Lupinensamen in einer Schale
© iStock

Vorsicht bei Lupinensamen: So beugen Sie Vergiftungen vor

Die Lupine ist seit einigen Jahren nicht nur im Garten, sondern auch auf manchen Tellern zu finden. Gegen den Verzehr von Lupinensamen und damit verarbeiteten Produkten ist nichts einzuwenden. Es sei denn, es handelt sich um unverarbeitete Bitterlupinensamen. Diese können zu Vergiftungen führen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Wer ein paar Regeln beherzigt, kann Lupinensamen jedoch bedenkenlos essen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Vorsicht bei Lupinensamen: So beugen Sie Vergiftungen vor

Ob im vegetarischen Schnitzel, in glutenfreien Teigwaren oder als Ersatz für Milcheiweiß: Lupinen finden sich in vielen Varianten in diversen Lebensmitteln. In manchen Ländern sind die Samen auch als Snack zum Knabbern beliebt.

Zum Problem können Lupinensamen dann werden, wenn sie hohe Mengen an bestimmten Bitterstoffen aufweisen, sogenannten Chinolizidinalkaloiden. Während wilde Lupinen von Natur aus viele dieser Bitterstoffe enthalten, gibt es auch gezüchtete, gesundheitlich unbedenkliche Lupinen mit deutlich weniger Bitterstoffen. Letztere werden daher auch Süßlupinen genannt. Mithilfe von technischen Verfahren können Hersteller von Lupinenprodukten zudem Bitterstoffe aus den Samen herausfiltern.

Wer zu viele unverarbeitete Bitterlupinensamen oder damit verarbeitete Lebensmittel isst, riskiert eine Vergiftung. Diese führt zu Symptomen wie

In schweren Fällen können Herzstillstand und Atemlähmung die Folge sein.

Selbst entbittern: Nur für Profis

Von 2010 bis 2016 wurden in Deutschland rund 30 Vergiftungsfälle durch Bitterlupinensamen gemeldet. Die meisten Vergiftungen waren selbst verschuldet: Die Opfer hatten versucht, Bitterlupinensamen auf eigene Faust zu entbittern. Dies ist zwar theoretisch möglich, wird jedoch nur fachkundigen Anwendern empfohlen.

Lupinensamen kaufen: Darauf sollten Sie achten

Wer Lupinensamen kaufen und weiterverarbeiten will, kann sich nicht immer sicher sein, um welche Art von Samen es sich handelt. Ein Hinweis auf unverarbeitete Bitterlupinensamen ist der bittere Geschmack.

Für gesundheitlich unbedenklichen Lupinengenuss empfiehlt das BfR:

  • Kaufen Sie nur Produkte, die eindeutig als Süßlupinensamen oder als entbitterte Bitterlupinensamen ausgezeichnet sind.
  • Wenn Sie unsicher sind, welche Lupinensamen vor Ihnen im Regal liegen, lassen Sie sicherheitshalber die Finger davon.
  • Es ist möglich, Bitterlupinensamen selbst zu entbittern – allerdings sollten Sie dies nur machen, wenn Sie über die entsprechenden Fachkenntnisse verfügen.