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Klitoris (Kitzler)

Letzte Änderung:
Zuletzt bearbeitet von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin

Die Klitoris (Kitzler) gehört zu den Geschlechtsorganen der Frau und dient ausschließlich dem sexuellen Lustempfinden. Der Kitzler befindet sich innerhalb der großen Schamlippen (Venuslippen) und zwar dort, wo die kleinen inneren Schamlippen aufeinandertreffen, circa zwei Zentimeter oberhalb des Harnröhrenausgangs.

Allgemeines

Der Kitzler besteht aus einem Schwellkörpersystem, das in seiner Funktion in etwa dem der Eichel des Penis entspricht. Ein Teil der Klitoris ist mit bloßem Auge sichtbar – dieses etwa erbsengroße Stück wird als Krone oder auch Eichel bezeichnet. Die Eichel wird teilweise von der Klitorisvorhaut bedeckt, die wie die Vorhaut beim Penis dem Schutz der Klitoris dient. Wenn eine Frau wissen möchte, wo sich ihre Klitoris befindet, und wie der Kitzler aussieht, kann sie sich mithilfe eines Handspiegels ein Bild machen. Manche Frauen scheuen sich davor, ihren Genitalbereich genauer anzusehen – diese Angst ist völlig unbegründet, denn die Neugier gegenüber dem eigenen Körper ist ganz normal.

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Die Klitoris – auch Kitzler genannt – befindet sich innerhalb der großen Schamlippen.

Der andere, größere Teil der Klitoris befindet sich im Körperinneren und ist von außen nicht zu sehen. Er besteht aus zwei Schenkeln, die in Muskeln des Beckenbodens gebettet sind und in einem drei bis vier Zentimeter langen Schaft (Klitorisschaft) zusammenlaufen. Die Spitze des Schafts bildet die durch Hautfältchen (Klitorisbändchen) mit den kleinen Schamlippen verbundene Eichel. Wenn die Frau nicht erregt ist, misst dieser äußere Teil ihrer Klitoris in etwa 2,5 Zentimeter. Bei sexueller Erregung verstärkt sich der Blutzufluss zu den Geschlechtsorganen. Schenkel und Schaft vom Kitzler füllen sich mit Blut und schwellen an – ähnlich wie der Penis. Auch die Eichel der Klitoris schwillt auf etwa die doppelte Größe an und verhärtet sich. Ihre Färbung ist nun dunkler als im Normalzustand.

Anders als die Eichel des Penis, die bei Erregung unter der Vorhaut hervortritt, zieht sich die Eichel der Klitoris mit zunehmender Erregung unter die Vorhaut zurück. Damit ist eine direkte Stimulation der Klitoriskrone nicht mehr möglich. Das heißt aber nicht, dass die Erregung der Frau abnimmt, sondern bedeutet vielmehr, dass die Erregung weiter zunimmt. Der Kitzler wird nun während des Geschlechtsakts indirekt durch den Penis stimuliert.

Sexuelle Lust und Erregung

Die Klitoris (Kitzler) dient einzig und allein dem Lustempfinden der Frau – für die Fortpflanzung hat sie keine Bedeutung. Da im Kitzler circa 8.000 Nervenenden zusammenkommen, ist er äußerst berührungsempfindlich. Seine Stimulation bewirkt bei der Frau sexuelle Lust und Erregung – deshalb spricht man im Zusammenhang mit der Klitoris auch von "Lustorgan".

Die Mehrzahl aller Orgasmen, die eine Frau erlebt, sind sogenannte klitorale Orgasmen, das heißt, es kommt durch die Stimulation der Klitoris zum Orgasmus. Andere Formen von Orgasmen sind vaginale Orgasmen, Orgasmen durch Analsex, Orgasmen durch Stimulation anderer Körperteile (z.B. der Brüste) und Orgasmen ohne Stimulation (z.B. im Schlaf). Viele Frauen kommen beim Geschlechtsverkehr nur zum Orgasmus, wenn sie oder ihr Partner zusätzlich ihren Kitzler berührt.

Ob eine Frau – sei es beim Geschlechtsverkehr, beim Oralverkehr oder bei der Selbstbefriedigung – sanftes Streicheln oder stärkeres Reiben ihrer Klitoris als angenehm empfindet oder ob sie etwa die Berührung ihres Scheideneingangs bevorzugt, ist individuell sehr verschieden. Da die Klitoris aufgrund der Vielzahl an Nervenenden sehr empfindlich auf Berührungen reagiert, ist ein vorsichtiges "Herantasten" für den Anfang sicherlich der beste Weg, um die individuellen Vorlieben zu erkunden.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2014)

Online-Informationen der Frauenärzte im Netz: www.frauenaerzte-im-netz.de (Abrufdatum: 13.3.2014)

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.loveline.de (Abrufdatum: 13.3.2014)

Weber, U.: facts about sex – Das Lexikon. Loewe Verlag, Bindlach 2008

Schütz, E. E., Kimmich, T.: Körper und Sexualität. Atlantis, Orell Füssli, Zürich 2007

dtv-Atlas Sexualität. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2005

Pschyrembel Wörterbuch Sexualität. de Gruyter, Berlin 2003

Letzte inhaltliche Prüfung: 13.03.2014
Letzte Änderung: 24.01.2019