Eine Chirurgin betrachtet ein Röntgenbild.
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Ektomie

Eine Ektomie ist ein operativer Eingriff,, bei welchem der Arzt ein Organ komplett entfernt. Der Begriff Ektomie leitet sich vom griechischen Wort "ektome" ab und bedeutet so viel wie "Herausschneiden".

Allgemeines

Meistens entnimmt ein Chirurg bei einer Ektomie ein krankes oder beschädigtes Organ oder eine Struktur aus dem Körper. Er führt die Ektomie nur dann durch, wenn das Organ so schwer erkrankt oder verletzt ist, dass er es nicht mithilfe anderer medizinischer Maßnahmen erhalten kann. Dies ist häufig dann der Fall, wenn sich in dem betroffenen Organ ein bösartiger Tumor (Krebs) befindet. Dies kann zum Beispiel bei einem Hodentumor der Fall sein. Hier führt der Arzt eine sogenannte Orchidektomie durch. Aber auch wenn er die entzündeten Rachenmandeln (Tonsillen) oder der Wurmfortsatz (Appendix, "Blinddarm") herausoperieren muss spricht man von einer Ektomie – Tonsillektomie (Mandeln) und Appendektomie (Wurmfortsatz).

Entnimmt der Arzt lebenswichtige Organe, ist es wichtig, schnell für einen Ersatz zu sorgen, damit der Patient weiterleben kann. Meist sind für die Zwischenzeit Verfahren verfügbar, die für kurze Zeit die Funktionen der Organe übernehmen können. Beispielweise die Dialyse (künstliche Blutwäsche) bei erkrankten Nieren.

Im Falle einer Organtransplantation kann der Arzt einem Spender ein gesundes Organ entnehmen, beispielsweise eine Niere. Meistens ist bei einer Ektomie eine Vollnarkose notwendig, die von der Dauer sehr unterschiedlich sein kann. Im Vergleich zu aufwendigen Operationen wie einer Gastrektomie (Entfernung des Magens) oder einer Pneumonektomie (Entfernung eines Lungenflügels), können Chirurgen manche Ektomie-Eingriffe auch sehr viel schneller durchführen, zum Beispiel die Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase) oder die Tonsillektomie (Entfernung der Rachenmandeln).

Der Begriff Ektomie wird meist als Zusammensetzung (-ektomie) gebraucht. Abhängig vom Organ unterscheiden Mediziner unter anderem folgende Formen der Ektomie:

Begriff Betroffenes Organ
Adrenalektomie Nebenniere
Cholezystektomie Gallenblase
Gastrektomie Magen
Kolektomie Dickdarm
Mastektomie Brust
Nephrektomie Niere
Ösophagektomie Speiseröhre
Pneumonektomie Lunge
Prostatektomie Prostata
Splenektomie Milz
Tonsillektomie Mandeln

Im Gegensatz zur sogenannten Resektion, bei welcher der Arzt nur bestimmte Gewebeteile eines Organs entfernt, ist eine Ektomie in der Regel mit der vollständigen Entfernung des Organs verbunden.

Durchführung

Bei einer Ektomie entfernt der Chirurg das erkrankte Organ vollständig. Die Operation findet meist unter Vollnarkose statt.

Entnimmt der Arzt bei einer Ektomie lebenswichtige Organe, ist es wichtig schnell für einen Ersatz zu sorgen, damit der Patient weiterleben kann.

Meist sind nach der Ektomie von lebenswichtigen Organen für die Zwischenzeit Verfahren verfügbar, die für kurze Zeit die Funktionen dieser Organe übernehmen können. Wenn der Arzt beide Nieren entfernen muss (Nephrektomie), ist zum Beispiel eine Nierentransplantation notwendig. Bis eine geeignete Spenderniere gefunden ist, ersetzt die Dialyse (künstliche Blutwäsche) die fehlende Niere.

Anwendungsgebiete

Der Arzt nimmt eine Ektomie nur dann vor, wenn ein Organ so schwer erkrankt ist, dass er es nicht mithilfe anderer medizinischer Maßnahmen erhalten kann. Dies ist häufig dann der Fall, wenn sich in dem betroffenen Organ ein bösartiger Tumor (Krebs) befindet.

Aber auch eine Entzündung kann der Grund für eine Ektomie sein. So kann beispielsweise eine chronische Mandelentzündung dazu führen, dass der Arzt die Mandeln (Tonsillen) vollständig entfernen muss (sog. Tonsillektomie). Bei einer Appendizitis – im allgemeinen Sprachgebrauch auch Blinddarmentzündung genannt – entfernt der Arzt den Wurmfortsatz (Appendix; ein Anhängsel des Dickdarms).

Ein weiterer Grund für eine Ektomie kann eine Verletzung eines Organs durch einen Unfall sein. Hier ist beispielsweise ein Milzriss (Milzruptur) möglich, wodurch Blutgefäße reißen und Blutungen entstehen, die lebensgefährlich sein können. Der Arzt muss die Blutung stoppen, da der Patient sonst innerlich verbluten kann. Bei einem Milzriss ist diese Gefahr besonders hoch. Hier hilft in der Regel nur eine rasche "Splenektomie", bei der die Chirurgen die komplette Milz (lat. splen) entfernen.

Risiken und Komplikationen

Bei einer Ektomie durchtrennt der Chirurg Haut und Körpergewebe. Dadurch kann es in seltenen Fällen zu Blutungen oder Verletzungen von umliegendem Gewebe kommen. Manche Patienten reagieren auf den Eingriff auch mit einem kurzzeitigen Absinken des Blutdrucks.

Infiziert sich nach einer Ektomie die Operationswunde, können Entzündungen und Wundheilungsstörungen auftreten.

Musste der Arzt ein lebenswichtiges Organ entfernen und dieses mithilfe einer Organtransplantation ersetzen, können weitere Komplikationen auftreten. So kann es passieren, dass der Körper das neu eingesetzte Organ – zum Beispiel eine Niere – nicht annimmt. Medikamente, die das Immunsystem drosseln, können einer solchen "Abstoßungsreaktion" aber entgegenwirken.