Depotpräparate (Dreimonatsspritze), Hormonimplantat: Hormonimplantat

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. September 2014)

Ein Hormonimplantat ist ein wenige Millimeter dünnes, circa vier Zentimeter langes Kunststoffstäbchen, in dem der Wirkstoff Etonogestrel, ein Gelbkörperhormon (Gestagen), eingebracht ist. Gestagene werden seit langem auch in der Pille eingesetzt.

Der Arzt bringt das Kunststoffstäbchen unter die Haut an der Innenseite des Oberarms ein (sogenannte Implantation). Das Hormonimplantat setzt den Wirkstoff in sehr geringen Dosen in den Organismus frei.

Das Hormonimplantat wirkt, indem es

  • den Eisprung verhindert und
  • den Schleim im Gebärmutterhals so verändert, dass die Wanderung der Spermien behindert wird.

Der Arzt setzt das Hormonimplantat in einem kleinen, kurzen Eingriff unter örtlicher Betäubung ein. Um die Bildung eines Ödems zu verhindern, legt der Arzt über dem Wundpflaster einen Druckverband an, der nach etwa einem Tag entfernt werden kann. Das Hormonimplantat kann jederzeit mithilfe eines genauso kleinen, nur wenige Minuten dauernden Eingriffs wieder entfernt werden. Manche Hormonimplantate enthalten eine gewisse Menge einer Substanz, die das Stäbchen auf einem Röntgenbild sichtbar macht. So lässt sich verhindern, dass das Stäbchen unter Umständen nur schwer auffindbar ist.

Das Bild zeigt eine Frau, die ihren Oberarmmuskel befühlt. © Jupiterimages/BananaStock

Das Hormonimplantat liegt unter der Haut an der Oberarminnenseite.

Damit die hohe Sicherheit der Empfängnisverhütung mit dem Hormonimplantat von Anfang an gegeben ist, ist der korrekte Einlagezeitpunkt sehr wichtig:

  • Wenn zuvor keine hormonelle Verhütung angewendet wurde, wird das Implantat zwischen dem ersten und dem fünften Tag der Monatsblutung (bei Spontanzyklus) eingelegt. Dies gilt auch, wenn zuvor eine Kupferspirale getragen wurde.
  • Wenn zuvor die Pille verwendet wurde, erfolgt die Einlage am besten unmittelbar am Tag nach Einnahme der letzten Pille einer Packung.

Wird das Hormonimplantat zum korrekten Zeitpunkt eingesetzt, bietet es bereits vom ersten Tag an eine sehr hohe Sicherheit bei der Empfängnisverhütung, die bis zu drei Jahre lang bestehen bleibt. Bei Übergewichtigen wirkt das Hormonimplantat in der Regel kürzer als bei Normalgewichtigen.

Nach den drei Jahren hört das Hormonimplantat nicht plötzlich auf zu wirken – die Sicherheit nimmt jedoch allmählich ab. Deshalb sollte das Stäbchen spätestens nach drei Jahren entfernt und durch ein neues ersetzt oder eine andere Verhütungsmethode gewählt werden.

Das Hormonimplantat darf auch während der Stillzeit angewendet werden.

Nebenwirkungen

Die möglichen Nebenwirkungen entsprechen im Wesentlichen denen der normalen Pille:

  • Es kann zu unregelmäßigen Blutungen bis zum Ausbleiben der Periode und/oder Schmierblutungen kommen.
  • Bei einigen Frauen wurden Gewichtszunahmen beobachtet, die sich aber im Rahmen der bei den sonstigen Pillen beobachteten hielten.
  • Spannungsgefühl in der Brust
  • Akne
  • Kopfschmerzen
  • Stimmungsveränderungen
  • Abnahme der Libido (sexuelle Lust)
  • Eine erhöhte Thrombosegefahr wurde nicht festgestellt.

Wichtig: Schon einige Tage nach dem Entfernen des Hormonimplantats kann die Frau wieder schwanger werden.

Sicherheit

Der Pearl-Index des Hormonimplantats liegt bei 0 bis 0,08. Diese Art der Verhütung ist daher als ganz besonders sicher anzusehen. Eine absolute Sicherheit gibt es jedoch nie.


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