UV-Strahlung: Lichtschutzfaktor (LSF)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (20. Juni 2017)

Der sogenannte Lichtschutzfaktor (LSF) ist auf jedem Sonnenschutzmittel (wie Sonnencreme, Sonnenmilch) angegeben. Er reicht von 1 bis 30 oder höher.

Was ist der Lichtschutzfaktor?
Der Lichtschutzfaktor gibt an, um wie viel Mal sich die Eigenschutzzeit der Haut durch das Auftragen des Sonnenschutzmittels verlängert.

Menschen mit sehr heller Haut (Hauttyp I) haben zum Beispiel eine Eigenschutzzeit von nur etwa 5 bis 10 Minuten. Diese Zeit dürfen hellhäutige Menschen also ungeschützt in der Sonne verbringen, ohne Schäden durch UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung) befürchten zu müssen. Benutzen sie beispielsweise ein Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 5, verlängert sich die Eigenschutzzeit um das Fünffache. Hellhäutige Menschen sind mit Lichtschutzfaktor 5 also für circa 25 bis 50 Minuten geschützt. Mit Lichtschutzfaktor 30 verlängert sich bei ihnen die Eigenschutzzeit auf 150 bis 300 Minuten.

UV-Strahlung: Man sieht eine Frau, die sich eincremt. © iStock

Achten Sie beim Sonnenschutz auf Ihren Hauttyp!

Egal, welche Form von Sonnenschutzmittel Sie bevorzugen – wichtig ist, dass es sowohl vor UVB- als auch vor UVA-Strahlung schützt.

Nicht mit Sonnenschutzmittel sparen

Damit das Sonnenschutzmittel seine Wirkung optimal tun kann, achten Sie darauf es möglichst auf alle freien Hautbereiche aufzutragen und hierbei nicht zu sparen: Ein Erwachsener benötigt für den ganzen Körper etwa 30 bis 40 Milliliter an Sonnenschutzmittel. Das entspricht etwa so viel wie drei bis vier Esslöffeln. Cremen Sie außerdem regelmäßig nach:

  • mindestens alle zwei Stunden
  • nach jedem Baden / Abtrocknen

Aber Achtung: Das Nachcremen dient nur dazu, die Schutzwirkung für die individuelle Dauer (abhängig von Eigenschutzzeit und Lichtschutzfaktor) zu erhalten. Das Nachcremenverlängert den Schutz jedoch nicht.

Sonnenfilter

Sonnenschutzmittel funktionieren, weil sie Substanzen beinhalten, die als Sonnenfilter wirken. Diese sonnenschutzaktiven Substanzen lassen sich in physikalische und chemische Sonnenfilter unterteilen.

Physikalische Sonnenfilter

Physikalischen Sonnenfilter reflektieren oder zerstreuen das einfallende UV-Licht. Sie sind chemisch stabil und bestehen aus kleinsten mineralischen Pigmenten wie Titandioxid oder Zinkoxid.

Schematische Darstellung der Eindringtiefe von UV-Strahlung in die Haut.

Ohne Sonnencreme dringt die UV-Strahlung in die Haut ein (links). Eine Sonnencreme mit physikalischem Sonnenfilter reflektiert oder zerstreut das UV-Licht dagegen und schützt so die Haut (rechts).

Chemische Sonnenfilter

Chemische Sonnenfilter wiederum absorbieren UV-Licht und wandeln es in unschädliche Strahlung mit anderen Wellenlängen (sichtbares Licht oder Wärmestrahlung) um. Dabei ist zu berücksichtigen, dass einige dieser Substanzen nicht lichtstabil sind und der Sonnenschutz sich nach einer Weile verbraucht. Sie zersetzen sich unter dem Einfluss des Sonnenlichts nach 5 bis 10 Stunden, was zu einer Verringerung des Sonnenschutzes führt und möglicherweise allergieauslösenden Abbauprodukte produziert.

Sonnenschutzmittel mit chemischem Sonnenfilter sollten idealerweise 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden, da sie einige Zeit brauchen, um in die obere Hautschicht einzudringen und ihre Wirkung zu entfalten.

Wer zu Allergien neigt, sollte eher Sonnenschutzmittel mit physikalischem Sonnenfilter bevorzugen.

Sonnenschutz bei Kindern

Die Haut von Kindern ist sehr sonnenempfindlich. Die Haut von Säuglingen beispielsweise ist nur etwa ein Zehntel so dick wie die von Erwachsenen. Säuglinge und Kinder unter 5 Jahren sind daher ganz besonders vor Sonnenbrand zu schützen, denn in diesem Alter erhöht jeder Sonnenbrand das Hautkrebs-Risiko.

UV-Strahlung: Ein Mädchen mit seiner Mutter am Strand, es trägt einen Sonnenhut, beide haben Creme im Gesicht. © Jupiterimages/iStockphoto

UV-Schutz ist gerade für Kinder ein Muss!

Unter 2 Jahren sollten Kinder sich nur im Schatten aufhalten und direkte Sonnenstrahlung meiden.

Für Kinder, die der Sonne ausgesetzt sind (z.B. beim Spielen), ist ein Sonnenschutzmittel mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 oder besser noch höher zu empfehlen. Zusätzlich sollten sie lange, leichte Kleidung, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille (mit UV-Filter!) tragen.

Unseriöse Behauptungen

Auf manchen Sonnenschutzmitteln liest man Dinge wie:

  • "100-prozentiger Schutz vor UV-Strahlen"
  • "Sun-Blocker"
  • "völliger Schutz"
  • "Schutz für den ganzen Tag"

Solche Behauptungen sind mit Vorsicht zu genießen. Denn einen 100-prozentigen UV-Schutz können Sonnenschutzmittel nicht bieten. Ein geringer Anteil an UV-Strahlung gelangt auch mit Sonnenschutzmittel immer auf die Haut. Zudem reicht es nicht, ein Sonnenschutzmittel einmal aufzutragen, um für den ganzen Tag geschützt zu sein. Jedes Sonnenschutzmittel kann nur die Eigenschutzzeit der Haut um den angegebenen Lichtschutzfaktor verlängern. Ein Teil des Sonnenschutzmittels verliert sich außerdem zum Beispiel durch Schwitzen oder Abreiben (Kleidung, abtrocknen).


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