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Mangan

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Verfasst von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin

Mangan ist für den Menschen lebenswichtig und zählt zu den essenziellen Spurenelementen. Besonders viel Mangan ist in pflanzlichen Produkten enthalten, so zum Beispiel in Vollkorngetreide.

Steckbrief: Mangan

  • Tagesbedarf: der geschätzte Bedarf eines Erwachsenen liegt zwischen 2 und 5 Milligramm
  • Funktionen im Körper: u.a. Bestandteil verschiedener Enzyme
  • manganhaltige Lebensmittel: v.a. pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Reis
  • Manganmangel: nur in Ausnahmefällen bei künstlicher Ernährung möglich
  • Überdosierung: Über die Ernährung nicht möglich

Jeden Tag gelangt Mangan über die Nahrung in den menschlichen Körper. Im Dünndarm wird das Mangan aufgenommen und verwertet. Im Körper eines Erwachsenen befinden sich zwischen 10 und 20 Milligramm Mangan.

Mangan erfüllt verschiedene wichtige Funktionen im Körper. Es ist Bestandteil verschiedener Enzyme. Enzyme sind Eiweiße, die dafür zuständig sind, bestimmte chemische Reaktionen im Körper auszulösen oder zu beschleunigen. Zum anderen ist Mangan auch dafür verantwortlich, einige Enzyme zu aktivieren und somit spezifische Reaktionen im Körper auszulösen.

Mangan spielt eine Rolle im Kohlenhydrat- und Aminosäurestoffwechsel und trägt zum Aufbau von Bindegewebe bei. Zudem schützt es vor sogenannten freien Radikalen, aggressiven Sauerstoffverbindungen, die die Zellen schädigen können.

Mangan (Mn) ist ein graues, sehr hartes, aber sprödes Schwermetall. Es wurde 1774 von dem schwedischen Chemiker Johann Gottlieb Gahn entdeckt.

Tagesbedarf

Über den täglichen Bedarf gibt es nur Schätzwerte: Demnach sollte ein Erwachsener zwischen 2 und 5 Milligramm Mangan über die Nahrung aufnehmen. Eine solche Menge wird normalerweise leicht gedeckt. So sind in 100 Gramm Getreide bereits 3 Milligramm Mangan enthalten.

Der Mangan-Bedarf ist während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht erhöht.

Manganhaltige Lebensmittel

Besonders manganhaltige Lebensmittel sind vor allem pflanzlichen Ursprungs. Hierzu zählen zum Beispiel:

Geringere Mengen Mangan sind auch in Milch und Milchprodukten sowie in Fleisch und Fisch enthalten.

Eine ausreichende Dosis von 3 Milligramm erreichen Sie zum Beispiel mit

  • 300 g Reis ODER
  • 100 g Getreide ODER
  • 100 Sojabohnen ODER
  • 500 g Austern ODER
  • 150 g Hülsenfrüchten.

Manganmangel

Ein Manganmangel kommt bei einer ausgewogenen Ernährung normalerweise nicht vor. Daher ist es auch nicht nötig, manganhaltige Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen.

Mögliche Mangelerscheinungen konnten lediglich in Tierversuchen nachgewiesen werden. Darüber hinaus vermutet man, dass ein zu wenig Mangan dazu führt, dass die Körperzellen schlechter auf das Hormon Insulin ansprechen. In seltenen Fällen entsteht ein Manganmangel im Rahmen einer künstlichen Ernährung und führt zu Symptomen wie Gewichtsverlust und Hautentzündungen.

Überdosierung

Wer viele manganhaltige Lebensmittel zu sich nimmt, etwa Vollkornprodukte, muss keine Vergiftungserscheinungen befürchten: Selbst in hohen Dosen ist allein über die Ernährung keine Überdosierung möglich.

In Tierversuchen stellte sich heraus, dass sehr hohe Dosen Mangan das Blutbild verändern und das zentrale Nervensystem schädigen können. Über reine Nahrungsaufnahme sind derartige Effekte jedoch nicht zu erzielen.

Vergiftungsfälle sind nur aus dem Bereich der Arbeitsmedizin bekannt, etwa bei Minenarbeitern, die Manganstaub inhaliert hatten oder deren Haut mit Mangan in Kontakt gekommen war. Zu den Symptomen der Vergiftung zählen parkinsonähnliche Zuckungen und Halluzinationen.

Weitere Informationen

Quellen:

Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: www.dge.de (Abrufdatum: 28.11.2018)

Biesalski, H., et al..: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2017

Mangan. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: April 2016)

Biesalski, H., Grimm, P., Nowitzki-Grimm, S.: Taschenatlas Ernährung. Thieme, Stuttgart 2015

Vitamine und Mineralstoffe – eine starke Truppe. aid Infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V., 2008

Letzte inhaltliche Prüfung: 28.11.2018
Letzte Änderung: 05.07.2019