Leben mit Luftnot: COPD erkennen und behandeln

Veröffentlicht von: Till von Bracht (14. Dezember 2017)

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Die Mehrheit der Raucher entwickelt irgendwann in ihrem Leben eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung, besser bekannt als COPD. Eine COPD ist mehr als ein harmloser Raucherhusten – sie ist aktuell die vierthäufigste Todesursache weltweit. Und obwohl es typische Anzeichen und Risikofaktoren gibt, wird die Krankheit meist erst nach Jahren erkannt.

Menschen mit COPD haben dauerhaft geschädigte und verengte Atemwege. Außerdem können sie nicht richtig ausatmen, weil die kleinen Bläschen (Alveolen) in ihrer Lunge zerplatzt und zu größeren Blasen verschmolzen sind.

Dadurch bekommt man bei COPD nur noch schwer Luft. Anziehen, Einkaufen gehen, Treppensteigen – schon alltägliche Dinge können ausreichen, um außer Atem zu geraten. Meist bleibt die COPD bis zu einem fortgeschrittenen Stadium allerdings unerkannt: Denn die Lungenerkrankung entsteht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich schleichend.

Die mit Abstand häufigste Ursache für eine COPD ist das Rauchen. Langsam und über viele Jahre hinweg zerstört der Zigarettenqualm allmählich das Lungengewebe. Anfangs bemerkt man diesen Verfall der Lunge gar nicht. Beschwerden wie chronischer Husten und Atemnot werden gerne für einen "normalen Raucherhusten" oder eine Erkältung gehalten.

"Viele Menschen leben jahrelang mit den Anzeichen einer COPD, ohne zu wissen, dass es sich um diese schwere Krankheit handelt", heißt es beim Kompetenznetz Asthma und COPD. "Sie nehmen die Symptome daher nicht so ernst, gehen nicht zum Arzt. Und so kann die COPD unerkannt immer weiter fortschreiten".

Dabei könne man schon mit drei einfachen Fragen der Erkrankung auf die Spur kommen, erklärt Dr. Maren Schuhmann von der Thoraxklinik Heidelberg gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung.

  • Sind Sie über 40 Jahre alt?
  • Rauchen Sie oder haben Sie früher viel geraucht?
  • Haben Sie Husten oder Atemnot?

"Jeder zweite, der dreimal mit Ja antwortet, leidet an COPD", behauptet die Ärztin.

Wie mit COPD zurechtkommen?

Im fortgeschrittenen Stadium kann eine COPD die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen. Die gute Nachricht: Es gibt viele Möglichkeiten, die das Leben mit Luftnot erleichtern.

Wichtigste Maßnahme: Aufhören zu rauchen.

Nur wer es schafft, vollständig (!) auf Zigaretten zu verzichten, kann die Symptome mildern und das Fortschreiten der COPD aufhalten.

Mit dem Rauchen aufzuhören ist allerdings für viele Menschen leichter gesagt als getan. Darum ist es zum Beispiel ratsam, an einem Raucherentwöhnungsprogramm teilzunehmen oder eine Nikotinersatz-Therapie zu bewältigen.

Ebenfalls wesentlicher Bestandteil der Behandlung: Medikamente.

Eine zentrale Rolle bei der Behandlung einer COPD spielen Medikamente. Welche Medikamente am besten geeignet sind, richtet sich vor allem nach den COPD-Stadien. Bronchienerweiternde Medikamente zum Beispiel sorgen bei akuten Problemen dafür, dass Betroffene wieder richtig ausatmen können.

Bei fortgeschrittener COPD können zudem kortisonhaltige Medikamente, PDE-4-Hemmer oder eine Kombination von verschiedenen Medikamenten sinnvoll sein.

Häufig unterschätzt, aber mindestens genauso wichtig: Nicht-medikamentöse Maßnahmen.

Bereits kleine Veränderungen im Lebensstil und Tagesablauf zeigen oft große Wirkung. COPD-Patienten sollten auf tägliche Bewegung nicht verzichten, auch wenn sie möglicherweise schnell in Atemnot geraten. Denn Bewegungsmangel verschlimmert die Krankheit noch. Empfehlenswert sind zum Beispiel regelmäßige Spaziergänge, Nordic Walking und spezielle Reha-Sport-Angebote.

Darüber hinaus sollten Patienten

  • Übergewicht vermeiden,
  • sich gesund und ausgewogen ernähren und
  • nahestehende Personen über die Krankheit informieren.

Wer diese Tipps beherzigt, kann trotz COPD ein lebenswertes Leben führen!

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Herold, G.: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2018

COPD selbst erkennen. Online-Informationen des Kompetenznetz Asthma und COPD: www.asconet.net (Abrufdatum: 13.12.2017)

COPD: Drei Fragen für die Diagnose. Online-Informationen der Pharmazeutischen Zeitung: www.pharmazeutische-zeitung.de (Stand: 29.11.2017)

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformationen.de (Stand: 12.8.2015)



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