Multiple Sklerose: Umgang mit der Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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Multiple Sklerose – die Diagnose ruft bei vielen Betroffenen Verunsicherung hervor. "Wie beeinflusst MS mein Leben? Wie komme ich mit der Behandlung zurecht?" Dann ist es umso wichtiger zu wissen: Auch wenn die Krankheit derzeit nicht heilbar ist, können moderne Therapien ihren Verlauf verlangsamen sowie Krankheitsschübe und Einschränkungen im Alltag verringern. Je früher die Behandlung beginnt, desto günstiger kann sie sich auswirken.

MS trifft vorzugsweise junge Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren – mitten in ihrer privaten und beruflichen Lebensplanung. Viele Betroffene fühlen sich nach der Diagnose, als hätte man ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen. Für andere beendet die Diagnose eine Zeit der Ungewissheit, weil zuvor oft jahrelang unerkannt blieb, dass MS hinter den Symptomen steckte.

Manche Menschen profitieren in dieser Situation von einer psychologischen Beratung und (möglicherweise notwendigen) Psychotherapie. Diese Maßnahmen können bei der Krankheitsbewältigung helfen und die Fähigkeiten zur Problemlösung und Stressbewältigung verbessern. Die Betroffenen können dadurch neue Pläne für ein erfülltes Leben trotz MS entwickeln und sich besser auf die Behandlung einstellen. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt, der Ihnen entsprechende Therapeuten beziehungsweise Einrichtungen empfehlen kann.

Keine Angst vor der Behandlung!

Gerade junge Menschen können sich oft nicht mit der Vorstellung einer langen, möglicherweise lebenslangen Behandlung anfreunden. Manche entschließen sich erst dann zu einer MS-Therapie, wenn mehrere Krankheitsschübe mit bleibenden Behinderungen aufgetreten sind. Andere versuchen, die Krankheit aus Angst vor der Zukunft zu verdrängen, oder nehmen den ersten Schub nicht ernst.

Dabei gibt es keinen Grund, mit der MS-Therapie zu warten – schließlich steht fest: Eine geeignete Frühtherapie kann den Krankheitsverlauf der MS positiv beeinflussen. Dies gilt besonders bei einigen Wirkstoffen zur Langzeitbehandlung (z.B. Glatirameracetat oder Beta-Interferone).

Wie bei jeder medikamentösen Behandlung ist es dabei wichtig, die Medikamente konsequent und regelmäßig einzunehmen – denn nur dann kann die MS-Therapie erfolgreich sein.

Wie sieht die MS-Behandlung aus?

Wie die Behandlung der MS genau aussieht, hängt von vielen Faktoren ab und muss immer individuell entschieden werden.

Einen akuten MS-Schub zum Beispiel behandeln Ärzte in der Regel mit hochdosiertem Kortison, das an drei aufeinanderfolgenden Tagen per Infusion direkt in eine Vene verabreicht wird. Diese Behandlung kann sowohl stationär (im Krankenhaus) als auch ambulant (beim Hausarzt) erfolgen.

Sollte die Kortison-Stoß-Therapie nicht wirken, kann auch eine sogenannte Plasmapherese (PE, Blutwäsche) zum Einsatz kommen, um den Schub zu behandeln. Hierbei entnimmt der Arzt etwas Blut aus einer Armvene, ersetzt das flüssige Blutplasma durch fremdes Plasma und führt es dann dem Patienten wieder zu. Meist erfolgt die Plasmapherese stationär in einem MS-Zentrum. Nach insgesamt fünf Behandlungen an zehn Tagen kann man das MS-Zentrum in der Regel wieder verlassen.

Die langfristige verlaufsmodifizierende Therapie hingegen verfolgt andere Ziele: Hierbei kommen verschiedene Wirkstoffe zum Einsatz, die nachweislich die Häufigkeit und Dauer einzelner Multiple-Sklerose-Schübe verringern und damit das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Welche Medikamente genau zur verlaufsmodifizierenden MS-Therapie zum Einsatz kommen, hängt von vielen Faktoren ab – zum Beispiel von

  • der Form der Erkrankung,
  • der Krankheitsaktivität und
  • den Wünschen der Betroffenen.


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