Man sieht Personen, die Gemüse auf einem Markt kaufen.
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Spulwurm (Ascaris lumbricoides)

Der Spulwurm ist ein Parasit, der sowohl den Menschen, als auch einige Säugetiere befällt. Über verunreinigte Nahrung können Spulwürmer in den Körper gelangen und sich im Darm einnisten, wo sie sich vom Nahrungsbrei ernähren. Besonders oft kommt der Spulwurm in warmen Ländern vor, zum Beispiel Südostasien, Afrika und Lateinamerika.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Überblick

Für den Menschen ist vor allem die Spulwurm-Art Ascaris lumbricoides von medizinischer Bedeutung. Denn dieser Spulwurm kommt fast ausschließlich beim Menschen vor – nur Bären und Affen können auch von dem Ascaris lumbricoides betroffen sein.

Haben sich Spulwürmer im menschlichen Darm eingenistet, kann der Arzt sie medikamentös mit Mebendazol oder Albendazol behandeln.

Spulwurm oder Regenwurm?

Der Name Ascaris lumbricoides leitet sich von dem lateinischen Wort Lumbricidae ab, was übersetzt Regenwürmer bedeutet. Kein Wunder, denn von außen betrachtet hat der Spulwurm des Menschen Ähnlichkeiten mit einem Regenwurm: Er ist gelblich-rötlich gefärbt, bleistiftdick und kann im menschlichen Darm eine Länge von 15 bis 40 Zentimeter erreichen.

Biologisch gesehen gehören Spulwürmer zu den Fadenwürmern (Nematoden) und damit zu den Würmern (Helminthen).

Der Ascaris lumbricoides gehört zu den häufigsten Parasiten des Menschen überhaupt – weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen befallen, vor allem Kinder.

Die gute Nachricht: Eine leichte Infektion mit Ascaris lumbricoides führt nur selten zu Beschwerden. Häufig wird der Befall erst erkannt, wenn ein oder mehrere Spulwürmer aus Nase, Mund oder After austreten. Dies passiert allerdings nur sehr selten.

Erst ein schwerer Spulwurm-Befall kann mit verschiedenen Symptomen einhergehen, wie beispielsweise

Seine weltweite Verbreitung verdankt der Ascaris lumbricoides vor allem der Widerstandsfähigkeit seiner Eier. Die Eier des Spulwurms findet man im menschlichen Stuhl, im Klärschlamm oder auch auf kopfgedüngtem Gemüse. In feuchter Umgebung, wie in der Erde oder im Abwasser, können sie über Jahre lebensfähig und infektiös bleiben.

Über verunreinigte Nahrung oder schmutzige Hände können die Eier des Spulwurms wieder in den Körper des Menschen gelangen. Nachdem sie den Magen passiert haben, erreichen sie den Dünndarm, wo die Larven schlüpfen.

Die Larven des Spulwurms durchdringen die Wand des Dünndarms und werden über die Blutbahn in die Leber und in die Lunge transportiert. Dieser Vorgang dauert vier bis sieben Tage. Dort treten sie aus und wandern über die Luftröhre in den Rachen.

Vom Rachen aus wandern die Larven des Spulwurms wieder in den Magen und erneut in den oberen Dünndarm, wo sie sich in der Schleimhaut einnisten und bis zur Geschlechtsreife heranwachsen. Ein Weibchen kann am Tag bis zu 200.000 Eier legen – diese scheidet der Menschen anschließend mit dem Stuhl wieder aus.

So lässt sich eine Spulwurm-Infektion vermeiden

Um einen Befall durch Ascaris lumbricoides zu vermeiden, ist es sinnvoll, in den betroffenen Ländern gängige Hygienemaßnahmen zu befolgen. Dazu gehören unter anderem

  • ine regelmäßige Körperhygiene,
  • sowie das Waschen von Nahrungsmitteln wie Obst oder Gemüse und
  • das Abkochen der jeweiligen Nahrungsmittel.

Von großer Bedeutung sind außerdem eine funktionsfähige Abwasserentsorgung und die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser. Auf diese Weise verringern Sie das Risiko, die Eier des Spulwurms zu sich zu nehmen.

Askariasis

Eine Erkrankung durch den Befall mit Ascaris lumbricoides (Spulwurm) wird Askariasis genannt. Liegt ein starker Wurmbefall vor, kann es im Rahmen der Wanderphase der Spulwurm-Larven in der Lunge zu blutigem Auswurf und Entzündungsprozessen kommen.

Bei einer Askariasis kann der Arzt im Rahmen einer Blutuntersuchung vermehrt weiße Blutkörperchen feststellen.

Begleitend können verschiedene allgemeine Krankheitssymptome auftreten, wie beispielsweise

Während der Infektionsphase im Darm (intestinale Phase) haben nur wenige Infizierte Krankheitserscheinungen. Diese äußern sich im Allgemeinen in Unterleibsbeschwerden, die zusammen mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auftreten.

In seltenen Fällen wandern die Spulwürmer in andere Körperregionen, wie den Magen, den Bauchspeicheldrüsengang oder die Gallenwege und können dort Beschwerden verursachen.

Liegt nur ein leichter Spulwürmer-Befall vor, hat der Betroffene häufig kaum Symptome und die Erkrankung kann unter Umständen unbemerkt verlaufen.

Bei dem Verdacht auf eine Infektion mit Spulwürmern wird der Arzt den Stuhl des Betroffenen untersuchen. Durch den mikroskopischen Nachweis der Eier im Stuhl ist ein Spulwürmer-Befall leicht zu erkennen.

Behandeln lässt sich eine Askariasis mit Medikamenten – genauer gesagt mit den Wirkstoffen Mebendazol oder Albendazol.