Mobbing und seine Folgen: Der Mobbing-Prozess

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. April 2014)

Wann das Mobbing am Arbeitsplatz begonnen hat, können die Betroffenen meist nicht genau sagen, denn: Der Mobbing-Prozess setzt typischerweise schleichend ein. In vielen Fällen steht am Anfang ein (beruflicher) Konflikt, der – weil als belanglos eingeschätzt – keine weitere Beachtung findet. Aus diesem ungelösten Konflikt kann Mobbing entstehen, wobei der ursprüngliche Auslöser immer mehr in den Hintergrund tritt und die Beteiligten stattdessen persönliche Auseinandersetzungen führen.

Die Mobbing-Opfer sehen sich zunehmend in die Außenseiterrolle gedrängt, weil die Täter sie meiden oder verleumden. Als Reaktion auf diese Behandlung zeigen die Opfer Verhaltensweisen wie Rückzug, Misstrauen oder Aggression – wodurch sich ihre Außenseiterrolle zunehmend verstärkt. Im weiteren Verlauf kann sich der Mobbing-Prozess auf die körperliche und seelische Gesundheit der Mobbing-Opfer auswirken. Häufige Fehlzeiten und eine abnehmende Arbeitsqualität können die Folge sein.

Ein fortgeschrittener Mobbing-Prozess endet meist mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. In vielen Fällen sprechen die Betroffenen selbst die Kündigung aus – wegen der durch das Mobbing unerträglichen Arbeitssituation. In manchen Fällen erhalten auch die Betroffenen – meist unter einem Vorwand – die Kündigung.

Mobbing-Handlungen

Mobber können beim Mobbing-Prozess vielfältige Handlungen vornehmen, deren gemeinsames Ziel darin besteht, das Mobbing-Opfer systematisch auszugrenzen. Dabei können sich die Mobbing-Angriffe auf verschiedene Bereiche auswirken:

Angriff auf …Beispiel
… die Möglichkeit, sich mitzuteilen Fortwährendes Unterbrechen der Mobbing-Opfer; dauerndes Kritisieren; Anschreien; ständige Kritik an Arbeit oder Privatleben
… die sozialen Beziehungen Völliges Ignorieren der Mobbing-Opfer; ausbleibende Reaktion auf Ansprache; Versetzung in einen anderen Raum
… das soziale Ansehen Verbreitung von Gerüchten; Nachahmen von Gang, Gesten oder Stimme; Äußerungen, die Betroffenen seien psychisch krank; Belustigung
… die Qualität der Berufs- und Lebenssituation Zuteilung von sinnlosen, deutlich überfordernden oder unterfordernden Arbeitsaufgaben; Zuweisung von immer neuen Aufgaben oder mangelndes Vergeben von Aufgaben
… die Gesundheit Körperliche Misshandlung; Androhung von Gewalt; Zerstören persönlicher Gegenstände; sexuelle Übergriffe

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