ZYTIGA 250mg Tabletten

Hersteller: JANSSEN-CILAG GmbH
Wirkstoff: Abirateron
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

ZYTIGA 250mg Tabletten enthält den Wirkstoff Abirateron. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von ZYTIGA 250mg Tabletten.

Abirateron wir zusammen mit den Glukokortikoiden Prednison oder Prednisolon zur Behandlung von Prostatakrebs bei erwachsenen Männern eingesetzt. Dieser Krebs muss allerdings schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet haben und trotz Entfernung der Hoden und einer Behandlung mit dem Zytostatikum Docetaxel weiterwachsen.

Die Kombination mit den Glukokortikoiden ist meist nötig, um Nebenwirkungen von Abirateron abzuschwächen. Der Wirkstoff verstärkt nämlich die Ausschüttung eines Hormons der Nebenniere (ACTH), das den Wasserhaushalt des Körpers regelt. Es kommt dadurch zu Wasseransammlungen im Gewebe (Ödemen), Bluthochdruck und Kaliummangel im Blut.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Abirateron sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Antiandrogene, Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Abirateron gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Prostatakrebs, der schon Tochtergeschwulste gebildet hat und trotz Hodenentfernung und einer Behandlung mit Docetaxel weiterwächst - in Kombination mit Prednison oder Prednisolon

Dosierung

Die empfohlene Dosis beträgt vier Tabletten als tägliche Einmalgabe. Sie dürfen nicht zusammen mit Nahrungsmitteln eingenommen werden, weil dies Wirkung und vor allem Nebenwirkungen des Präparates verstärkt. Das Präparat ist daher mindestens zwei Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme einzunehmen; nach der Einnahme der Tabletten soll mindestens eine Stunde lang nichts gegessen werden. Schlucken Sie die Tabletten unzerteilt mit Wasser.

Das Medikament wird mit niedrig dosiertem "Kortison" (Prednison oder Prednisolon) kombiniert, von denen die empfohlene Dosis 10 Milligramm täglich beträgt.

Im Falle einer versäumten Tagesdosis des Medikaments, von Prednison oder Prednisolon soll die Behandlung am folgenden Tag mit der üblichen Tagesdosierung fortgeführt werden.

Der Arzt wird die Leberwerte (Transaminasen) vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei Monaten der Behandlung alle zwei Wochen und anschließend einmal im Monat kontrollieren. Blutdruck, Kaliumgehalt des Blutes und der Flüssigkeitshaushalt des Körpers werden einmal im Monat ärztlich überprüft.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Povidon
  • Croscarmellose-Natrium
  • Lactose-Monohydrat
  • Natriumdodecylsulfat

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Harnwegsinfektion, Kaliummangel im Blut, Bluthochdruck, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme).

Häufige Nebenwirkungen:
Fettstoffwechselstörungen (Triglycerid-Überschuss im Blut), Herzmuskelschwäche, Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern, Herzrasen, Leber-Enzym-Werterhöhung (ALAT).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Funktionsstörung der Nebenniere.

Besonderheiten:
Durch die Störung der Nebennierenfunktion kann der Wirkstoff Bluthochdruck, Kaliummangel im Blut und Wasserspeicherung im Gewebe hervorrufen. Die gleichzeitige Gabe eines Glukokortikoids unterdrückt die Ausschüttung des Hypothalamushormons ACTH, wodurch das Auftreten und die Schwere dieser Nebenwirkungen verringert werden. Blutdruck, Kaliumgehalt des Blutes und der Flüssigkeitshaushalt sollen vor der Behandlung und danach mindestens monatlich vom Arzt kontrolliert werden.

In den Studien mit dem Wirkstoff traten manchmal deutlich erhöhte Leber-Enzymwerte auf, die zur Beendigung der Behandlungs oder einer Dosisverringerung zwangen. Entsprechende ärztliche Tests sollen vor Beginn, in den ersten drei Monaten der Behandlung alle zwei Wochen und anschließend einmal im Monat bestimmt werden. Wenn Anzeichen einer Leberfunktionsstörung auftreten, muss besonders der Wert des Enzyms ALAT gemessen werden, damit der Arzt über Abbruch oder Dosisverminderung entscheiden kann. Eine schwere Leberfunktionsstörung verbietet jede weitere Behandlung mit Abirateron.

Wechselwirkungen

Die Gabe zusammen mit Nahrungsmitteln erhöht die Aufnahme von Abirateron in den Körper erheblich, daher darf der Wirkstoff nicht zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Es ist mindestens ein zeitlicher Abstand von zwei Stunden zur letzten Nahrungsaufnahme einzuhalten und nach der Einnahme der Tabletten soll mindestens eine Stunde lang nichts gegessen werden.

Abirateron (plus Prednison) kann die Wirkung anderer Substanzen zum Teil stark steigern. Dazu gehören die Hustenmittel Dextromethorphan und Codein, die Betablocker Metoprolol und Propranolol, die Psychopharmaka Desipramin, Venlafaxin, Haloperidol und Risperidon, die Antiarrhythmika Propafenon und Flecanid und die opioiden Schmerzmittel Oxycodon und Tramadol. In diesen Fällen muss der Arzt die Dosierung derselben gegebenenfalls senken.

Abirateron wird von einem Enzymsystem angebaut, das durch andere Wirkstoffe gehemmt oder begünstigt wird. Je nach dem kann sich seine Wirkung verstärken oder abschwächen. Ersteres ist zusammen mit den Pilzmitteln Ketoconazol, Itraconazol und Voriconazol, den Antibiotika Clarithromycin und Telithromycin, den AIDS-Mitteln Atazanavir, Saquinavir, Ritonavir, Indinavir und Nelfinavir sowie dem Antidepressivum Nefazodon der Fall, letzteres mit den Antiepileptika Phenytoin, Carbamazepin und Phenobarbital sowie den Tuberkulose-Mitteln Rifampicin, Rifabutin und Rifapentin. Die Kombination mit diesen Wirkstoffen sollte daher nach Möglichkeit vermieden oder vom Arzt mit Vorsicht angewendet werden.

Ein Testosteronmangel kann Herzrhythmusstörungen (Verlängerung des QT-Intervalls) nach sich ziehen. Daher wird der Arzt Abirateron mit Substanzen, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern, oder Torsades de pointes hervorrufen können, nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung gleichzeitig verschreiben. Zu diesen Wirkstoffen gehören Antiarrhythmika der Klasse IA (wie Chinidin, Disopyramid) oder Klasse III (wie Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), der Drogen-Ersatzstoff Methadon, das Antibiotikum Moxifloxacin und Neuroleptika.

Besonderheiten:
Bei Patienten, die zuvor wegen eines Prostatakrebs mit dem Pilzmittel Ketoconazol behandelt wurden, ist Abirateron manchmal weniger wirksam.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Abirateron nicht angewendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Abirateron eingesetzt werden bei
  • Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung in der Vorgeschichte. Bluthochdruck oder ein Kaliummangel im Blut muss vor der Behandlung bereits korrigiert werden
  • schwerer oder schlecht behandelbarer Angina pectoris, kürzlich aufgetretenem Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen, da diese durch einen Blutdruckanstieg, einen Kaliummangel im Blut oder Flüssigkeitsansammlungen sowie einen Testosteron-Entzug verschlechtert werden können
  • schwerer Nierenfunktionsstörung
  • einer nachgewiesenen Leberentzündung oder Anzeichen derselben
  • Funktionsstörungen der Nebennierenrinde, wenn die Kombinationstherapie mit Prednison oder Prednisolon beendet wird. Es kann nämlich zu einem Überschuss an Hormonen kommen, die den Wasserhaushalt des Körpers regeln und damit zu Wasseransammlungen im Gewebe (Ödemen)
  • ungewohntem Stress, weil dieser bei Kombination mit Prednison oder Prednisolon eine erhöhte Dosis dieser Glukokortikoide erfordern kann
  • verminderter Knochendichte, weil diese durch den Wirkstoff und die Gabe von Glukokortikoiden noch verstärkt werden kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff ist nicht zur Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter bestimmt. Daher entfallen Behandlungseinschränkungen für Schwangerschaft und Stillzeit.

Es ist nicht bekannt, ob Abirateron oder seine Stoffwechselprodukte im Sperma vorhanden sind. Ein Kondom ist erforderlich, wenn der Patient mit einer schwangeren Frau sexuell aktiv ist. Hat der Patient Geschlechtsverkehr mit einer Frau im gebärfähigen Alter, ist sowohl ein Kondom als auch eine andere zuverlässige Verhütungsmethode ("Pille", Diaphragma) erforderlich.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Abirateron hat bei Kindern und Jugendlichen keinen Nutzen, da Prostatakrebs in dieser Altersgruppe nicht vorkommt.

Warnhinweise

  • Zwei Stunden vor und eine Stunde nach der Einnahme des Medikaments darf nichts gegessen werden.
  • Die Leberwerte (Transaminasen) sind vor Beginn der Behandlung, in den ersten drei Monaten alle zwei Wochen und anschließend einmal im Monat ärztlich zu kontrollieren.
  • Blutdruck, Kaliumgehalt des Blutes und Flüssigkeitshaushalt sollen während der Behandlung einmal im Monat ärztlich kontrolliert werden.
  • Behandelte Männer müssen beim Geschlechtsverkehr Kondome benutzen, eine Schwangerschaft der Frau muss zudem durch zusätzliche Verhütungsmittel verhindert werden.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Das Medikament enthält mehr als 27,2 Milligramm Natrium pro Dosis von vier Tabletten, was bei einer natriumarmen Diät zu berücksichtigen ist.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 30 Grad gelagert werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
120 Stück Tabletten
223,16 Milligramm Abirateron

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über ZYTIGA 250mg Tabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Abirateron (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.