Keuchhusten auf dem Vormarsch: Gefahr für Säuglinge

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (11. Februar 2017)

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Bevor es die Keuchhusten-Impfung gab, starben in Deutschland jährlich rund 10.000 Säuglinge an der bakteriellen Infektion. Das ist mittlerweile fast vergessen. Doch der Keuchhusten ist wieder auf dem Vormarsch.

2016 wurden über 22.000 Keuchhusten-Fälle gemeldet. Seit Anfang 2017 sind es bereits 1.554 Fälle.

Mittlerweile sind zwar rund 96 Prozent der Kinder im 1. Schuljahr gegen Keuchhusten geimpft – aber nur jeder 5. bis 10. Erwachsene. Das kommt unter anderem daher, dass der Impfschutz regelmäßig aufgefrischt werden muss, was viele schlichtweg vergessen. Wer sich als Erwachsener mit Keuchhusten ansteckt, wird vermutlich kaum Symptome bemerken und sich lediglich über einen anhaltenden Husten ärgern. Warum also auch als Erwachsener noch impfen lassen?

Ganz einfach: Weil Keuchhusten hochansteckend ist! Per Tröpfcheninfektion werden die Bakterien beim Husten, Niesen oder schon beim Sprechen in die Umgebung gestreut. Wer nicht immun ist, infiziert sich und entwickelt entsprechend seinem Alter die typischen Symptome.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen mag das nur ein nerviger Husten sein. Ältere Kinder müssen langanhaltend mit schweren Hustenanfällen kämpfen, begleitet von typischen Erkältungssymptomen.

Für Säuglinge allerdings kann Keuchhusten lebensgefährlich sein! Die Hustenanfälle sind in dem Alter zwar weniger stark ausgeprägt als bei älteren Kindern oder Erwachsenen. Allerdings kann der Keuchhusten beim Baby Atemstillstände auslösen und Komplikationen mit sich bringen, wie:

Wenn Impflücken geschlossen werden, könnten die meisten Fälle von Keuchhusten verhindert werden. Darum gilt:

  • Lassen Sie Ihr Baby gegen Keuchhusten impfen, sobald das möglich ist.
  • Achten Sie darauf, alle Folgeimpfungen wahrzunehmen.
  • Lassen Sie ältere Kinder und Jugendliche, die bisher nicht geimpft wurden, nachträglich gegen Keuchhusten impfen.
  • Überprüfen Sie, ob Ihr Impfschutz noch besteht, und holen Sie die nötigen Impfungen nach.
  • Besonders Kontaktpersonen von Säuglingen (Großeltern, Babysitter, …) sollten geimpft sein bzw. ihren Impfschutz auffrischen. Die Impfung sollte dabei mindestens vier Wochen vor dem ersten Kontakt mit dem Säugling erfolgen.

Wann sollte man impfen?

Eine Impfung gegen Keuchhusten ist ab dem 2. Lebensmonat möglich. Anschließend folgen drei weitere Impfungen im Alter von 3, 4 und 11 bis 14 Monaten.

Der Impfschutz gegen Keuchhusten bleibt nicht lebenslang bestehen, daher sollte sie zwischen 5 und 6 Jahren, zwischen 9 bis 17 Jahren und anschließend mindestens alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

Quellen:

Keuchhustenwelle in Deutschland. Online-Informationen des Ärzteblatts: www.aerzteblatt.de (9.2.2017)

Impflücken schließen. Keuchhusten im Epidemiologischen Bulletin. Online-Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI): www.rki.de (9.2.2017)

Epidemiologisches Bulletin Nr. 34/2016: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 29.8.2016)

Erregersteckbrief Keuchhusten. Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.infektionsschutz.de (Stand: 25.4.2016)

Stand: 11. Februar 2017

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