Kymriah 1,2 × 106 bis 6 × 108 Zellen Infusionsdispersion

Hersteller: Novartis Pharma GmbH
Wirkstoff: Tisagenlecleucel
Rezeptpflichtig

Wirkung

Kymriah 1,2 × 106 bis 6 × 108 Zellen Infusionsdispersion enthält den Wirkstoff Tisagenlecleucel. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Kymriah 1,2 × 106 bis 6 × 108 Zellen Infusionsdispersion.

Tisagenlecleucel wird bei Blutkrebs eingesetzt.

Speziell dient es der Behandlung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter bis zu 25 Jahren mit bisher nicht behandelbaren Formen der B-Zell-Leukämie oder Blutkrebs, der selbst nach Knochenmarktransplantation wieder auftrat.

Bei erwachsenen Patienten wird Tisagenlecleucel auch bei Krebs der Lymphzellen (diffus großzelliges B-Zell-Lymphom) eingesetzt, wenn zwei oder mehr Versuche einer Therapie mit anderen Zytostatika erfolglos waren.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tisagenlecleucel sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Tisagenlecleucel gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • nicht behandelbare oder wieder aufgeflammte spezielle Blutkrebs-Form (akute lymphatische B-Zell-Leukämie) bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter bis zu 25 Jahren
  • nicht behandelbare oder nach zwei anderen Therapien wieder aufgeflammter Krebs der Lymphzellen (diffus großzelliges B-Zell-Lymphom) bei Erwachsenen

Dosierung

Das Medikament muss an einem darauf spezialisierten Behandlungszentrum angewendet werden. Die Therapie sollte unter der Leitung und Aufsicht von medizinischem Fachpersonal begonnen und überwacht werden, das Erfahrung in der Behandlung von Blutkrebs besitzt und für die Anwendung des Medikaments und den Umgang mit den damit behandelten Patienten geschult ist.

Für den Fall, dass ein Zytokin-Freisetzungssyndrom auftritt, müssen vorbereitend zur Infusion mindestens vier Dosen des monoklonalen Antikörpers Tocilizumab verfügbar sein.

Vor der Infusion des Medikaments wird eine Chemotherapie zur Verminderung der Lymphzellenzahl vorgenommen, wenn die Anzahl der weißen Blutzellen eine Woche vor der Infusion bei über 1.000 Zellen pro Mikroliter Blut liegt. Die eigentliche Anwendung des Medikaments erfolgt dann zwei bis 14 Tage später.

Die Dosierung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit akuter lymphatischer B-Zell-Leukämie liegt für Patienten mit einem Körpergewicht von bis zu 50 Kilogramm bei 0,2 bis 5 × 106 T-Zellen/Kilogramm Körpergewicht, bei Patienten mit einem Körpergewicht über 50 Kilogramm bei 0,1 bis 2,5 × 108 Zellen (unabhängig vom Körpergewicht).

Erwachsene Patienten mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom erhalten unabhängig vom Körpergewicht 0,6 bis 6 × 108
T-Zellen.

Die Anwendung des Medikaments erfolgt über 30 Minuten als Infusion in eine Vene.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Natriumchlorid
  • Aluminium
  • Dextran 40 zur Injektion
  • Dimethylsulfoxid
  • Glucose
  • Humanalbumin-Lösung
  • Kaliumchlorid
  • Magnesiumchlorid
  • Natrium-N-Acetyltryptophanat
  • Natriumacetat
  • Natriumcaprylat
  • Natriumgluconat
  • Wasser für Injektionszwecke

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Infektionen (mit Viren, Bakterien oder Pilzen), Mangel an verschiedenen Blutzellen (Weiße Blutkörperchen, Lymphzellen, Blutplättchen), Blutarmut, Zytokin-Freisetzungssyndrom, Mangel an Gammaglobulin im Blut, verminderter Appetit, Mangel an Mineralien im Blut (Magnesium, Kalium, Phosphat, Calcium), Magel an Albumin-Eiweiß im Blut, Blutzucker-Überschuss, Überschuss an Harnstoff im Blut, Delirium, Angst, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Hirnleistungsstörungen, Schwindel, Herzrasen, niedriger Blutdruck, Bluthochdruck, Husten, mangelnde Sauerstoffversorgung des Gewebes, Atembeschwerden, Wasseransammlung in der Lunge, Brustfellerguss, schnelle Atmung, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Bauchschmerzen, Ausschlag, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, akute Nierenschädigung, Fieber, Müdigkeit, Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme), Schmerzen, Schüttelfrost, veränderte Blutwerte, erhöhte Leberwerte (ASAT, ALAT), mehr Bilirubin im Blut, Blutungsneigung, Gewichtsverlust

Häufige Nebenwirkungen:
vereinzelte Blutgerinnung in den Gefäßen, Gerinnungsstörungen, Hämophagozytische Lymphohistiozytose, Abstoßungsreaktionen im Gewebe, zu große Blutmenge, zu viel Magnesium oder Phosphat im Blut, Mangel an Natrium im Blut, massenhafte Freisetzung abgestorbener Krebszellen, Zittern, Nervenstörungen in Armen und Beinen, Sprachstörungen, Krampfanfälle, Gehirnblutung, Nervenschnerzen, Durchblutungsstörungen des Gehirns mit Absterben des Gewebes, Herzversagen, Herzrhythmusstörungen, Herzstillstand, Austritt von Blutwasser in das Gewebe, Hitzewallungen, Nasenbluten, Wasser in der Lunge, trockener Mund, Mundblutungen, Schleimhautentzündung im Mund, Blähungen, Wasserbauch, Anstieg des Gewebedrucks im Bauch, zu viel Bilirubin im Blut, Juckreiz, Hautrötung, Nachtschweiß, Unterhautblutungen, vermehrtes Schwitzen, Schwäche, Grippe-ähnliche Beschwerden, Versagen mehrerer Organe, Blutungen durch Mangel an Gerinnungsfaktoren (Fibrin, Thromboplastin), erhöhte alkalische Phosphatase im Blut

Besonderheiten:
Das Zytokin-Freisetzungssyndrom kann auch tödlich oder lebensbedrohlich verlaufen. In nahezu allen Fällen tritt es zwischen einem und zehn Tagen nach der Infusion auf und dauert im Mittel sieben Tage. Anzeichen des Zytokin-Freisetzungssyndroms sind unter anderem hohes Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Schwitzen, Ausschlag, Essensverweigerung, Müdigkeit, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck, Hirnleistungsstörungen (auch Verwirrtheit und Delirium), Atembeschwerden, Hecheln und ungenügende Sauerstoffversorgung im Gewebe. Zusätzlich kann es zu vorübergehender Herzmuskelschwäche und Herzrhythmusstörungen kommen.

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Wirkstoffen, von denen bekannt ist, dass sie die Funktion von T-Zellen hemmen oder fördern, wurde nicht untersucht und wird daher vom Arzt möglichst vermieden. Die Gabe niedrig dosierter Glukokortikoide im Rahmen der Behandlung eines Zytokin-Freisetzungssyndroms beeinflusst die Wirkung von Tisagenlecleucel nicht.

Die Sicherheit einer Immunisierung mit Lebendimpfstoffen während oder nach einer Behandlung mit Tisagenlecleucel wurde nicht untersucht. Es wird empfohlen, eine Lebendimpfstoff-Impfung mindestens sechs Wochen vor Beginn der Therapie (und schon vor der ersten Gabe von Zytostatika zur Vorbehandlung), während der Behandlung und bis zur Erholung der körpereigenen Abwehr nach der Behandlung mit Tisagenlecleucel zu vermeiden.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und akutem Mangel an Lymphzellen darf Tisagenlecleucel nicht eingesetzt werden.

Wegen der mit der Behandlung verbundenen Risiken wird der Arzt mit der Anwendung warten, wenn für einen Patienten eine der folgenden Bedingungen zutrifft:
  • Noch andauernde, schwerwiegende Nebenwirkungen (an Herz und Nieren sowie niedriger Blutdruck) aufgrund vorangegangener Therapien mit Zytostatika
  • aktive unkontrollierte Infektion
  • aktive Immunreaktion gegen Körpergewebe
  • deutliche Verschlechterung des Blutbildes oder des Lymphdrüsenkrebses nach der Vorbehandlung mit Zytostatika zur Lymphzellen-Verminderung.
Mit Tisagenlecleucel behandelte Patienten dürfen kein Blut und keine Organe, Gewebe oder Zellen für Transplantationen spenden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung wird der Arzt den Wirkstoff bei Patienten einsetzen, deren Gehirn von der Blutkrebs-Form betroffen ist. Es gibt dazu bisher zu wenig Erfahrungen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine Erfahrungen mit der Anwendung von Tisagenlecleucel in der Schwangerschaft. Weil es jedoch die gleichen Risiken mit sich bringt wie andere Zytostatika, soll es in dieser Zeit nicht eingesetzt werden. Frauen, die mit dem Wirkstoff behandelt werden, müssen sich vorher einem Schwangerschaftstest unterziehen und während der Therapie eine sichere Verhütungsmethode benutzen.

Es ist nicht bekannt, ob Tisagenlecleucel in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für den gestillten Säugling kann daher nicht ausgeschlossen werden. Ob die Möglichkeit zum Stillen besteht, sollte die Patientin mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff ist für die Behandlung von Kindern mit der speziellen Blutkrebs-Form akute lymphatische B-Zell-Leukämie zugelassen.

Warnhinweise

  • In den ersten acht Wochen nach der Anwendung des Medikaments sind Autofahren und das Bedienen von Maschinen aufgrund möglicher Nebenwirkungen gefährlich.
  • Das Medikament darf nur in einem spezialisierten Behandlungszentrum unter der Kontrolle von Ärzten angewendet werden, welche erfahrenen in der Therapie von Blutkrebserkrankungen sind.
  • Während der Therapie müssen Frauen eine sichere Verhütungsmethode anwenden.
  • Das Medikament muss bei Tieftemperatur (-120 Grad) gelagert und transportiert werden.
  • Nach dem Auftauen muss das Medikament bei Raumtemperatur innerhalb von 30 Minuten vollständig in die Vene gegeben werden.
  • Das Medikament darf nicht mit anderen gemischt werden.
  • Das Medikament enthält 2,43 Milligramm Natrium pro Milliliter und 24,3 bis 121,5 Milligramm Natrium pro Dosis.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Kymriah 1,2 × 106 bis 6 × 108 Zellen Infusionsdispersion sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Tisagenlecleucel (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.