Metyrapon

Allgemeines

Metyrapon wird in erster Linie als Diagnostikum eingesetzt. Dabei dient es zur Prüfung der Steuerung bei der körpereigenen Produktion von Hormonen. Indem man die Bildung von Glukokortikoiden und Mineralokortikoiden (beispielsweise Aldosteron) in der Nebenniere gewissermaßen "abschaltet", wird die Hirnanhangsdrüse zur Ausschüttung anregender Hormone veranlasst. Unterbleibt diese Ausschüttung, kann damit der Grund für einen Mangel an Glukokortikoiden und Mineralokortikoiden im Körper aufgedeckt werden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Produktion von körpereigenen Glukokortikoiden unterdrücken
  • Produktion von körpereigenem Aldosteron unterdrücken
  • ein Enzym hemmen, das beim Aufbau von Glukokortikoiden und Aldosteron gebraucht wird

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Metyrapon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Metyrapon nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und einer schon bestehenden Funktionsstörung der Nebennierenrinde darf Metyrapon nicht eingesetzt werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff angewendet werden bei
  • Verdacht auf eine Funktionsstörung der Nebennierenrinde, weil er eine solche auslösen oder verstärken kann
  • Patienten mit Leberzirrhose, weil diese Erkrankung die Reaktion auf die Metyrapon-Gabe verzögert
  • Schilddrüsenunterfunktion, weil diese Erkrankung den Anstieg der körpereigenen Glukokortikoide und Mineralokortikoide im Urin verzögert oder ganz ausbleiben lässt
  • Patienten, bei denen nicht die Hirnanhangsdrüse, sondern beispielsweise Krebsgewebe das überschüssige adrenocorticotrope Hormon bildet, weil diese bei Gabe von Metyrapon ein hohes Risiko von Infektionen mit seltenen Keimen haben.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es gibt keine oder nur begrenzte Studien zur Anwendung von Metyrapon bei schwangeren Frauen. Die Anwendung des Wirkstoffs zu Testzwecken oder zur Therapie des von der Hirnanhangsdrüse verursachten Cushing-Syndroms wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen, sofern der Arzt dies für nicht absolut erforderlich hält (in diesem Fall wird er den Blutdruck überwachen, beziehungsweise einen Bluthochdruck behandeln). Gebärfähige Frauen, die keine Empfängnisverhütung anwenden, sollten ebenfalls kein Metyrapon erhalten.

Es ist nicht bekannt, ob Metyrapon in die Muttermilch übertritt. Ein Risiko für Neugeborene/Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden, daher ist bei der Behandlung mit dem Wirkstoff vom Stillen abzusehen.

Bei Tieren verursacht Metyrapon erwiesenermaßen unerwünschte Wirkungen auf die Spermienbildung beim Männchen und die Reifung des Gelbkörpers beim Weibchen. Es wurden jedoch keine formellen Studien zur Fruchtbarkeit durchgeführt. Möglicherweise wird diese durch die Gabe des Wirkstoffs beim Menschen eingeschränkt.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Es gibt nur wenig Studien zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen. Wie die Fallberichte gezeigt haben, gibt es für die Behandlung des Cushing-Syndroms bei Kindern und Jugendlichen keine speziellen Dosierungsempfehlungen. Die Dosierung muss vom Arzt abhängig von der jeweiligen Konzantration an Kortison im Blut und von der Verträglichkeit individuell angepasst werden.

Welche Nebenwirkungen kann Metyrapon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Metyrapon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, Benommenheit, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck, Übelkeit und Erbrechen.

Seltene Nebenwirkungen:
Funktionsstörung der Nebenniere, Bauchschmerzen, Überbehaarung, allergische Hautentzündung.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Funktionsstörung des Knochenmarks, Bluthochdruck, Haarausfall.

Besonderheiten:
Die Behandlung mit Metyrapon führt zu einem raschen Absinken der Konzentration an natürlichem Kortison und Adrenalin. Damit verbunden treten Schwäche, Müdigkeit, Appetitverlust, Übelkeit und Erbrechen, Blutdruckabfall, Kalium-Überschuss und Natriummangel im Blut sowie Unterzuckerung auf. Dies bedingt eine sorgfältige Überwachung der Patienten durch den Arzt.

Bei einer Langzeitbehandlung mit dem Wirkstoff kann infolge übermäßiger Kortisol-Ausscheidung ein Bluthochdruck auftreten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Metyrapon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Nicht alle Wechselwirkungen von Metyrapon sind bekannt. Daher wird der Arzt zu Beginn sowie beim Ende einer Therapie mit anderen Wirkstoffen allgemein sehr vorsichtig sein.

Im Zusammenhang mit der Anwendung zu Testzwecken können folgende Substanzen das Ergebnis verfälschen:Wenn die Behandlung mit diesen Wirkstoffen nicht abgesetzt werden kann, wird der Arzt die Notwendigkeit des Metyrapon-Tests überprüfen.

Metyrapon kann die Schädlichkeit des Schmerzmittels Paracetamol für die Leber sehr steigern.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Anwendung des Medikaments kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
  • Das Medikament darf nur von erfahrenen Ärzten und in Spezialkliniken eingesetzt werden.
  • Das Medikament sollte mit Milch oder nach dem Essen eingenommen werden, um Übelkeit oder Erbrechen möglichst zu vermeiden.
  • Das Medikament kann zu Schwindel und Benommenheit führen. Die Patienten sollten nicht autofahren und keine Maschinen bedienen, bis diese Wirkungen abgeklungen sind.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Metyrapon?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Metyrapon enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Metyrapon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Metyrapon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Metyrapon gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Metyrapon

Metyrapon wird in erster Linie als Diagnostikum eingesetzt. Dabei dient es zur Prüfung der Steuerung bei der körpereigenen Produktion von Hormonen. Indem man die Bildung von Glukokortikoiden und Mineralokortikoiden (beispielsweise Aldosteron) in der Nebenniere gewissermaßen "abschaltet", wird die Hirnanhangsdrüse zur Ausschüttung anregender Hormone veranlasst. Unterbleibt diese Ausschüttung, kann damit der Grund für einen Mangel an Glukokortikoiden und Mineralokortikoiden im Körper aufgedeckt werden.

Therapeutisch wird der Wirkstoff aber auch bei Zuständen eingesetzt, die mit einer Überproduktion von Glukokortikoiden und Mineralokortikoiden verbunden sind. Dies ist der Fall beim Cushing-Syndrom oder bei Hyperaldosteronismus. Allerdings wird Metyrapon nur eingesetzt, wenn andere Therapieversuche fehlgeschlagen sind.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Metyrapon sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Metyrapon

    Metyrapon ist ein Hemmstoff, der im Körper ein Enzym blockiert, das beim Aufbau von Hormonen eine wichtige Rolle spielt. So hemmt Metyrapon in der Nebennierenrinde die Bildung von Glukokortikoiden und Mineralokortikoiden wie Aldosteron (letztere sind an der Regulierung des Wasserhaushaltes im Körper beteiligt).

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.