Fazit: Anti-Aging ist für jedermann praktizierbar!

Gehirnjogging

Mit Gehirnjogging können Sie Ihren Geist gezielt trainieren und verhindern, dass Sie geistig müde und träge werden. Älteren Menschen fällt es zwar schwerer als jüngeren, Neues zu erlernen – dies bedeutet aber noch lange nicht, dass man seine grauen Zellen nicht fordern sollte! Im Alter kann man zudem auf einen hohen Erfahrungsschatz zurückgreifen und somit mögliche Defizite gegenüber der jüngeren Generation ausgleichen.

Mit fortgeschrittenem Alter verringert sich die Zahl der Gehirnzellen, und auch die Anzahl der Verbindungen zwischen den Nervenzellen (Neuronen) nimmt ab. Jedoch gilt als erwiesen, dass das Gehirn durchaus neue Nervenzellen und Verknüpfungen bilden kann – wie ein Muskel muss es jedoch trainiert werden. Lernen ist also ein Prozess, der lebenslang erfolgen kann.

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Ob jung oder alt: Gehirnjogging trainiert die grauen Zellen!

Geben Sie Ihren grauen Zellen täglich neues Futter. Dafür müssen Sie nicht unbedingt eine feste Zeit einplanen – vielmehr können Sie Ihr persönliches Gehirntraining in Ihren Alltag einbinden. Lesen Sie die Tageszeitung und diskutieren Sie das Gelesene anschließend mit der Familie oder Freunden. In Supermärkten können Sie sich die Preise merken und miteinander vergleichen. Das trainiert nicht nur Ihr Gehirn, sondern macht sich auch bald im Geldbeutel bemerkbar. Haben Sie schulpflichtige Kinder? Lernen Sie den Unterrichtsstoff mit – das hält geistig fit und die Kinder haben einen kompetenten Ansprechpartner. Wenn Sie Spiele mögen, können Sie Ihre grauen Zellen auch damit auf Trab bringen. Schach, Skat, Sudoku, Mühle oder Dame – spielen Sie das, was Ihnen Freude macht.

Entspannen Sie sich!

Wer sich entspannt, kann sein Leben verlängern. Entspannung hilft dabei, Stress besser zu verkraften. Versetzen Sie sich deshalb so oft wie möglich in einen entspannten Zustand. Sie werden sehen, Sie tanken Kraft und Ihr Geist wird zunehmend ruhiger und gelassener. Und: Sie können sich besser und länger auch auf schwierige Aufgaben konzentrieren.

Sie haben noch nie eine Entspannungsmethode probiert? Ob Yoga, Meditation, autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson – die verschiedenen Techniken können Sie in speziellen Kursen leicht erlernen. Das Gehirn braucht regelmäßige Erholung – und auch ausreichend Schlaf.

© Jupiterimages/Comstock Images
Mit Entspannung können Sie Stress reduzieren.

Es gibt aber auch einfache Übungen, die Sie innerhalb weniger Sekunden oder Minuten und ohne großen Aufwand in einen entspannten Zustand versetzen – jeden Tag, für ein langes, relaxtes Leben.

Entspannungsübungen für jeden Tag

Übung 1

Stehen Sie aufrecht mit leicht gespreizten Beinen. Schütteln Sie jetzt den ganzen Körper, insbesondere Arme und Beine und befreien Sie sich so von allen Belastungen, negativen Gedanken, Ärger und Sorgen. Unterstützen Sie die Schüttelbewegung, indem Sie kräftig und hörbar ausatmen.

Übung 2

Setzen Sie sich auf einen Stuhl, die Füße stellen Sie fest auf den Boden. Die Hände ruhen mit den Handflächen nach oben auf Ihren Oberschenkeln. Atmen Sie tief ein. Während Sie ausatmen, schließen Sie die Augen und denken an die Worte "Lass los". Denken Sie immer wieder an die Worte "Lass los", wenn Sie ausatmen. Innerhalb von 90 Sekunden werden Sie sehr entspannt sein.

Übung 3

Wer im Stress ist, atmet schnell und flach. Wenn Sie etwas tiefer und langsamer atmen, wird der Geist allmählich ruhiger. Die beste Möglichkeit dazu: Verlängern Sie das Ausatmen. Atmen Sie beispielsweise vier Sekunden lang ein und acht Sekunden lang aus. Am besten durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen.

Behalten Sie diese Atemtechnik mindestens zwei bis drei Minuten lang bei. Der Atemtrick hilft in jeder Stress-Situation – auch im Stau, beim Zahnarzt und kurz vor Wutausbrüchen.

Positiv denken

Üben Sie positives Denken. Sobald ein negativer Gedanke kommt, wandeln Sie ihn ins Positive. Dazu ein Beispiel: Sie denken: "Schon wieder ein grauer Tag, der Regen kann einem wirklich die Laune vermiesen." Wandeln Sie den Gedanken positiv um: "Die feuchte Luft tut meiner Haut gut. Und Spaziergänge bei jeder Witterung stärken mein Immunsystem."

Also wetterfeste Kleidung an und raus in die Natur. Sie werden sehen: Bei täglicher Übung kommen die positiven Gedanken bald ganz von alleine.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Buchtipps:

Kursbuch Anti-Aging

Günther H. Jacobi, Hans-Konrad Biesalski und Ute Gola
390 Seiten Thieme 2004

Alle wichtigen Grundlagen: Was ist dran an den Erkenntnissen der Altersmedizin? Welche Therapieangebote haben sich bewährt? Wie werden sie eingesetzt?

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Quellen:

Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Stand: 2010)

Online-Informationen des Deutschen Olympischen Sportbunds: www.richtigfitab50.de (Stand: 2010)

Jacobi, G., Biesalski, H.K., Gola, U., Huber, J., Sommer, F.: Kursbuch Anti-Aging. Thieme, Stuttgart 2005

Letzte inhaltliche Prüfung: 22.01.2010
Letzte Änderung: 15.01.2016