KANTOS NEXThaler 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm/ -200 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Dosis Pulver zur Inhalation

Hersteller: Chinosolfabrik
Wirkstoffkombination: Beclometason + Formoterol
Darreichnungsform: Pulver-Inhalator
Rezeptpflichtig

Wirkung

KANTOS NEXThaler 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm/ -200 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Dosis Pulver zur Inhalation enthält die Wirkstoffkombination Beclometason + Formoterol. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von KANTOS NEXThaler 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm/ -200 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Dosis Pulver zur Inhalation.

Die Kombination Beclomethason + Formoterol kann immer dann verwendet werden, wenn zur Behandlung von Asthma eine Kombination aus einem Glukokortikoid und einem Beta-2-Sympathomimetikum nötig ist. Dies ist der Fall, wenn mit einem Wirkstoff allein die Anfälle nicht beherrscht werden können oder Einzelwirkstoffe ersetzt werden sollen, um die Therapie zu erleichtern.

Da sowohl Beclomethason wie auch Formoterol nicht schlagartig wirken, ist die Kombination nicht für die Akutbehandlung von Asthma-Anfällen einzusetzen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Beclometason + Formoterol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Beta-2-Sympathomimetika, Entzündungshemmer, Antiasthmatika, zu welchen die Wirkstoffkombination Beclometason + Formoterol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Asthma bei Erwachsenen, die mit der bedarfsweisen Inhalation von Kortison und kurzwirksamen Beta-2-Sympathomemetika nicht beschwerdefrei sind
  • Asthma bei Erwachsenen, denen getrennt inhaliertes Kortison und langwirksame Beta-2-Sympathomemetika gut helfen
  • schwere COPD mit Verschlimmerungen, die trotz regelmäßiger Therapie mit langwirksamen Asthmamitteln erhebliche Beschwerden verursacht

Dosierung

Asthma wird mit einer Dauertherapie von zweimal täglich einer bis zwei Inhalationen (morgens und abends) behandelt. Die maximale Tagesdosis beträgt vier Inhalationen.

Bei Patienten mit nicht vollständig unterdrücktem Asthma und Bedarf an Notfallmedikation oder mit besonders schlimmen Anfällen, die ärztlicher Behandlung bedurften, kann das Medikament sowohl als Dauertherapie als auch zwischendurch bei erhöhtem Bedarf angewendet werden. Hier beträgt die Tageshöchstdosis acht Inhalationen.

COPD wird mit zweimal täglich zwei Inhalationen behandelt.

Zur Anwendung entfernen Sie die Schutzkappe vom Mundstück und atmen so langsam und tief wie möglich aus. Halten Sie das Druckbehältnis unabhängig von der eigenen Körperposition senkrecht mit dem Behälterboden nach oben und umschließen das Mundstück mit den Lippen. Atmen Sie langsam und tief durch den Mund ein. Drücken Sie währenddessen auf den oberen Teil des Inhalators, um einen Aerosolstoß freizusetzen. Halten Sie sodann den Atem so lange wie möglich an, nehmen anschließend den Inhalator aus dem Mund und atmen langsam aus. Falls ein weiterer Aerosolstoß inhaliert werden soll, halten Sie den Inhalator etwa eine halbe Minute aufrecht und wiederholen den Vorgang.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Ethanol
  • Norfluran
  • Salzsäure

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Rachenentzündung, Kopfschmerzen, Sprechstörungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Grippe, Pilzinfektionen im Mund, Pilzinfektionen in Rachen- und Speiseröhre, Pilzinfektionen der Scheide, Magen-Darm-Entzündung, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Blutbildveränderungen (Mangel an Granulozyten, Erhöhung der Blutplättchenzahl), allergische Hautentzündung, Kaliummangel im Blut, Blutzuckererhöhung, Ruhelosigkeit, Zittern, Schwindel, Mittelohrentzündung (auch die Ohrtrompete ist betroffen), Herzklopfen, EKG-Veränderungen (Verlängerung des QTc-Intervalls, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen), Hautrötung, Gesichtsrötung, Husten (auch mit Auswurf), Rachenreizung, Asthma-Anfall, Durchfall, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Schluckstörung, Brennen der Lippen, Übelkeit, Geschmacksstörung, Juckreiz, Ausschlag, übermäßiges Schwitzen, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Veränderung von Laborwerten (Erhöhung von C-reaktivem Protein, Erhöhung der freien Fettsäuren, Insulin und von Ketonkörpern im Blut).

Seltene Nebenwirkungen:
Herzrhythmusstörungen (von den Herzkammern ausgehend), Angina pectoris, Bronchialkrämpfe, Nesselsucht, Gesichtsschwellungen, Nierenentzündung, Blutdruckveränderungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Blutplättchenmangel, Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Rötung und Schwellung an Lippen, Gesicht, Augen und Rachen), Funktionsverlust der Nebennierenrinde, Verhaltensauffälligkeiten, Schlafstörungen, Halluzinationen, grüner Star, grauer Star, Vorhofflimmern, Atemnot, Asthma-Verschlimmerung, Wachstumsverzögerungen bei Kindern und Jugendlichen, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, Abnahme der Knochendichte.

Besonderheiten:
Um das Risiko einer Infektion der Mund- und Rachenschleimhaut mit Hefepilzen zu vermindern, sollte der Patient nach jeder Inhalation den Mund mit Wasser ausspülen, mit Wasser gurgeln oder die Zähne putzen.

Wechselwirkungen

Die Anwendung von Beta-Blockern (auch als Augentropfen) sollte bei Asthma-Patienten vermieden werden. Hält der Arzt die Anwendung von Beta-Blockern für zwingend erforderlich, so ist mit der Abschwächung oder Hemmung der Wirkung von Formoterol zu rechnen.

Andererseits kann die gleichzeitige Anwendung von anderen Wirkstoffen mit anregender Wirkung auf den Sympathicus-Nerv die Wirkung von Formoterol verstärken. Deswegen ist bei gleichzeitiger Verordnung beispielsweise von Theophyllin (gegen Asthma) Vorsicht geboten.

Die gleichzeitige Behandlung mit Antiarrhythmika wie Chinidin, Disopyramid, Procainamid, aber auch mit Psychopharmaka wie den Phenothiazinen, trizyklischen Antidepressiva und MAO-Hemmern sowie mit H1-Antihistaminika kann das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen. Dies gilt besonders für Patienten, die gleichzeitig mit Narkosemitteln behandelt werden, die halogenierte Kohlenwasserstoffe wie Chloroform, Halothan, Enfluran, Isofluran, Sevofluran oder Desfluran enthalten. Zusätzlich können Levodopa (gegen Parkinson-Krankheit), das Schilddrüsenhormon Levothyroxin, der Wehenhemmer Oxytocin und Alkohol die Verträglichkeit von Formoterol für das Herz verschlechtern.

Die gleichzeitige Behandlung mit MAO-Hemmern, einschließlich Wirkstoffen mit ähnlichen Eigenschaften wie Furazolidon und Procarbazin, kann einen Bluthochdruck hervorrufen.

Die gleichzeitige Behandlung mit Xanthinderivaten wie Theophyllin, Sexualhormonen und Glukokortikoiden oder Entwässerungsmitteln kann die Kalium-Ausschwemmung durch Formoterol verstärken. Bei Patienten, die mit Herzglykosiden behandelt werden, kann ein so verursachter Kaliummangel die Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Gegenanzeigen

Die Kombination darf bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Beclomethason oder Formoterol nicht angewendet werden.

Nur mit Vorsicht und unter Kontrolle eines Arztes sollte die Kombination eingesetzt werden bei
  • Herzrhythmusstörungen (insbesondere
    AV-Block III. Grades, beschleunigtem und/oder unregelmäßigem Herzschlag, unnormalem EKG wie Verlängerung des QTc-Intervalls)
  • angeborener Verengung der Hauptschlagader am Herzen
  • Herzwandverdickung mit Funktionseinschränkung des Herzens
  • schwerer Herzkrankheit (insbesondere akuter Herzinfarkt, Erkrankung der Herzkranzgefäße und Herzmuskelschwäche mit Beschwerden in Ruhe)
  • Verschlusskrankheiten von Arterien (insbesondere Arteriosklerose, Bluthochdruck durch Arterienverschlüsse und Aussackungen von Arterien
  • Schilddrüsenvergiftung (Thyreotoxikose)
  • Zuckerkrankheit
  • Tumoren der Nebennierenrinde (Phäochromozytom) sowie Verletzungen, Operationen und Infektionen, weil diese die Funktion der Nebenniere zusätzlich beeinträchtigen
  • unbehandeltem Kaliummangel im Blut
  • aktiver oder ruhender Lungen-Tuberkulose sowie Infektionen der Atemwege mit Pilzen oder Viren.
Hinweise:
Es sollte keine Therapie mit der Kombination begonnen werden, wenn ein akuter schwerer Ausbruch der Krankheit mit häufigen Anfällen besteht oder wenn sich das Asthma deutlich verschlechtert oder akut verschlimmert. Auch ist die Kombination nicht zur Erstbehandlung gedacht.

Weil die Kombination eine Dauerbehandlung ist, sollten die Patienten stets ein kurzwirksames Medikament zur Behandlung einer akuten Asthma-Attacke griffbereit haben.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Kombination sollte während der Schwangerschaft nur dann angewendet werden, wenn der Arzt den erwarteten Nutzen größer einschätzt als das mögliche Risiko. In Tierexperimenten gab es bei hohen Dosen der Kombination Hinweise auf Schädigungen der Ungeborenen. Wegen der wehenhemmenden Wirkung von Formoterol ist eine Anwendung kurz vor der Entbindung vom Arzt besonders sorgfältig abzuwägen. Formoterol ist für die Anwendung während der Schwangerschaft und insbesondere am Ende derselben oder während der Wehen nicht zu empfehlen, es sei denn, es gibt keine andere bewährte und sicherere Behandlung.

Obwohl es keine Tierexperimente dazu gibt, ist zu erwarten, dass Beclometason wie andere Glukokokortikoide in die Muttermilch übergeht. Es ist zwar nicht bekannt, ob Formoterol beim Menschen in die Muttermilch übergeht, es wurde aber in der Milch von säugenden Tieren nachgewiesen. Daher muss auch in der Stillzeit der Arzt entscheiden, ob Nutzen oder Risiko der Anwendung überwiegen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Inhalation von Glukokortikoiden in hohen Dosierungen und über längere Zeit kann zu einer Unterdrückung der Funktion der Nebennierenrinde und bis zum völligen Ausfall der dort angesiedelten Hormon-Produktion führen. Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, niedriger Blutdruck, Bewusstseinseinschränkungen, Unterzuckerung und Krampfanfälle. Kinder unter 16 Jahren, die höhere Dosen von Beclometason inhalieren als empfohlen, sind dem Risiko besonders ausgesetzt.

Warnhinweise

  • Die Anwendung des Medikaments kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
  • Eine Behandlung mit dem Medikament sollte immer mit verminderter Dosierung beendet ("ausgeschlichen") werden.
  • Das Medikament sollte nicht zur erstbehanldung von Asthma eingesetzt werden.
  • Nach der Inhalation sollte der Mund mit Wasser ausgespült werden, um Pilzinfektionen vorzubeugen.
  • Das Medikament ist bei zwei bis acht Grad im Kühlschrank zu lagern.
  • Das Behältnis steht unter Druck. Es darf keinen Temperaturen über 50 Grad ausgesetzt oder durchbohrt werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
120 Einzeldosis Pulver-Inhalator
240 Einzeldosis Pulver-Inhalator
120 Einzeldosis Pulver-Inhalator
240 Einzeldosis Pulver-Inhalator

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über KANTOS NEXThaler 100 Mikrogramm/6 Mikrogramm/ -200 Mikrogramm/6 Mikrogramm pro Dosis Pulver zur Inhalation sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Beclometason + Formoterol (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.