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Rund ums Tauchen

Letzte Änderung:
Verfasst von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin

Tauchen ist ein faszinierender Sport. Jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, kann Tauchen lernen, egal ob jung oder alt, wobei die untere Altersgrenze bei acht Jahren liegt. Wer ein paar Dinge beachtet, körperlich fit ist und die richtige Ausrüstung mitbringt, kann unter Wasser viel Spaß haben.

Allgemeines

Allerdings sollte jedem bewusst sein, dass Tauchen zu den Risikosportarten zählt. Daher sollte man besondere Aufmerksamkeit auf Übung und Ausrüstung legen. Mit der nötigen Vorbereitung und Vorsicht können auch Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Asthma bronchiale den Tauchsport ausüben.

Fürs Tauchen ist es nicht nur wichtig, die richtige Tauchtechnik zu erlernen. Vielmehr sollte man sich auch mit den physikalischen Grundlagen auseinandersetzen. Wenn man die Vorgänge im Körper und die außergewöhnliche Belastung für den Organismus mit zunehmender Tiefe besser versteht, kann man unnötige Risiken vermeiden.

Die wichtigste physikalische Größe beim Tauchen ist der Druck. Der mittlere Luftdruck in Meereshöhe beträgt 1,013 bar. Auf einem Menschen mit einer Größe von 1.70 Metern und einem Gewicht von 70 Kilogramm wirkt durch diesen Druck an Land eine Kraft von etwa 180 Kilonewton. In zehn Metern Wassertiefe sind die Druckverhältnisse bereits so verändert, das schon die doppelte Kraft auf den Körper wirkt.

Voraussetzungen

Um das Risiko beim Tauchen möglichst gering zu halten, sollte jeder Taucher bestimmte Voraussetzungen mitbringen.

Wenn Sie tauchen wollen, sollten Sie:

Um in Übung zu bleiben, sollten Sie möglichst häufig tauchen.

Tauglichkeitsprüfung

Wer mit dem Tauchen beginnen möchte, sollte sich vorab einer ärztlichen Tauglichkeitsprüfung unterziehen. Der Arzt prüft, ob Sie körperlich und psychisch in der Lage sind, ohne ein erhöhtes Risiko zu tauchen. Die Tauglichkeitsprüfung ist bei Freizeitsportlern nicht gesetzlich vorgeschrieben und ist daher freiwillig. Am dem 40. Lebensjahr wird eine jährliche Untersuchung auf Tauchtauglichkeit empfohlen.

Einschränkungen

Beim Tauchen ist der Mensch einer ungewohnten Belastung ausgesetzt – sowohl körperlich als auch psychisch. Der Aufenthalt unter Wasser entspricht nicht den normalen Lebensbedingungen eines Menschen. So herrschen im nassen Element beispielsweise andere Druckverhältnisse als an Land. Nicht jeder sollte sich in die Tiefe wagen – es gibt einige Einschränkungen, die man beachten sollte.

Kein gesteigertes Risiko beim Tauchen besteht für Frauen während der Menstruation oder für Frauen, die mit der Antibabypille verhüten. Vorsicht ist jedoch bei Brustimplantaten geboten, da diese bei besonders hohem Druck (also großer Tiefe) platzen können. In den üblichen Sporttauchertiefen ist dies aber normalerweise nicht der Fall.

Alkohol und Nikotin

Alkohol und Rauchen stellen ohnehin schon ein Gesundheitsrisiko dar, umso mehr, wenn man unter Alkohol- oder Tabakeinfluss taucht. Auch Übergewicht ist ein Risikofaktor, daher sollte man hier nur nach vorangegangener Tauglichkeitsuntersuchung tauchen.

Wer chronisch krank ist, muss nicht zwangsläufig aufs Tauchen verzichten. Auch mit Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder Asthma bronchiale ist Tauchen prinzipiell möglich – jedoch sollte man einige Besonderheiten berücksichtigen.

Bei Bluthochdruck (Hypertonie), akuter Bronchitis oder COPD sollte man aus Rücksicht auf die eigene Gesundheit auf das Tauchen verzichten. Auch wer unter der Reisekrankheit leidet, sollte bei einem akuten Anfall nicht tauchen.

Personen, die an Diabetes mellitus oder Asthma erkrankt sind, sollten mit besonderer Vorsicht ans Tauchen herangehen. Asthmatiker sollten vor dem Tauchgang eine taucherärztliche Beratung in Anspruch nehmen sowie eine Lungenfunktionsprüfung durchführen. Ist das Ergebnis der Untersuchung unbedenklich, kann man unter Einhaltung der entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen auch mit Asthma tauchen.

Chronische Erkrankungen

Diabetes mellitus

Tauchen ist für Diabetiker weitgehend problemlos möglich, wenn diese bestimmte Faktoren berücksichtigen:

Kinder

Kinder dürfen erst ab dem achten Lebensjahr das Tauchen mit Sauerstoffflasche erlernen, können jedoch vorher schon Schnorchelkurse besuchen. Außerdem wird aufgrund der steigenden Belastung des Organismus mit zunehmender Tiefe empfohlen, dass Kinder bis 14 Jahre nicht tiefer als zehn Meter tauchen sollten.

Ausrüstung

Grundausrüstung

Zur Grundausrüstung (ABC-Ausrüstung) beim Tauchen zählen zunächst ein Schnorchel, eine Maske sowie Flossen. Der Schnorchel wird nicht nur beim Schnorcheltauchen verwendet, sondern gehört auch zur Grundausrüstung beim Tauchen mit einem Atemgerät. Außerdem benötigt man beim Flaschentauchen einen Taucheranzug sowie Tariermittel, welche den Auftrieb ausgleichen (Westen, Ballast, …).

Tauchgeräte

Heutzutage werden vorwiegend Drucklufttauchgeräte (DTG, auch SCUBA = Self Contained UnderwaterBreathing Apparatus) zum Tauchen verwendet. Hierbei atmet der Taucher über ein Mundstück die Pressluft mit einem Druck ein, der dem jeweiligen Umgebungsdruck (Wasserdruck plus Atmosphärendruck) entspricht. Das Luftgemisch wird in der Regel aus einer (oder mehreren) auf dem Rücken des Tauchers befestigten Flasche aus Stahl oder Aluminium mit einem Inhalt zwischen zehn und 15 Litern eingeatmet.

Die Luft wird mithilfe eines Kompressors aus der Umgebungsluft mit einem Druck von etwa 200 bar in die Flasche gefüllt. Mit einer Zehn-Liter-Flasche mit 200 bar ist eine Tauchdauer von etwa 40 Minuten möglich.

Für sicheres Tauchen in größerer Tiefe, etwa bei Unterwasserarbeiten sowie für wissenschaftliche oder militärische Zwecke, müssen Sauerstoff-Heliumgemische verwendet werden.

Sonstige Ausrüstung

Um die empfohlene Tauchdauer nicht zu überschreiten und das Aufsteigen zu überwachen, sollten Tauchtabellen und Tauchcomputer bei jedem Tauchgang mitgeführt werden. Sie ermöglichen sowohl eine Zeit- als auch eine Tiefenmessung und verhindern bei korrekter Handhabung zu schnelles Aufsteigen oder zu langes und zu tiefes Tauchen und somit Komplikationen wie zum Beispiel einen Tiefenrausch.

Weitere Informationen

Buchtipps:

Tauchmedizin in Theorie und Praxis

Hans J. Roggenbach, Holger Gröbel, Peter Brederbusch
200 Seiten 2007

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Quellen:

Ehm, O. et al.: Tauchen noch sicherer. Müller Rüschlikon Verlag, Stuttgart 2007

Muth, C.; Radermacher, P.: Kompendium der Tauchmedizin. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2007

Engelhardt, M.: Sportverletzungen. Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer, München 2006

Letzte inhaltliche Prüfung: 17.06.2010
Letzte Änderung: 18.06.2015