Onmeda.de Logo

Ehe, Partnerschaft und Familie

Letzte Änderung:

Die feste Partnerschaft – mit oder ohne Kinder – ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil eines erfüllten Lebens. 90 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass eine glückliche Ehe oder Partnerschaft im Leben wichtig ist.

Allgemeines

Die Ehe ist eine vertraglich gesicherte und sozial anerkannte Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau. In Deutschland stehen Ehe und Familie nach Artikel sechs des Grundgesetzes unter dem besonderen Schutz des Staats. Seit dem 1. August 2001 haben auch homosexuelle Paare in Deutschland die Möglichkeit, eine Lebenspartnerschaft einzugehen.

Die Lebensform jedes Einzelnen prägt auch sein subjektives Wohlbefinden: Studien zufolge sind verheiratete Personen mit kleinen Kindern am zufriedensten, während sich getrennt oder in Scheidung lebende Menschen im Vergleich zu anderen Personen als weniger zufrieden einschätzen. Etwa sechs Prozent der Bevölkerung leben von ihrem Ehepartner getrennt oder in Scheidung.

Früher wurde das Zusammenleben von Mann und Frau ohne Trauschein als "wilde Ehe" bezeichnet. Heute ist es weit verbreitet, mit einem Partner zusammenzuleben, ohne verheiratet zu sein. Der Begriff wilde Ehe ist dementsprechend heute kaum noch im Sprachgebrauch vorhanden.

Ehe

Unter einer Ehe versteht man im rechtlichen Sinne ein auf Dauer angelegtes Zusammenleben zwischen Mann und Frau, welches staatlich bekundet wurde. Im Jahr 2004 gaben sich insgesamt 396.000 Paare in Deutschland das Ja-Wort. Etwa 15 Prozent aller Ehen werden zwischen Paaren geschlossen, welche schon einmal geschieden waren.

Das durchschnittliche Heiratsalter ist über die Jahrzehnte hinweg angestiegen. Es lag im Jahr 2004 bei 32 (Männer) beziehungsweise 29 Jahren (Frauen). Auch wenn die Ehe nach wie vor einen hohen Stellenwert hat, wird nichtehelichen Lebensgemeinschaften zunehmend eine höhere Bedeutung zugemessen.

Wenn während der Ehe andere sexuelle Beziehungen eingegangen werden und dies in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt, spricht man auch von einer offenen Ehe.

Bis in die 1960er Jahre hinein galt die Ehe als einzige anerkannte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau. So genannte wilde Ehen gab es nur in seltenen Ausnahmen. Die Schwierigkeiten, vor denen nichteheliche Lebensgemeinschaften standen, waren teilweise erheblich. Dies änderte sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte.

Rechtliche Aspekte

Die Ehe spielt in einer Reihe von Gesetzen eine wichtige Rolle. In Deutschland stehen Ehe und Familie nach Artikel 6 Abs.1 des Grundgesetzes unter dem besonderen Schutz des Staats:

  1. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
  2. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
  3. Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
  4. Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
  5. Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzesgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft

Seit dem 1. August 2001 haben homosexuelle Paare in Deutschland die Möglichkeit, eine so genannte Eingetragene Lebenspartnerschaft einzugehen, die stark an die Ehe angelehnt ist. So haben gleichgeschlechtliche Paare beispielsweise das Recht auf einen gemeinsamen Namen, ein gegenseitiges Zeugnisverweigerungsrecht sowie gegenseitige Unterhaltsrechte und -pflichten.

Um in allen Rechten und Pflichten mit der Ehe identisch zu sein, fehlt zurzeit noch die völlige Gleichstellung im Bereich des Steuerrechts und der Möglichkeit der gemeinsamen Adoption von Kindern. Bisher ist es möglich, leibliche Kinder des Lebenspartners zu adoptieren (Stiefkindadoption). Da der Artikel sechs des Grundgesetzes Ehe und Familie unter den besonderen Schutz des Staats stellt, hat der Deutsche Bundestag das Lebenspartnerschaftsgesetz als Recht eigener Art (Sui generis) beschlossen, welches sich nicht von der Ehe ableitet.

In den meisten Bundesländern werden gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften vor dem Standesamt geschlossen.

Familie

Obwohl andere Partnerformen häufiger werden, ist die klassische Familie mit Kindern weiterhin die dominante Lebensgemeinschaft. Im juristischen Sinne umfasst der Begriff Familie die Kleinfamilie, das heißt beide Elternteile beziehungsweise gegebenenfalls ein Elternteil mit mindestens einem Kind.

Allerdings gibt es heutzutage immer mehr Ein-Personen-Haushalte und alleinerziehende Elternteile. Etwa drei Millionen Deutsche sind Alleinerziehende. Wie die Ehe steht auch die Familie unter rechtlichem Schutz, insbesondere durch Artikel sechs des Grundgesetzes. Juristische Fragen werden im Familienrecht geregelt.

Während die Großfamilie mit vielen Kindern immer seltener vorkommt, gibt es immer mehr Einzelkinder. Seit 1972 sterben in Deutschland mehr Personen, als Kinder geboren werden. Jede Frau brachte 2004 im Durchschnitt 1,36 Kinder zur Welt.

Weitere Informationen

Linktipps:

  • Familie – urbia.deOb Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt oder Baby: Nützliche Informationen rund um die Familie bietet das Portal urbia.de.

Quellen:

GG Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, Bundesgesetzblatt Teil III, ausgegeben zu Bonn am 23.05.1949, zuletzt geändert durch das Gesetz vom 28. August 2006

LPartG Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft (Lebenspartnerschaftsgesetz), Bundesgesetzblatt Teil III, S. 266, ausgegeben zu Bonn am 22.02.2001, zuletzt geändert durch Artikel 2 Abs. 18 des Gesetzes vom 19. Februar 2007

Online-Informationen des Deutschen Bundestags: www.bundestag.de (Stand: November 2007)

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: November 2007)

Online-Informationen des Statistischen Bundesamts: www.destatis.de (Stand: November 2007)

Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Datenreport 2006. Zahlen und Fakten über die Bundesrepublik Deutschland. Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 544, Bonn 2006

Letzte inhaltliche Prüfung: 02.05.2011
Letzte Änderung: 16.07.2019