Hantelscheiben als Pillen: Muskeltraining für ein gesundes Leben.
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Muskeltraining für ein langes, gesundes Leben

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 86 Prozent aller Todesfälle auf Lebensstil-Erkrankungen zurückzuführen. Zu diesen zählen unter anderem Diabetes Typ 2, Herzinfarkt aber auch der Verlust an Muskelmasse und körperlicher Leistungsfähigkeit (Sarkopenie). Systematisches Muskeltraining ist eine der bedeutendsten Maßnahmen, um den Erkrankungen gegenzusteuern.

Gemeinsame Risikofaktoren bei Lebensstil-Erkrankungen

Unter Lebensstil-Erkrankungen fallen Krankheiten, die im Allgemeinen auf einen risikoreichen Lebensstil zurückzuführen sind. Dazu zählen unter anderem eine ungesunde Ernährung, wenig Bewegung, Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum. 

Mit dieser Lebensweise steigt die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens eine der folgenden Erkrankungen zu entwickeln:

  • Diabetes Typ 2
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • verschiedene Krebsarten
  • psychische Erkrankung wie Depression
  • Beschwerden, die das Skelett und die Muskeln betreffen (muskuloskelettal), wie Rückenschmerzen oder Sarkopenie

Sie gelten auch als sogenannte "nicht-übertragbare Erkrankungen". Sie haben gemeinsame Risikofaktoren, die vermeidbar sind und weisen ebenso gemeinsame Handlungsmöglichkeiten auf. Eine der wichtigsten ist es, der körperlichen Inaktivität gegenzusteuern. Am effektivsten ist dies mit systematischem Muskeltraining zu erreichen.

"Training reduziert das Risiko für die meisten chronischen Lebensstil-Erkrankungen deutlich"
eine Aussage von Prof. Dr. Ingo Froböse, Professor für bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln und wissenschaftlicher Leiter des Forschungsinstituts für Training in der Prävention (FIT-Prävention). Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Studien, die diese These unterstützen. 

Regelmäßiges Muskeltraining kann Erkrankungsrisiko reduzieren

Neue Übersichtsarbeiten zu verschiedenen Studien zeigen, dass zwei Einheiten Muskeltraining pro Woche bereits das Risiko, eine Lebensstil-Erkrankung zu entwickeln, senken können. Bereits zwei Trainingseinheiten alle zehn Tage zeigen schon Erfolge. Welche Erkrankungen profitieren durch eine Prävention mit gezielten Muskeltraining?

Muskeltraining, Krebs und Diabetes Typ 2

Vier verschiedene Studien konnten zeigen, dass ein regelmäßiges Muskeltraining, das zum Erhalt oder zur Steigerung der Muskelmasse, der Muskellänge und der Kraftfähigkeit dient, die Wahrscheinlichkeit einen Typ 2 Diabetes zu entwickeln um 30 Prozent sinken lässt. Auch das Risiko, an einer Krebserkrankung zu sterben, war bei Proband*innen, die Muskeltraining absolvierten, um 12 Prozent reduziert.

Muskeltraining und Herz-Kreislauf

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (kardiovaskuläre Erkrankungen) betreffen sowohl das Herz als auch die Gefäße im Körper. Zu ihnen zählen unter anderem: 

  • Herzinfarkt
  • Arteriosklerose
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Bluthochdruck

Studien konnten zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Muskeltraining absolvierten, 20 bis 25 Prozent seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen litten.

Körperliche Aktivität und Training sind die ganzheitlich wirksame und nebenwirkungsarme Alternative zu Medikamenten.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf https://www.gesundheit-braucht-training.de/ 

Muskeltraining vermindert Abbau von Gehirnmasse

Laut den Ergebnissen von insgesamt 18 Studien ruft Muskeltraining funktionelle Veränderungen im Gehirn hervor. Dadurch wird der Abbau von Gehirnmasse vermindert sowie spezielle Hirnfunktionen verbessert. So könnte ein speziell angepasstes Muskeltraining zur Prävention und Behandlung von Demenz hilfreich sein.

Muskeltraining und Depression

Depressive Symptome können effektiv und selbstbestimmt durch gezieltes Muskeltraining verbessert werden. Zu dieser Erkenntnis kamen mehrere aussagekräftige wissenschaftliche Studien.

Sarkopenie und Rückenschmerzen mit Muskeltraining vorbeugen

Um Pflegebedürftigkeit zu verhindern und die Selbstständigkeit im Alter zu bewahren, ist es von großer Bedeutung, den voranschreitenden Verlust von Muskelmasse, wie es bei Sarkopenie der Fall ist, zu verhindern. Durch systematisches Muskeltraining sowie eine proteinhaltige Ernährung kann dies erreicht werden.

Gesundheit braucht Training

Ein zielgerichtetes und systematisches Training vor allem der Muskulatur hat einen direkten Einfluss auf verschiedene Prozesse im Körper. Die Muskulatur ist nicht nur von Bedeutung, wenn man etwas Schweres tragen möchte, sie hat auch Einfluss auf das Immunsystem, die Entwicklung, das Wachstum und kognitive Prozesse. Durch wissenschaftlich fundierte Konzepte und Trainingseinheiten kann so Erkrankungen wie Adipositas entgegengewirkt werden.

Experten Allianz für Gesundheit e.V.

Die im Jahr 2020 von Mario Görlach, Dr. Hans Geisler und Siegfried Manz gegründete Experten Allianz für Gesundheit e. V. ist eine während des ersten Corona-Lockdowns entstandene Initiative der Fitnessbranche. Ziel des Experten-Zusammenschlusses ist es, ein gemeinsames Podium zu schaffen, das Know-how aller Ressorts – aus Wissenschaft, Politik, Verbänden und Kommunikation –  zusammenführt und gemeinsam die Weichen für eine gesunde und erfolgreiche Zukunft der Gesellschaft stellt. Der Appell des Vereins ist klar: Es ist höchste Zeit, Gesundheit braucht Training! Denn körperliche Aktivität und Training sind der Garant für Gesundheit und Wohlbefinden! 

Zur Website der Experten Allianz für Gesundheit e. V. 

Forschungsinstitut für Training in der Prävention

Das Forschungsinstitut für Training in der Prävention (FIT-Prävention), eine Abteilung des Vereins, beschäftigt sich mit der Wissenschaft und Forschung rund um den gesundheitsförderlichen Nutzen von körperlichem Training. Das Institut unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Ingo Froböse hat sich zum Ziel gesetzt, eine Datengrundlage auf dem Gebiet des präventiv orientierten Trainings zu schaffen und auf dieser wissenschaftlichen Basis praktisches Know-how in die Fitnessbranche, in die Gesellschaft und in die Politik zu tragen.

Zur Website des FIT-Prävention