Das Bild zeigt eine Tasse mit heißer Flüssigkeit.
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Schwarzer Tee

Schwarzer Tee ist der Favorit unter den Teesorten. Ob morgens oder abends, ob kräftig oder mild, ob gezuckert oder pur: Bei einer Tasse heißem Tee kann man einfach mal abschalten. Aber welche Effekte hat schwarzer Tee auf die Gesundheit?

Allgemeines

Wie alle "echten" Teesorten besteht schwarzer Tee aus den getrockneten Blättern des Teestrauchs (Camellia sinensis). Er wird in China, Indonesien und Sri Lanka als Kulturpflanze angebaut und auch aus diesen Ländern exportiert.

Schwarzer Tee – auch Schwarztee genannt – ist der absolute Klassiker, der bei vielen Menschen beliebt ist. Etwa 75 Prozent aller geernteten Teeblätter werden hierzulande zu Schwarztee verarbeitet. Ob aus Teeblättern grüner, weißer, Oolong-Tee oder eben schwarzer Tee entsteht, richtet sich nach der Weiterverarbeitung.

Schwarzer Tee zeichnet sich – im Gegensatz zu anderen Teesorten des Teestrauchs – dadurch aus, dass er vollständig "fermentiert" ist. Der im diesem Zusammenhang verwendete Begriff Fermentation ist jedoch nicht ganz korrekt – denn eigentlich handelt es sich um eine Oxidation: Für die Herstellung bricht man die Zellwände der Teeblätter auf. Dadurch reagieren (oxidieren) verschiedene Inhaltsstoffe zusammen mit Sauerstoff zu Aromastoffen und sogenannten Polyphenolen. Bei einer echten Fermentation würden Mikroorganismen oder Enzyme bewirken, dass bestimmte Stoffe in andere umgewandelt werden. Dies ist jedoch bei der Teeproduktion nicht der Fall.

Schwarzer Tee: Vom Teeblatt zum Getränk – die traditionelle Variante

So wird schwarzer Tee hergestellt:

  1. Welken: Zunächst lässt man die geernteten frischen Pflanzenteile eine Zeit lang welken. Dadurch werden sie weicher und lassen sich leichter verarbeiten.
  2. Rollen: Anschließend werden die Pflanzenteile mithilfe einer Maschine gerollt. Der Grund: Durch das Rollen brechen die Zellwände der Teeblätter auf. In Verbindung mit Sauerstoff beginnt nun die Fermentation.
  3. Fermentieren: Danach bewahrt man den Tee in einer Gärkammer auf (Fermentation). Der Schwarztee entwickelt nun seinen charakteristischen Geschmack.
  4. Trocknen: Zum Schluss wird schwarzer Tee bei etwa 90 bis 95 Grad Celsius getrocknet. Er nimmt nun die typische schwarze Färbung an.

Der Schwarztee ist nun fertig. Die Blätter werden jetzt noch nach Größe sortiert – und zwar durch Sieben.

Schwarzer Tee muss richtig aufbewahrt werden: Lagern Sie ihn kühl, luftdicht und trocken, zum Beispiel in einem Gefäß aus Porzellan, Glas oder Metall. So hält Ihr schwarzer Tee mindestens 18 Monate!

Inhaltsstoffe von schwarzem Tee

Schwarzer Tee enthält – wie alle "echten" Teesorten, die aus dem Teestrauch Camellia sinensis hergestellt werden – Koffein, welches man früher in diesem Zusammenhang auch als Tein bezeichnet hat. 

Eine Tasse schwarzer Tee (125 ml) enthält etwa 20 bis 50 Milligramm Koffein. Im Vergleich dazu sind in einer Tasse Kaffee 50 bis 130 Milligramm enthalten. Tee enthält demnach weniger Koffein, er eignet sich allerdings nicht als Heißgetränk bei einem Koffeinentzug.

Zudem findet man in jedem schwarzem Tee in geringen Mengen auch Theobromin und Theophyllin. Diese Substanzen werden zu den sogenannten Methylxanthinen gezählt. Sie finden in verschiedenen Bereichen der Medizin auch als Arzneimittel Verwendung.

Lieber zwischen den Mahlzeiten

Trinken Sie Schwarztee am besten nicht direkt zu den Mahlzeiten. Der Grund: Inhaltsstoffe im Tee verbinden sich mit Eisen in der Nahrung, sodass die Eisenaufnahme erschwert sein kann.

Zu den weiteren Inhaltsstoffen zählen ätherische Öle sowie sekundäre Pflanzenstoffe wie Gerbstoffe (Tannine). Tannine sind Bestandteile verschiedener Pflanzen. Man schreibt ihnen neben einer stopfenden Wirkung bei Durchfall auch entzündungshemmende Eigenschaften und wachstumshemmende Effekte für Mikroorganismen zu. Darüber hinaus findet man in jedem Tee wichtige Nährstoffe wie Kalium, Mangan und Vitamin B.

Wer Schwarztee trinkt, stärkt zudem seine Zähne, denn das Heißgetränk enthält außerdem viel Fluorid.

Anwendungsgebiete & Wirkung von schwarzem Tee

Schwarzer Tee ist in erster Linie ein Genussmittel. Wirkung und Geschmack hängen vor allem von der Ziehzeit ab. Je länger der Tee zieht, desto bitterer wird er.

Bei einer Ziehzeit von ein bis zwei Minuten hat schwarzer Tee eine anregende Wirkung. Zieht der Tee länger, verbindet sich das Koffein mit den im Tee enthaltenen Gerbstoffen. Diese Verbindung nimmt der menschliche Körper nur in kleiner Menge auf, sodass das Koffein dann kaum noch Wirkung zeigt.

Wenn der Schwarztee als Genussmittel und zur Anregung dient, sollte der Teeansatz (ein Teelöffel auf eine Tasse kochendes Wasser) zugedeckt bis zu zwei Minuten ziehen.

Aufgrund seines Gehalts an Gerbstoffen eignet sich schwarzer Tee durch seine stopfende und beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt aber auch als Mittel gegen Durchfall. In diesem Fall muss der Tee etwas länger ziehen – am besten etwa zehn Minuten.

Bei geringer Ziehzeit wirkt schwarzer Tee anregend, zieht der Tee etwas länger, wirkt er vor allem auf den Magen-Darm-Trakt beruhigend.

Hinweise

Schwarzer Tee kann die Magenschleimhaut reizen. Daher sollten Personen mit einem empfindlichen Magen Schwarztee nur in Maßen genießen. Zudem kann schwarzer Tee bei manchen Personen eine Migräne auslösen oder zu allergischen Reaktionen führen.

Beachten Sie: Wegen seines Koffeingehalts ist schwarzer Tee für Kinder meist ungeeignet – und auch Erwachsene sollten ihn nicht im Übermaß trinken.

Die im Tee enthaltenen Gerbstoffe (Tannine) können bewirken, dass bestimmte Medikamente vom Körper nicht so gut aufgenommen werden. Daher sollten Sie Tabletten nicht zusammen mit schwarzem Tee zu sich nehmen.

Schwarzer Tee gilt zwar als bewährtes Hausmittel bei Durchfall. Hält der Durchfall aber länger als drei Tage an, enthält er Blut oder tritt Fieber hinzu, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn Sie sich körperlich sehr erschöpft fühlen.

Für schwangere Frauen und stillende Mütter ist schwarzer Tee nur bei leichten Durchfallerkrankungen ratsam – bei schweren, länger anhaltenden Beschwerden ist ein Arztbesuch angebracht. Die gleiche Empfehlung gilt für die Behandlung von Kindern.