Cholesterinwerte, Cholesterinspiegel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. Januar 2009)

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Cholesterin hat keinen guten Ruf. Es kann, wenn zu viel davon im Blut ist, unsere Gefäße verkalken und verengen. Deshalb gilt es als Wegbereiter von Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Doch zu hohe Cholesterinwerte sind nur eine mögliche Ursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem ist Cholesterin nicht gleich Cholesterin.

Die Nachricht "Ihre Cholesterinwerte sind zu hoch!" kommt für viele Betroffene überraschend. Denn Fettstoffwechselstörungen – und dazu zählt ein hoher Cholesterinspiegel – verursachen zunächst keine Beschwerden. Hohe Cholesterinwerte sind ein Phänomen der Wohlstandsgesellschaft. Schuld daran sind in der Regel eine ungünstige Ernährungsweise, Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress.

Ob jemand einen hohen Cholesterinspiegel bekommt oder nicht, ist in den meisten Fällen erblich bedingt. Jedoch: Nicht die hohen Werte werden vererbt, sondern die Veranlagung, hohe Werte zu bekommen. Das heißt, wer gesund lebt, kann trotz dieser Erbanlage normale Cholesterinwerte haben.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die fettreich essen, keinen Sport treiben und unter Stress leiden und trotzdem einen normalen Cholesterinspiegel haben. Sie haben eben keine entsprechende Veranlagung. Nur in seltenen Fällen gibt es schwere erblich bedingte Fettstoffwechselstörungen. Dabei liegen die Cholesterinwerte sehr hoch. Hier helfen ausschließlich Medikamente.

Die menschliche Leber produziert ständig Cholesterin, jeden Tag etwa 600 bis 1000 Milligramm. Mit dem Essen kommen noch einmal täglich ungefähr 400 bis 500 Milligramm dazu. Ob das Cholesterin Schaden anrichten kann, ist von der Menge abhängig, die im Blut zirkuliert. Welche Menge noch gesund und welche schon gefährlich ist, hängt auch von der Lebensweise und der körperlichen Fitness ab. Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit hohem Cholesterinspiegel eher einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erleiden, als solche mit niedrigem. Doch hier ist wichtig zu wissen: Ein hoher Cholesterinspiegel (beziehungsweise hohe Cholesterinwerte) ist nur ein Risikofaktor unter vielen. Rauchen, hoher Blutdruck, Übergewicht oder Stress gehören ebenfalls zu den Risikofaktoren.

Auf der anderen Seite ist Cholesterin für den Körper auch sehr nützlich, ja sogar lebensnotwendig. So ist es beispielsweise Bestandteil jeder Körperzelle und sorgt für deren Stabilität. Sexualhormone und Hormone der Nebennierenrinde (zum Beispiel Cortison) werden aus Cholesterin gebildet. Es ist Ausgangsstoff der Gallensäuren, die für die Fettverdauung benötigt werden. Schließlich wird es auch im Vitaminstoffwechsel gebraucht. Aus Cholesterin stellt der Körper mit Hilfe der Sonnenstrahlung eine Vorstufe des Vitamin D her.