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Das erste Mal

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Wer über das "erste Mal" spricht, meint damit in der Regel den ersten Sex. Über das erste Mal wird viel erzählt, spekuliert und diskutiert. Sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen ist die Aufregung vor dem ersten Mal häufig groß und es kommen viele Fragen auf: Was kann ich falsch machen? Tut das erste Mal weh? Und wie verhütet man richtig?

Allgemeines

Das erste Mal sollte etwas Besonderes sein, denn es wird euch wahrscheinlich für immer in Erinnerung bleiben. Wer sein erstes Mal mit einem festen Partner erlebt, kann es zu einer schönen Erfahrung machen. In einer Beziehung nimmt man Rücksicht auf die Gefühle und Bedürfnisse des anderen und kann sich gegenseitig vertrauen. Sich so nahe zu sein, kann die Beziehung sogar noch vertiefen. Zudem ist man auch nach dem ersten Mal nicht mit seinen Gefühlen allein, sondern kann sich mit seinem Partner über die gemachten Erfahrungen und Empfindungen austauschen.

Bin ich alt genug für mein erstes Mal?

Wann man sich für den ersten Sex bereit fühlt, kann sehr unterschiedlich sein – dementsprechend ist es schwer, das geeignete Alter für das erste Mal festzulegen. Wann der richtige Moment gekommen ist, muss jeder selbst bestimmen – also bloß nicht drängen lassen! 17-Jährige, die schon sexuell aktiv sind, haben im Durchschnitt im Alter von 16 Jahren ihr erstes Mal erlebt. Einige sagen aber im nachhinein, ihr erstes Mal sei zu früh passiert. Und es gibt auch Menschen, die ihren ersten Sex deutlich später haben. Insgesamt erleben sowohl Mädchen als auch Jungen ihr erstes Mal später als beispielsweise noch im Jahr 2005 – entgegen der häufigen Annahme, Teenager hätten immer früher Sex.

Letztendlich hat jeder sein eigenes Tempo – wer sich nicht sicher ist, sollte mit dem ersten Mal im Zweifelsfall lieber noch etwas warten. Denn Sex soll nicht nur beiden Spaß bringen, sondern bedeutet auch Verantwortung – zum Beispiel hinsichtlich der richtigen Verhütung.

Verhütung nicht vergessen!

Auch das erste Mal kann schon zu einer Schwangerschaft führen – darum ist es wichtig, das Thema Verhütung nicht zu vergessen! Selbst wenn es etwas unromantisch scheint, sprichst du am besten schon vor dem ersten Mal mit deinem Partner darüber, wie ihr verhüten möchtet, wenn es soweit ist.

Informiert euch schon vorher über die verschiedenen Verhütungsmethoden, damit ihr für das erste Mal bestens vorbereitet seid!

Die meisten Paare verwenden beim ersten Mal Kondome als Verhütungsmittel. Diese gelten – bei richtiger Anwendung – als sicher und schützen als einzige Verhütungsmethode nicht nur vor einer ungewollten Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie AIDS, Hepatitis oder Syphilis.

Kondome erhaltet ihr rezeptfrei in Supermärkten, Drogerien oder Apotheken. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Größen. Wichtig ist, dass es sich um ein Markenkondom handelt, das mit einem Haltbarkeitsdatum versehen ist. Dieses solltest du vor der Verwendung überprüfen.

Entscheidend für eine sichere Verhütung  ist auch die richtige Handhabung des Kondoms. Jeder Verpackung liegt hierzu eine Anleitung bei. Trotzdem haben etwa drei von vier Jungen Probleme bei der Anwendung von Kondomen. Darum denkt dran: Übung macht den Meister! Damit ihr euch nicht mit solchen Problemen herumschlagen müsst, wenn ihr das erste Mal miteinander schlaft, besorgt ihr euch am besten schon vorher Kondome: Dann könnt ihr – alleine oder gemeinsam – in Ruhe üben, wie man ein Kondom richtig auspackt und überzieht (das könnt ihr zuerst auch beispielsweise mal an einer Banane ausprobieren).

© Jupiterimages/Hemera
Schon beim ersten Mal ist Verhütung wichtig!

Gebrauchte Kondome dürft ihr nicht nochmal verwenden! Sie gehören nach Gebrauch in den Mülleimer!

Verhüten mit der Pille

Neben Kondomen stehen  auch verschiedene hormonelle Verhütungsmethoden für Mädchen und Frauen zur Verfügung. Die meisten Frauen verhüten mit der Pille. Diese gilt – wenn man sie regelmäßig einnimmt – als sehr sicheres Verhütungsmittel. Die Pille enthält Hormone, die den Eisprung verhindern, sodass die Frau nicht schwanger werden kann.

Allerdings musst du dir die Pille vom Frauenarzt verschreiben lassen. Wenn du beim ersten Mal mit der Pille verhüten möchtest, solltest du also rechtzeitig vorher einen Arztbesuch einplanen. Außerdem schützt die Pille nicht vor Geschlechtskrankheiten! Deswegen ist es empfehlenswert, zusätzlich zur Pille auch ein Kondom zu verwenden.

Verursacht mein erstes Mal Schmerzen?

Sehr viele Mädchen befürchten, dass ihr erstes Mal Schmerzen verursachen könnte. Denn durch das Einführen des Penis in die Scheide reißt in der Regel das Jungfernhäutchen. Dies muss aber nicht unbedingt mit Schmerzen verbunden sein. In seltenen Fällen kann das Jungfernhäutchen sogar schon vorher – etwa beim Sport oder durch das Einführen eines Tampons – gerissen sein, ohne dass das Mädchen dies überhaupt bemerkt hat.

Das Jungfernhäutchen (in der Fachsprache "Hymen" genannt) ist eigentlich nur ein kleines Stückchen Schleimhaut, das sich hinter dem Scheideneingang befindet. Es verschließt den Scheideneingang nicht, sondern umgibt ihn lediglich wie ein Saum. Das Häutchen ist sehr elastisch und kann sich bis zu einem gewissen Maß dehnen.

Behutsam vorgehen und Zeit lassen

Die Beschaffenheit des Jungfernhäufchens ist von Mädchen zu Mädchen unterschiedlich. Deswegen sind auch die Empfindungen beim ersten Mal sehr verschieden. Geht der Junge behutsam und langsam vor, wenn er seinen Penis einführt, stehen die Chancen gut, dass das Mädchen sein erstes Mal ohne Schmerzen erlebt.

Meistens verspürt das Mädchen beim Reißen des Jungfernhäutchens nur ein kurzes Ziehen oder Brennen.

Wenn das Jungfernhäutchen beim ersten Mal reißt, kann es zu leichten Blutungen kommen – diese klingen jedoch schnell ab. Wer Angst hat, beim ersten Mal das Bett dabei schmutzig zu machen, kann einfach ein Handtuch unterlegen. Bei mehr als der Hälfte aller Mädchen bleiben solche Blutungen aber ganz aus, wenn sie das erste Mal Geschlechtsverkehr haben.

Wenn etwas nicht klappt: Einen Gang zurückschalten

Es kann auch andere Gründe als das Jungfernhäutchen haben, warum das erste Mal Schmerzen verursachen könnte. So kann die Scheidenmuskulatur des Mädchens bei starker Aufregung oder Nervosität verkrampfen: Dann wird die Scheide nicht feucht genug und der Penis kann nicht in sie eindringen. In einem solchen Fall solltet ihr am besten eine Pause einlegen. Der Junge kann dem Mädchen durch Streicheln und Massieren des Genitalbereichs helfen, sich zu entspannen, und es dann eventuell erneut versuchen.

Wenn die Schmerzen beim ersten Mal jedoch zu stark sind, empfiehlt es sich, erstmal aufzuhören und ein anderes Mal weiterzumachen. Auf alle Fälle gilt: Nichts überstürzen und lieber Zeit nehmen, denn das erste Mal soll für beide etwas ganz Besonderes sein!

Falls das Problem auch bei den nächsten Anläufen noch besteht, sollte das Mädchen – gern auch gemeinsam mit dem Partner – einen Frauenarzt aufsuchen: Er kann bei der Untersuchung die Ursache für die Schmerzen herausfinden und gegebenenfalls eine Behandlung veranlassen.

Tipps fürs erste Mal

Angst und Nervosität vor dem ersten Mal sind ganz normal. Nicht alles läuft gleich perfekt. Pannen beim ersten Mal passieren und sind nur halb so schlimm, wenn man gemeinsam darüber lachen kann. Wir geben euch Tipps fürs erste Mal.

Bevor es losgeht: Das Vorspiel

Als Vorspiel bezeichnet man alle Zärtlichkeiten vor dem Geschlechtsverkehr, die die Erregung steigern. Die Erregungskurve steigt bei Mädchen langsamer als bei Jungen, deshalb ist gerade für sie ein ausgedehntes Vorspiel wichtig.

Alles, was gefällt, ist erlaubt: Ihr könnt euch küssen, streicheln und gegenseitig eure Körper erkunden – das bringt euch in Stimmung. Nehmt euch für das erste Mal viel Zeit. Bevor es losgeht, stellt also sicher, dass ihr ungestört seid!

© Jupiterimages/Digital Vision
Das Vorspiel bringt euch in Stimmung.

Tipps für SIE

Fragen erlaubt

Beim ersten Mal kann der Partner noch nicht wissen, was man mag oder nicht. Zeig ihm deshalb, was dich erregt! Du kannst beim Vorspiel zum Beispiel seine Hand führen oder sagen, was dir gefällt. Wenn du dir selber unsicher bist oder befürchtest, deinem Partner wehzutun, kannst du ebenso nachfragen, ob es gerade schön für ihn ist. Oft ist dies aber gar nicht nötig: Die Reaktionen deines Gegenübers verraten dir meistens schon, ob es ihm gefällt oder nicht!

Probleme beim Eindringen in die Scheide

Ist die Scheide feucht, ist dies in der Regel ein Zeichen der Erregung. Manchmal kann ein Mädchen aber auch erregt sein, ohne feucht zu werden. Wenn die Scheide beim Geschlechtsverkehr nicht feucht genug ist, kann der Penis nicht hineingleiten – und das Eindringen bereitet Schmerzen. Dann ist es empfehlenswert, Gleitgel zu benutzen – dieses trägt man auf die Scheide und den Penis auf, um ein schmerzfreies Eindringen zu ermöglichen. Gleitgel ist in Drogerien und Apotheken erhältlich. Achtet aber darauf, dass es sich um ein wasserlösliches Produkt handelt, da das Kondom sonst beschädigt wird!

Tipps für IHN

Was, wenn der Penis nicht steif genug ist?

Jungen haben häufig Angst davor, dass der Penis im entscheidenden Moment nicht steif genug ist. Durch Aufregung und Nervosität kann es für den Jungen schwer sein, eine Erektion zu bekommen und aufrechtzuerhalten. Auch durch das Überstreifen des Kondoms kann die Erektion abklingen. Dann hilft manchmal eine kleine Pause – oder das Mädchen kann durch Massieren des Penis helfen, dich wieder zu erregen. Damit du schon gut mit dem Kondom zurechtkommst, wenn ihr das erste Mal miteinander schlaft, hier ein paar Tipps:

Vorzeitiger Samenerguss

Vor allem beim ersten Mal ist ein vorzeitiger Samenerguss bei Jungen sehr häufig. Manche Jungen finden allein die Vorstellung, in das Mädchen einzudringen, so erregend, dass es schon vor dem eigentlichen Akt zum Samenerguss kommt. Es bedarf etwas Übung, um seine Erektion zu kontrollieren. Mit zunehmender Erfahrung ändert sich dies in der Regel aber und ihr könnt den Geschlechtsverkehr länger gemeinsam genießen.

Es gibt immer ein nächstes erstes Mal

Falls etwas beim ersten Versuch, miteinander zu schlafen, nicht klappt, kann es auch beim Kuscheln, Streicheln oder Petting bleiben – morgen ist schließlich auch noch ein Tag. Setzt euch nicht unter Druck und lasst euch von kleinen Missgeschicken nicht verunsichern!

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Online Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.loveline.de (Abrufdatum: 7.5.2015)

Online-Informationen der pro familia e.V.: www.profamilia.de (Abrufdatum: 7.5.2015)

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.gib-aids-keine-chance.de (Abrufdatum: 7.5.2015)

Kirsch, J., May, C.A., Lorke, D., Winkelmann, A., Schwab, W., Hermann, G., Funk, R.: Taschenlehrbuch Anatomie. Thieme, Stuttgart 2010

Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Jugendsexualität 2010 (Stand: Mai 2010)

Westheimer, R.: Sex für Dummies. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2007

7. Mai 2015