Terfenadin AL 60

Hersteller: ALIUD Pharma GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Terfenadin
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Terfenadin AL 60 enthält den Wirkstoff Terfenadin.

Terfenadin wird angewendet bei allergischen Entzündungen der Nasenschleimhaut (Rhinitis), die umgangssprachlich als Heuschnupfen bekannt sind. Auch die damit verbundenen Beschwerden am Auge (Bindehautentzündung) können durch Terfenadin behandelt werden. Bei allergischen Hautreaktionen, wie Ekzemen, Nesselsucht (Urtikaria) oder Neurodermitis kommt der Wirkstoff ebenfalls zum Einsatz.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Terfenadin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen H1-Antihistaminika, Antiallergika, zu welcher der Wirkstoff Terfenadin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Linderung der Symptome des allergischen Schnupfens
  • Linderung der Symptome der allergischen Bindehautentzündung
  • Linderung der Symptome von allergischen Hautreaktionen

Dosierung

Erwachsene und Kinder über zwölf Jahren mit einem Körpergewicht über 50 Kilogramm nehmen zur Behandlung der allergischen Rhinitis und allergischen Bindehautentzündung täglich eine Tablette ein. Falls erforderlich kann die Dosierung auf zwei Tabletten täglich gesteigert werden.

Erwachsene und Kinder über zwölf Jahren mit einem Körpergewicht über 50 Kilogramm nehmen zur Therapie allergischer Hauterscheinungen zweimal täglich je eine Tablette ein oder alternativ morgens zwei Tabletten.

Bei deutlich eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 40 Milliliter pro Minute) ist eine Dosisverringerung um die Hälfte ratsam.

Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Magnesiumstearat
  • Maisstärke
  • Gelatine
  • Lactose 1 H2O
  • Natriumhydrogencarbonat

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen ohne Angaben von Häufigkeiten:
allergische Reaktionen; Hautschwellungen; Schleimhautschwellungen; Bronchienverkrampfung; Juckreiz; Hautrötung; Nesselsucht; Lichtempfindlichkeit; Haarausfall; Dünnerwerden des Haars;
Müdigkeit; Benommenheit; Schwindel; Kopfschmerzen; Schwitzen; Zittern; Verwirrtheit; Schlaflosigkeit; Depression; Alpträume; Sehstörungen; Missempfindungen; Mundtrockenheit; Nasentrockenheit; Magen-Darm-Beschwerden; Gelbsucht; Leberentzündung; Menstruationsbeschwerden; Milchfluss; Harndrangvermehrung; Muskelschmerzen; Gliederschmerzen; Gallestau (Cholestase); Blutbildveränderungen (Thrombozytopenie); Leberwerteerhöhung (Transaminasen).


Besonderes:
Die seltenen aber schwerwiegendsten Nebenwirkungen betreffen Herzrhythmusstörungen und die Erregungsleitung am Herzen. Hier kann es zu Herzstolpern, Herzrasen, Kammerflimmern und Herzstillstand kommen. Als Folge davon kann es zu Blutdruckerniedrigung, Schwindel und Krampfanfällen kommen.

Wechselwirkungen

Alle im Folgenden genannten Medikamente dürfen nicht gleichzeitig mit Terfenadin eingenommen werden. Diese Mittel sind also kontraindiziert.
  • Mit folgenden Medikamenten, gleichzeitig mit Terfenadin eingenommen, können Erregungsleitungsstörungen am Herzen mit teilweise schwersten Herzrhythmusstörungen auftreten: Makrolidantibiotika (wie Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin und Troleandomycin), antidepressiv wirkende selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (wie Fluvoxamin, Fluoxetin, Nefazodon, Paroxetin, Citalopram), Azol-Abkömmlinge gegen Pilzinfektionen (wie Ketoconazol, Miconazol, Itraconazol), bei HIV-Infektionen eingesetzte Protease-Inhibitoren (wie Indinavir, Ritonavir, Saquinavir, Nelfinavir) sowie Mibefradil-Dihydrochlorid (ein Calciumkanalblocker) und Zileuton (Asthmamittel). Die Ursache dafür ist, dass die genannten Arzneimittel den Abbau von Terfenadin in der Leber hemmen und die Terfenadinmenge im Körper so auf gefährliche Konzentrationen ansteigt.
  • Andere Arzneimittel, die auch Herzrhythmusstörungen bewirken können, dürfen ebenfalls nicht gleichzeitig mit Terfenadin eingenommen werden. Dies können sein: H1-Antihistaminika, Antiarrhythmika, besonders der Klassen I oder III, Antibiotika (wie Trimethoprim oder Sparfloxacin), das Antimalariamittel Halofantrin, das gegen Protozoen wirksame Pentamidin, tri- und tetrazyklische Antidepressiva, Lithium (gegen Depressionen), Neuroleptika (Psychopharmaka), Cisaprid (gegen Erbrechen und Übelkeit), Bepridil (gegen Angina Pectoris) und Probucol (senkt Blutfettwerte).
  • Arzneimittel, die in den Mineralhaushalt eingreifen und über Kalium- oder Magnesiumverluste ebenfalls zu Erregungsleitungsstörungen führen können, dürfen nicht mit Terfenadin kombiniert werden. Zu diesen gehören: Diuretika ("Wassertabletten"), Abführmittel und Glukokortikoide in hoher Dosierung.
  • Generell müssen alle Arzneimittel, besonders neu auf den Markt kommende, überprüft werden, ob sie die terfenadinabbauenden Vorgänge in der Leber hemmen, ob sie Herzrhythmusstörungen oder Mineralstoffverluste bewirken können. Ist dies der Fall, darf keine Kombination mit Terfenadin erfolgen.
  • Während der Anwendung von Terfenadin darf kein Grapefruitsaft getrunken werden, da dieser ebenfalls den Abbau von Terfenadin hemmt und zu den beschriebenen Herzstörungen führen kann.
  • Das Antiepileptikum Cabamazepin wird durch Terfenadin in seiner Konzentration und Wirkung erhöht. Es kann verstärkt zu Nebenwirkungen kommen. Der gleichzeitige Genuss von Alkohol kann unter Umständen zur Ermüdung führen.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Terfenadin darf das Arzneimittel nicht angewendet werden.

Patienten mit einer schweren Leberfunktionsstörung (Gelbsucht, Leberentzündung, Leberzirrhose) dürfen Terfenadin nicht anwenden. Dasselbe gilt für Patienten, die bestimmte Pilzmittel (Azol-Abkömmlinge) oder bestimmte Antibiotika (Makrolidantibiotika wie Erythromycin) einnehmen oder auf der Haut anwenden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Mibefradil-Dihydrochlorid (ein Calciumkanalblocker) oder mit anderen Arzneimitteln, die den Abbau von Terfenadin in der Leber hemmen, ist der Einsatz von Terfenadin nicht erlaubt. Auch die Kombination mit Arzneimitteln, die Einfluss auf den Herzrhythmus haben (wie Antiarrhythmika der Klassen I oder III) ist aufgrund von möglichen Herzwirkungen des Terfenadins nicht erlaubt.

Patienten mit Herzerkrankungen, wie bestimmte Erregungsleitungsstörungen (QT-Verlängerung), Herzrhythmusstörungen, Herzfrequenzabfall (Bradykardie) oder mit einer verminderten Konzentration von Kalium oder Magnesium im Blut (Hypokaliämie, Hypomagnesiämie) dürfen Terfenadin nicht einnehmen. Wenn Arzneimittel eingenommen werden oder Krankheiten (wie Erbrechen oder Durchfall) vorliegen, die Mineralstoffstörungen bewirken können, darf Terfenadin ebenfalls nicht angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Terfenadin sollte in der Schwangerschaft und Stillzeit nach Möglichkeit nicht angewendet werden. Bisher liegen allerdings im Tierversuch keine Hinweise auf eine Schädigung des Ungeborenen vor.

Auch die Anwendung in der Stillzeit sollte unterbleiben. Der Stoff Fexofenadin, zu dem Terfenadin im Körper umgewandelt wird, geht in die Muttermilch über.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter drei Jahren dürfen Terfenadin nicht anwenden. Ältere Kinder erhalten eine an Alter und Körpergewicht angepasste Dosierung.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden.
  • Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden.
  • Während der Behandlung mit Terfenadin dürfen keine Grapefruits oder Grapefruitsaft konsumiert werden.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament ist Alkohol zu meiden, da er Ermüdungserscheinungen verstärken kann.
  • Zusätzliche Antihistaminika dürfen nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.
  • Die Substanz ist in den USA aufgrund schwerer Herzrhythmusstörungen vom Markt genommen worden.
  • Die Dosierung darf nur nach Absprache mit dem Arzt gesteigert werden.
  • Das Medikament sollte nicht verwendet werden bei einer Galaktose-Überempfindlichkeit, Lactase-Mangel oder einer Glukose-Galaktose- Aufnahmestörung.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tablette)
20 Stück Tabletten
60 Milligramm Terfenadin
50 Stück Tabletten
60 Milligramm Terfenadin
100 Stück Tabletten
60 Milligramm Terfenadin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Terfenadin AL 60 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Terfenadin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.