DEXILANT 30mg Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung

Hersteller: TAKEDA PHARMA GmbH
Wirkstoff: Dexlansoprazol
Darreichnungsform: Hartkapsel
Rezeptpflichtig

Wirkung

DEXILANT 30mg Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung enthalten den Wirkstoff Dexlansoprazol.

Dexlansoprazol wird bei Erwachsenen zur Behandlung von Säureschäden in der Speiseröhre (erosive Refluxösophagitis) eingesetzt, die durch aufsteigende überschüssige Magensäure verursacht wird. Es dient aber auch nach Abheilung eines solchen Schadens zur Vorbeugung gegen aufsteigende Magensäure und zur Linderung von Sodbrennen.

Weiter dient Dexlansoprazol der kurzzeitigen Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen bei der Refluxkrankheit, wenn sie noch keine Schleimhautschäden zur Folge hatte (nicht-erosive gastroösophageale
Refluxkrankheit (GERD)).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dexlansoprazol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Protonenpumpenhemmer, Antazida, zu welcher der Wirkstoff Dexlansoprazol gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Speiseröhrenentzündung durch aufsteigende überschüssige Magensäure - zur Behandlung und Vorbeugung nach Abheilung
  • Linderung von Sodbrennen
  • Sodbrennen und saures Aufstoßen bei Magen- und Speiseröhrenentzündung ohne Schleimhautschäden (GERD)

Dosierung

Zur Behandlung der Speiseröhrenentzündung durch Rückfluss aggressiver Magensäure beträgt die empfohlene Dosis zwei Hartkapseln einmal täglich über vier Wochen. Bei Patienten, die innerhalb dieses Zeitraums nicht vollständig geheilt sind, kann die Behandlung mit der gleichen Dosis für weitere vier Wochen fortgesetzt werden.

Ist die Speiseröhrenentzündung abgeheilt und will man Sodbrennen lindern, wird sechs Monate lang mit einmal täglich einer Hartkapsel weiterbehandelt.

Bei Refluxkrankheit ohne Schleimhautschäden (GERD) wird bis zu vier Wochen lang einmal täglich eine Hartkapsel eingenommen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Eisen(II,III)-oxid (E 172)
  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hyprolose
  • Hypromellose
  • Macrogol 8000
  • Maisstärke
  • Sucrose
  • Talkum
  • Titandioxid (E171)
  • Carrageen
  • Drucktinte
  • gereinigtes Wasser
  • Indigocarmin (E132)
  • Kaliumchlorid
  • Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer
  • Polysorbat 80
  • schweres, basisches Magnesiumcarbonat
  • Triethylcitrat

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen
Kopfschmerzen, Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Bauchbeschwerden, Blähungen, Verstopfung.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Knochenbrüche (Hüfte, Handgelenk oder Wirbelsäule), Schlaflosigkeit, Depression, Schwindel, Geschmacksveränderung, Bluthochdruck, Hitzewallungen, Husten, Erbrechen, trockener Mund, auffällige Ergebnisse in Leberfunktionstests, Nesselsucht, Juckreiz, Hautausschlag, Schwäche, Veränderungen des Appetits.

Selten:
unnormale Gehörwahrnehmungen, Krämpfe, nervliche Missempfindungen, Sehstörungen, Schwindelgefühl, Hefepilzinfektionen.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Blutarmut durch eine Autoimmun-Reaktion, Unterhautblutungen durch Mangel an Blutplättchen, allergische Reaktion bis zum Schock, Überempfindlichkeit, schwere Hautreaktion (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), Magnesium-Mangel im Blut, verschwommenes Sehen, Schwerhörigkeit, Leberentzündung durch das Medikament).

Besonderheiten:
Die Minderung des Säuregehaltes im Magen begünstigt das Überleben schädlicher Bakterien und anderer Keime. So kann sich das Risiko für Entzündungen im Verdauungskanal erhöhen. Besonders bei Langzeit-Behandlung muss der Arzt den Sinn der Therapie regelmäßig überprüfen. Sehr selten kann sich auch eine Dickdarmentzündung entwickeln, die starke Durchfälle hervorruft. In einem solchen Fall ist die Behandlung sofort zu beenden.

Der durch den Wirkstoff ausgelöste Magnesium-Mangel kann Müdigkeit, Delirium, Krämpfe, Schwindel und Herzrhythmusstörungen zur Folge haben. Diese Beschwerden beginnen schleichend und werden daher manchmal übersehen. Bei Patienten, die langzeitig Dexlansoprazol erhalten oder gleichzeitig Digoxin (gegen Herzmuskelschwäche) oder Medikamente, die die Magnesium-Konzentration im Körper senken wie beispielsweise Entwässerungsmittel, sollte der Arzt den Magnesiumspiegel vor Beginn und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung untersuchen.

Protonenpumpenhemmer erhöhen das Risiko für Knochenbrüche um 10 bis 40 Prozent. Besonders Patienten mit Osteoporose sollten während der Behandlung eine ausreichende Zufuhr an Vitamin D und Calcium erhalten.

Wechselwirkungen

Das Psychopharmakon Fluvoxamin verstärkt Wirkung und Nebenwirkungen von Dexlansoprazol, während das Tuberkulosemittel Rifampicin und Johanniskraut (gegen Depressionen) sie schwächen.

Sucralfat (gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen) und Antazida können die Aufnahme von Dexlansoprazol in den Körper vermindern. Daher sollte es frühestens eine Stunde nach der Einnahme dieser Wirkstoffe eingenommen werden.

Dexlansoprazol selbst kann die Aufnahme von Wirkstoffen in den Körper beeinträchtigen, wenn diese durch den Säuregrad im Magen bestimmt wird. So darf der Wirkstoff Desloratadin nicht zusammen mit den AIDS-Mitteln Atazanavir und Nelfinavir gegeben werden, um deren Wirkung nicht zu gefährden. Gleiches gilt für die Pilzmittel Ketoconazol und Itraconazol sowie für das Immunologikum Erlotinib.

Eine gleichzeitige Gabe von Dexlansoprazol und dem Herzglykosid Digoxin kann zu einem Anstieg der Digoxin-Blutkonzentration führen. Diese sollte daher vom Arzt überwacht werden und, sofern erforderlich, die Digoxin-Dosis angepasst werden. Gleiches gilt für das Immunologikum Tacrolimus. Auch bei Verabreichung von hochdosiertem Methotrexat (bei Krebs oder als Rheuma-Medikament) kann es durch Dexlansoprazol zu einer Methotrexat-Überdosierung kommen. Der Arzt wird die Behandlung mit Dexlansoprazol möglicherweise vorübergehend beenden.

Patienten, die mit Dexlansoprazol und dem Blutverdünner Warfarin gleichzeitig behandelt werden, müssen möglicherweise vom Arzt regelmäßiger auf eine Veränderung der Blutgerinnung überwacht werden.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und schweren Leberfunktionsstörungen darf Dexlansoprazol nicht verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff bei einer mittelgradigen Leberfunktionsstörung angewendet werden.

Patienten mit Neigung zu Osteoporose müssen während der Behandlung mit Dexlansoprazol ausreichend Calcium und Vitamin D erhalten, damit es nicht zu Knochenbrüchen kommt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Dexlansoprazol bei Schwangeren vor. Tierexperimente ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen. Aus Vorsichtsgründen sollte dennoch eine Anwendung während der Schwangerschaft vermieden werden.

Es ist nicht bekannt, ob Dexlansoprazol in die Muttermilch übergeht, wie es in Tierexperimenten der Fall war. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt wird entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit dem Wirkstoff verzichtet werden soll. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dexlansoprazol ist bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht durch Studien erwiesen. Die Anwendung ist in dieser Altersgruppe verboten.

Warnhinweise

  • Das Medikament enthält Zucker (Sucrose), der von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Hartkapseln)
14 Stück Hartkapseln
30 Milligramm Dexlansoprazol
28 Stück Hartkapseln
30 Milligramm Dexlansoprazol

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über DEXILANT 30mg Hartkapseln mit veränderter Wirkstofffreisetzung sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Dexlansoprazol (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.