11 Anzeichen, die auf einen Testosteronmangel hindeuten

Veröffentlicht von: Till von Bracht (02. Januar 2018)

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Etwa ab dem 40. Lebensjahr nehmen bei vielen Männern die Testosteronwerte Jahr für Jahr kontinuierlich ab.  Dieses hormonelle Absinken ist völlig normal – meist bemerkt Mann das nicht mal. Bei einigen jedoch kann der Testosteronmangel im Alter zu einer Reihe von Beschwerden führen. Welche das sind und was Sie dagegen tun können.

Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon überhaupt. Es sorgt für einen muskulösen Körper, breite Schultern, Bartwuchs und eine tiefe Stimme. Ein echtes Männerhormon eben. Sinkt der Testosteronspiegel, so verändert sich nicht nur die äußere Erscheinung des Mannes – nein, ein krankhafter Testosteronmangel kann sich auch auf die Potenz, die Libido und die Psyche auswirken.

Das vermeintlich starke Geschlecht beginnt im wahrsten Sinne des Wortes zu schwächeln. Viele Männer nehmen die Anzeichen für einen Testosteronmangel allerdings nicht ernst. Ständig müde und gereizt? Solche Phasen hat doch jeder ab und zu. Kraft- und antriebslos? Das liegt bestimmt am Wetter. Flaute im Bett? Das liegt bestimmt am Stress. Oder an der Frau.

Wechseljahre beim Mann? Gibt es nicht, sagen Experten.

Im Gegensatz zum plötzlichen Hormonabfall in den weiblichen Wechseljahren sinkt der Testosteronspiegel beim Mann sehr langsam und kontinuierlich ab. Beschwerden treten – wenn überhaupt – erst dann auf, wenn der Testosteronspiegel im Blut einen bestimmten Grenzwert unterschreitet.

Dies ist aber auch im Alter nicht bei jedem Mann der Fall. Einige haben trotz niedriger Testosteronwerte keinerlei Symptome. Für die Diagnose eines sogenannten Testosteron-Mangel-Syndroms reicht die Testosteronkonzentration allein nicht aus, auch die Beschwerden des Mannes müssen berücksichtigt werden. Daher halten viele Experten den Begriff "männliche Wechseljahre" für nicht korrekt.

Ein Arztbesuch kommt für viele Männer erst dann infrage, wenn es gar nicht mehr anders geht – oder wenn die Ehefrau oder Freundin sie in die Sprechstunde schickt.  

Mehrere Studien konnten zeigen, dass ein geringerer Testosteronspiegel mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Arteriosklerose und für das metabolische Syndrom verbunden ist.

Umso wichtiger ist es daher, typische Anzeichen für einen Testosteronmangel zu kennen.

11 Anzeichen für einen Testosteronmangel:

  1. Erektionsstörungen
  2. Verminderung der Spermien-Produktion
  3. Verlust der Libido
  4. Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft
  5. Vermehrung des Fettgewebes (insbesondere am Bauch)
  6. verminderter Bartwuchs
  7. geringfügige Abnahme der Hodengröße
  8. Abnahme der Knochendichte (Osteoporose)
  9. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Antriebsarmut
  10. depressive Verstimmungen
  11. Hitzewallungen und Schweißausbrüche

Bestehen diese Symptome über einen längeren Zeitraum oder nehmen sie im Verlauf zu, kann unter Umständen ein Testosteronmangel vorliegen.

Was kann Mann tun?

Im Grunde ist es ganz einfach: Wer erwiesenermaßen zu wenig Testosteron im Blut hat und wenn dies die Ursache für verschiedene Beschwerden ist, sollte versuchen, diesen Testosteronmangel auszugleichen.

Ärzte haben die Möglichkeit, den Testosteronspiegel mithilfe einer Hormonersatztherapie zu normalisieren. Hierbei bekommt der Patient künstliches Testosteron zugeführt, zum Beispiel als Spritze, Tabletten oder mithilfe eines Pflasters.

Darüber hinaus kann es hilfreich sein, dass man auf all die Dinge verzichtet, die den Testosteronspiegel im Blut negativ beeinflussen können. Konkret bedeutet das:

  • Versuchen Sie, sich ausgewogen zu ernähren.
  • Bleiben Sie aktiv! Bewegen Sie sich regelmäßig.
  • Nehmen Sie Alkohol nur in Maßen zu sich.
  • Verzichten Sie möglichst vollständig auf Nikotin.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipp:

Testosteron-Test: Leiden Sie an einem Testosteronmangel?

Testosteronmangel beim Mann im Alter: Symptome, Ursachen, Therapie

Quellen:

Nian, Y., et al.: Testosterone replacement therapy improves health-related quality of life for patients with late-onset hypogonadism: A meta-analysis of randomized controlled trials. Andrologia, Iss. 49, e12630 (2017)

I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

Lehnert, H.: Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel. Thieme, Stuttgart 2014

Tajar, A., et al.: Characteristics of androgen deficiency in late-onset hypogonadism: results from the European Male Aging Study (EMAS). The Journal of Clinical Endocrinology, Vol. 97,Iss. 5, pp. 1508-1516 (2012)

Krause, W., et al.: Andrologie: Krankheiten der männlichen Geschlechtsorgane, Thieme, Stuttgart 2011

Aktualisiert am: 2. Januar 2018