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Kupfer

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Verfasst von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin

1 bis 1,5 Milligramm: So viel Kupfer sollte der Mensch täglich über die Nahrung aufnehmen. Zu einem chronischen Kupfermangel kommt es nur selten. In der Regel kann eine gesunde Person ihren Bedarf mithilfe einer ausgewogenen Ernährung leicht decken.

Überblick

Ohne Kupfer würden bestimmte Prozesse im Körper nicht richtig funktionieren. Das Schwermetall ist lebensnotwendig – wenngleich auch in geringen Mengen. Kupfer zählt daher zu den essenziellen Spurenelementen. Darunter verstehen Wissenschaftler lebensnotwendige (=essenzielle) Mineralstoffe, die der Mensch nur in kleinen Mengen benötigt.

Im Körper eines Erwachsenen sind im Durchschnitt rund 100 Milligramm Kupfer gespeichert – insbesondere im Skelett, aber auch in den Muskeln, den inneren Organen wie der Leber, der Niere und im Gehirn.

Steckbrief: Kupfer

  • Tagesbedarf: ca. 1-1,5 mg/Tag
  • Funktionen im Körper: u.a. Wachstum von Zellen und Blutgefäßen, Eisenstoffwechsel
  • Kupferhaltige Lebensmittel: Innereien, Kakao, Vollkornprodukte, grünes Gemüse
  • Symptome eines Kupfermangels (selten): u.a. gestörte Eisenaufnahme, Leberfunktionsstörungen, Pigmentstörungen, Blutarmut
  • Symptome einer Vergiftung (selten): Leberschäden, Magen-Darm-Beschwerden

Verschiedenste Enzyme benötigen Kupfer, um ihre Funktion erfüllen zu können. Kupfer ist unter anderem wichtig für:

Kupfer gelangt aus der Nahrung vor allem über Schleimhaut des Dünndarms ins Blut. Wie viel Kupfer ins Blut übergeht, ist vor allem von der Nahrungszusammensetzung abhängig. So hemmt beispielsweise Zink die Kupferaufnahme. Transport-Eiweiße wie Albumin und Transcuprein binden das im Blut befindliche Kupfer und befördern es anschließend hauptsächlich zur Leber. Von dort aus kann es bei Bedarf in verschiedene Körperbereiche gelangen. Dabei bindet es vor allem an das Transporteiweiß Ceruloplasmin. Überschüssiges Kupfer wird über die Galle mit dem Stuhlgang ausgeschieden.

Genetisch bedingte Störungen im Kupferstoffwechsel

Bestimmte Erkrankungen gehen mit einem Kupfermangel oder -überschuss einher, so zum Beispiel:

  • Das Menkes-Syndrom ist eine erblich bedingte Erkrankung, die vor allem bei Jungen auftritt. Durch eine bestimmte Mutation funktioniert der Kupferstoffwechsel nicht richtig, was zu einem Kupfermangel führt. Typische Symptome sind Wachstums- und Entwicklungsstörungen, brüchige, farblose und geknickte Haare sowie Probleme mit den Knochen. Das Menkes-Syndrom ist nicht heilbar, die meisten Patienten versterben noch im Kindesalter.
  • Der Morbus Wilson ist eine Erbkrankheit, die auch Kupferspeicherkrankheit genannt wird. Durch einen Gendefekt kann die Leber überschüssiges Kupfer aus der Nahrung nicht mehr über die Galle ausscheiden. Die Folge: Es sammelt sich immer mehr Kupfer im Körper an. Auf Dauer nehmen die Organe dadurch Schaden. Patienten mit Morbus Wilson müssen dauerhaft Medikamente einnehmen, die die Kupferausscheidung erhöhen.

Kupferbedarf

Bislang gibt es nur Schätzwerte über den menschlichen Kupferbedarf. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Erwachsene und Kinder über 7 Jahren täglich zwischen 1 und 1,5 Milligramm benötigen.

Geschätzter Kupferbedarf pro Tag

Alter Kupferbedarf / Tag
0 bis 4 Monate 0,2 - 0,6 mg
4 bis 12 Monate 0,6 - 0,7 mg
Kinder zwischen 1 und 7 Jahren 0,5 - 1,0 mg
Kinder ab 7 Jahre, Jugendliche und Erwachsene 1,0 - 1,5 mg

Kupferhaltige Lebensmittel

Kupfer ist sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln enthalten.

Zu besonders kupferhaltigen Nahrungsmitteln zählen zum Beispiel:

Wenig kupferhaltige Lebensmittel sind hingegen Milch und niedrig ausgemahlenen Mehle sowie Zucker.

Was deckt den Tagesbedarf?

Der Tagesbedarf von 1 bis 1,5 Milligramm Kupfer ist beispielsweise enthalten in:

  • 30 g Kakao
  • 100 g Schweineleber
  • 200 g Vollkornflocken aus Hafer
  • 100 g Haselnüsse
  • 100 g Sojabohnen

Normalwerte im Blut

Die Normalwerte für Kupfer im Blut weichen je nach Geschlecht voneinander ab.

Kupfer: Normalwerte im Blut

Geschlecht Normalwerte
männlich

79-131 Mikrogramm pro Deziliter bzw.

12,4-20,6 Mikromol pro Liter
weiblich

74-122 Mikrogramm pro Deziliter bzw.

11,6-19,2 Mikromol pro Liter

Kupfermangel

Ein Kupfermangel kommt sehr selten vor. Er entsteht beispielsweise, wenn:

Mögliche Folgen eines chronischen Kupfermangels sind etwa

Kupfervergiftung

Eine Überdosierung oder Vergiftung mit Kupfer ist selten. In Deutschland nehmen Erwachsene etwa 2,3 bis 2,5 Milligramm Kupfer pro Tag auf – eine tägliche Aufnahme von bis zu 5 Milligramm gilt als ungefährlich.

Wer eine große Menge Kupfer auf einmal aufnimmt, kann eine akute Kupfervergiftung bekommen. Personen mit einer Kupfervergiftung leiden an starkem ErbrechenDurchfall und Bauchkrämpfen. Das Kupfer wird zum größten Teil wieder ausgeschieden. Eine solche Überdosierung kommt jedoch nur selten vor. Sie kann zum Beispiel dann entstehen, wenn man säurehaltige Getränke oder Lebensmittel zu sich nimmt, die in einem kupferhaltigen Behälter aufbewahrt wurden. Der Grund: Die Säure in den Nahrungsmitteln löst das Kupfer aus dem Behältnis, sodass es in den Körper gelangt. In schweren Fällen, wenn pro Kilogramm Körpergewicht rund 200 Milligramm Kupfer aufgenommen wurden, kann eine Kupfervergiftung tödlich sein.

Eine chronische Kupfervergiftung entsteht, wenn eine Person über einen längeren Zeitraum erhöhte Kupferdosen aufnimmt. Dies macht sich vor allem durch Magen- und Darmbeschwerden sowie Leberschäden bemerkbar.

Sind Kupferpräparate sinnvoll?

In der Regel müssen gesunde Menschen keine Nahrungsergänzungsmittel mit Kupfer einnehmen – normalerweise wird der Bedarf über die Nahrung leicht gedeckt. Personen, die nachweislich einen Kupfermangel haben, sollten Kupferpräparate nur in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker zu sich nehmen.

Weitere Informationen

Quellen:

Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Abrufdatum: 16.1.2019)

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Online-Publikation (Abrufdatum: 4.1.2019)

Biesalski, H., et al.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2018

Kupfer. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: Mai 2017)

Elmadfa, I., Leitzmann, C.: Ernährung des Menschen. Ulmer, Stuttgart 2015

Itter, H., Pabel, U.: "Toxikologie von Blei, Kupfer und Zink", Symposium "Alle(s) wild?" des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) vom März 2013

Pabel, U.: Toxikologie von Blei, Kupfer und Zink. Bundesinstitut für Risikobewertung, Online-Publikation: www.bfr.de (Stand: 18.3.2013)

Brockhaus (Hrsg.): Der Brockhaus Ernährung. F.A. Brockhaus GmbH, Gütersloh 2011

Basiswissen Ernährung: Kupfer – in Enzymen wichtig. Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 49, S. 66 (5.12.2007)

Letzte inhaltliche Prüfung: 17.01.2019
Letzte Änderung: 17.01.2019