Eine Frau sitzt neben einem kranken Kind auf dem Sofa, hält ein Fieberthermometer in der Hand und telefoniert.
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Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Hilfe außerhalb der Praxiszeiten

Man müsste zum Arzt, aber die Praxen sind geschlossen? Dann geht es oft in die Notfallambulanz eines Krankenhauses – auch wenn kein Notfall vorliegt. Die Folge: lange Wartezeiten wegen überfüllter Notaufnahmen. Dabei gibt es einen ärztlichen Bereitschaftsdienst, der bundesweit unter der Rufnummer 116117 erreichbar ist.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Rufnummer 116 117

Akute Gesundheitsprobleme halten sich nicht an Praxisöffnungszeiten: Starke Bauchschmerzen, hohes Fieber, Unfälle und so weiter können auch nachts, am Wochenende oder an Feiertagen zuschlagen. Damit jeder in solchen Fällen ärztliche Hilfe bekommen kann, organisieren die Kassenärztlichen Vereinigungen überall in Deutschland den ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Im ärztlichen Bereitschaftsdienst sind niedergelassene Ärztinnen und Ärzte im Einsatz, die in dringenden medizinischen Fällen außerhalb der normalen Sprechstunden ambulante Behandlungen bieten – entweder in einer Bereitschaftspraxis oder auch bei Hausbesuchen.

Früher musste man noch je nach Region unterschiedliche Rufnummern wählen, um den zuständigen ärztlichen Bereitschaftsdienst zu kontaktieren. Im Jahr 2012 hat Deutschland mit der Rufnummer 116 117 eine bundesweit einheitliche Bereitschaftsdienstnummer eingeführt – als erstes Land in der EU.

Wer außerhalb der Praxisöffnungszeiten akute Zahnprobleme bekommt, muss allerdings den zahnärztlichen Notdienst seiner Region kontaktieren, um zahnmedizinische Hilfe zu bekommen. Hier gibt es noch keine bundesweit einheitliche Rufnummer.

Bereitschaftsdienstnummer 116 117 – so funktioniert’s

Egal, wo in Deutschland Sie gerade sind und ob Sie mobil oder über einen Festnetzanschluss anrufen: einfach die 116 117 (ohne Vorwahl) wählen. So erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Dieser vermittelt Sie dann so schnell wie möglich an einen diensthabenden Bereitschaftsarzt oder eine geöffnete Bereitschaftspraxis in Ihrer Nähe. Wenn Sie nicht (mehr) mobil sind, kommt der Arzt zu Ihnen nach Hause.

Alle Anrufe beim ärztlichen Bereitschaftsdienst sind kostenlos.

116 117 oder 112: Wann welche Nummer wählen?

Der ärztliche Bereitschaftsdienst, der in einigen Regionen Deutschlands auch als ärztlicher Notdienst oder Notfalldienst bezeichnet wird, ist nicht zu verwechseln mit dem Rettungsdienst.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst mit der Rufnummer 116 117 ist für akute, aber nicht lebensbedrohliche Gesundheitsprobleme zuständig, mit denen Sie normalerweise noch am selben Tag die Praxis eines niedergelassenen Arztes aufsuchen würden.

Der Rettungsdienst – zu erreichen unter der Notfallnummer 112 – leistet in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe. Solche Notfälle sind zum Beispiel:

Wer als niedergelassener Arzt Bereitschaftsdienst leistet, muss keine Ausbildung zum Notarzt aufweisen. Im Rettungsdienst tätige Ärztinnen und Ärzte haben hingegen alle eine entsprechende Zusatzqualifikation.