Eine Hautärztin untersucht den Bauch einer Patientin.
© Getty Images

Röschenflechte (Pityriasis rosea)

Eine Röschenflechte beginnt meist mit einer einzelnen Hautrötung (Primärmedaillon) am Rumpf. Tage später bildet sich ein schuppiger Ausschlag an anderen Hautstellen. In der Regel klingen die Symptome von allein wieder ab. Dies kann allerdings einige Wochen dauern.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Röschenflechte (Pityriasis rosea)

Was ist eine Röschenflechte?

Die Röschenflechte (Pityriasis rosea, auch: Schuppenröschen) ist eine akut-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Typisch ist ein am Rumpf auftretender Hautausschlag, dem eine einzelne große Hautrötung vorausgeht.

Röschenflechte: Die wichtigsten Fakten im Überblick

auch: Pityriasis rosea; Schuppenröschen

Ursachen: unbekannt, wahrscheinlich spielen bestimmte Herpesviren eine Rolle

Symptome: zunächst eine einzelne rote, schuppige Hautveränderung am Rumpf; später Hautausschlag; andere Verläufe sind möglich

Behandlung: heilt ohne spezielle Behandlung nach Wochen bis Monaten ab; wichtig ist, die Haut nicht zu reizen und sanft zu pflegen

Wie häufig ist die Röschenflechte und wer erkrankt daran?

Die Röschenflechte ist weltweit verbreitet und kommt relativ häufig vor. Im Frühjahr und Herbst ist die Zahl der Fälle besonders hoch. Vor allem ältere Kinder und junge Erwachsene erkranken an Röschenflechte: Der Großteil der Patienten ist zwischen 10 und 35 Jahre alt. Kleine Kinder oder Senioren bekommen die Pityriasis rosea hingegen nur selten. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ist Röschenflechte ansteckend?

Nach derzeitigem Wissensstand ist der Ausschlag, der im Rahmen einer Röschenflechte entsteht, nicht ansteckend.

Wann zum Arzt?

Eine Röschenflechte ist zwar harmlos – ob es sich bei Hautveränderungen jedoch tatsächlich um die Pityriasis rosea handelt, sollte jedoch ein Arzt beurteilen. Erster Ansprechpartner kann der Hausarzt sein. Er wird seinen Patienten gegebenenfalls an einen Hautarzt (Dermatologen) überweisen.

Suchen Sie bei unerklärlichen Hauterscheinungen den Arzt auf, wenn

  • sie sehr plötzlich auftreten und sich innerhalb kurzer Zeit ausbreiten,
  • sie sich nach wenigen Tagen nicht zurückbilden oder stärker werden,
  • weitere Beschwerden hinzukommen, z.B. Juckreiz, Fieber, Gliederschmerzen, Atemnot, und/oder
  • Sie schwanger sind.

Röschenflechte: Ursachen

Die genauen Ursachen der Röschenflechte (Pityriasis rosea) sind noch nicht abschließend geklärt. Forscher sind jedoch relativ sicher, dass zumindest ein Teil der Erkrankungsfälle auf bestimmte Herpesviren (HHV 6 und 7) zurückzuführen ist.

Herpesviren als mögliche Ursache

Mit den Herpes-Virustypen HHV 6 und HHV 7 infiziert sich im Laufe des Lebens fast jeder Mensch. Oft, ohne es zu wissen – denn nicht immer ist eine Infektion mit Beschwerden verbunden. Das Besondere: Nach einer durchgemachten Infektion "schlummern" die Viren in einer inaktiven Form lebenslang im Körper. Unter bestimmten Bedingungen werden sie reaktiviert, etwa, wenn das Immunsystem geschwächt wird, was sich dann (vermutlich) in Form einer Röschenflechte zeigt.

Röschenflechte: Symptome

Die Röschenflechte (Pityriasis rosea) verläuft meist in zwei Phasen, in denen unterschiedliche Symptome auftreten.

Erstes Symptom: Das "Primärmedaillon"

Zu Beginn bildet sich fast immer eine einzelne, circa münzgroße (ca. 2-6 cm), schuppige Hautrötung mit klar abgegrenztem Rand. Die Schuppung bricht in der Mitte auf und bildet am Rand der Rötung eine Art Schuppenkrause (sog. Collerette = Halskrause).

Diese Hautveränderung ist bei neun von zehn Erkrankten das erste Symptom der Röschenflechte. Da sich erst einige Zeit später weitere, kleinere Flecken bilden, bezeichnen Ärzte die Hautrötung als "Primärmedaillon", "Primärfleck", "Mutterplatte" (Plaque mère) oder "Herald Patch".

Das Primärmedaillon befindet sich normalerweise am Rumpf, vor allem am Oberkörper. Seltener ist es am Arm oder Bein zu finden. In der Regel haben die Erkrankten keine weiteren Symptome. Manchmal berichten Patienten über Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Fieber oder Übelkeit.

Im weiteren Verlauf: Hautausschlag

Einige Tage bis Wochen nach Erscheinen des Primärmedaillons bildet sich ein Ausschlag (Exanthem) in Form von zahlreichen ovalen, leicht schuppenden und leicht erhabenen rote Flecken. Diese sind etwas kleiner als das Primärmedaillon (ca. 0,5-2 cm) und sind ebenfalls meist am Rumpf zu finden. Auch Arme und Beine können betroffen sein. Hände, Füße und Gesicht bleiben dagegen in der Regel ausgespart.

Bei einer Röschenflechte zeigen sich die Hautrötungen entlang der sogenannten Spaltlinien der Haut (in Längsrichtung). Spaltlinien befinden sich dort, wo die Haut am wenigsten dehnbar ist.

Weitere Symptome bemerken die Patienten normalerweise nicht. Eine Röschenflechte geht relativ selten mit Juckreiz einher – wenn, ist dieser jedoch besonders ausgeprägt.

Sonderform: Pityriasis rosea inversa

In seltenen Fällen zeigt sich die Röschenflechte in einer inversen (= umgekehrten) Form: der Pityriasis rosea inversa. Der Rumpf bleibt dabei von dem schuppenden Hautausschlag ausgespart. Stattdessen bilden sich die Rötungen in der Leiste und im Bereich der Achseln. Die Pityriasis rosea inversa kommt bei Kindern und Afroamerikanern häufiger vor als bei anderen Personengruppen.

Röschenflechte: Diagnose

Eine Röschenflechte (Pityriasis rosea) kann der Arzt meist schon anhand der typischen Symptome und dem Verlauf diagnostizieren.

Im Gespräch wird der Mediziner zunächst einige Fragen stellen. So wird er zum Beispiel wissen wollen,

  • wann die Hautveränderungen zum ersten Mal aufgetreten sind,
  • wie sie begonnen haben (typisch für eine Röschenflechte wäre eine einzelne schuppige Hautrötung zu Beginn)
  • ob der Patient bestimmte Medikamente einnimmt oder
  • ob der Patient noch weitere Beschwerden hat und wenn ja, welche.

Andere Erkrankungen ausschließen

In der Regel sind keine weiteren Untersuchungen nötig, um die Diagnose zu stellen – es sei denn, der Arzt ist unsicher, ob es sich wirklich um Röschenflechte handelt.

Manche Erkrankungen gehen mit Symptomen einher, die denen einer Röschenflechte ähneln. Dazu zählen zum Beispiel Reaktionen auf Arzneimittel (Arzneimittelexanthem), Ringelflechte (Tinea corporis), Syphilis im Stadium 2 (sekundäre Syphilis) oder bestimmte Formen der Schuppenflechte.

Mithilfe einer gründlichen Untersuchung und Befragung kann der Arzt die Röschenflechte gewöhnlich schon von solchen Krankheiten unterscheiden.

Röschenflechte: Behandlung

Eine Röschenflechte (Pityriasis rosea) klingt ohne spezielle Behandlung von allein wieder ab.

Während der Krankheitsphase ist die betroffene Hautpartie leicht reizbar. Wichtig ist daher, die Haut gut zu pflegen und unnötige Irritationen zu vermeiden.

Verzichten sollten Erkrankte zum Beispiel auf

  • zu intensives Waschen mit starkem Druck und viel Seife,
  • zu heißes/zu häufiges Baden oder Duschen und
  • den Gang in die Sauna.

Förderlich ist hingegen eine sanfte Pflege mit rückfettenden Produkten. Dazu zählen zum Beispiel Cremes mit Harnstoff.

Gegebenenfalls verschreibt der Arzt eine entzündungshemmende, kortisonhaltige Salbe zum Auftragen auf die Haut. Dies kann auch eventuellen Juckreiz lindern. Allerdings verkürzt diese Behandlung den Krankheitsverlauf nicht oder nur leicht. Bei ausgeprägtem Juckreiz kann der Arzt Antihistaminika empfehlen – dies sind Medikamente, die allergische Reaktionen wie Juckreiz unterdrücken.

Röschenflechte: Verlauf

Wer eine Röschenflechte (Pityriasis rosea) hat, braucht Geduld: Es dauert im Durchschnitt sechs bis acht Wochen, bis sich der Ausschlag von allein zurückbildet. Diese Zeitspanne kann aber auch kürzer (wenige Wochen) oder länger (bis zu sechs Monate) ausfallen. Vorbeugen lässt sich einer Röschenflechte nicht.

Gut zu wissen: Eine Röschenflechte nimmt einen positiven Verlauf und hinterlässt keine Narben.

Ist die Röschenflechte abgeheilt, kehrt sie in der Regel nicht zurück. Nur in seltenen Fällen kann ein weiterer (oder auch ein dritter) Schub auftreten: Etwa 2 von 100 Erkrankten bekommen einen solchen Rückfall.

Mögliche Komplikationen in der Schwangerschaft

Die Röschenflechte ist normalerweise harmlos. Eine ausgeprägte Röschenflechte in der Frühschwangerschaft kann jedoch das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt erhöhen. Daher sollten Schwangere bei möglichen Symptomen einer Röschenflechte in jedem Fall den Arzt aufsuchen, der den weiteren Verlauf kontrolliert.