Das Bild zeigt einen Japaner am Fluss.
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Schistosoma japonicum

Bei Schistosoma japonicum handelt es sich um den Erreger der asiatischen Darmbilharziose. Diese Krankheit kann zu Leber- und Milzveränderungen führen und einen klinisch schweren Verlauf mit blutig-schleimigen Durchfällen nehmen – etwa 50 Millionen Menschen sind von einer asiatischen Darmbilharziose betroffen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Überblick

Wie der Name schon sagt, findet sich der Saugwurm Schistosoma japonicum vor allem in Ostasien, zum Beispiel in China, Japan, Indonesien, Taiwan und auf den Philippinen. In Europa kommt eine Infektion mit Schistosoma japonicum nur dann vor, wenn die Betroffenen zuvor eine Reise in den ostasiatischen Raum unternommen haben.

Der Entwicklungszyklus von Schistosoma japonicum beginnt mit der Eierproduktion der Weibchen im menschlichen Körper. Genauer gesagt gelangen die Schistosomula über infiziertes Gewässer in den Körper, wo sie über die Lunge und die Leber in die Äste der Vena mesenterica superior wandern. Die Vena mesenterica superior ist eine sehr große Vene, in der sauerstoffarmes Blut aus der Darmwand (Mucosa) in die Leber transportiert wird.

In den Eiern befindet sich eine Larve – das Mirazidium. Vermutlich durch die antigenen Eigenschaften entsteht eine lokale Entzündung, die es den Eiern erlaubt von der Vene in die Darmwand hineinzugelangen. Von dort gelangen sie über den Stuhlgang oder über den Urin ins Wasser zurück.

Wenn die Schistosoma-japonicum-Eier ausgeschieden wurden und in ein Gewässer gelangt sind, schlüpfen aus den Eiern infektiöse Larven. Im Wasser sind die Larven allerdings nur 48 Stunden überlebensfähig – daher suchen sie sich einen passenden Zwischenwirt. Der Zwischenwirt von Schistosoma japonicum ist die Wasserschnecke Oncomelania.

Aus dem Wasser nimmt die Schnecke das infektiöse Mirazidium auf. Nach etwa vier bis sechs Wochen haben sich aus den Mirazidien Hunderte von Zerkarien (eine Larvenform) entwickelt, die wieder in das Wasser freigesetzt werden.

Die Zerkarien, die sich mithilfe eines Ruderschwanzes im Wasser bewegen, dringen durch die Haut in den menschlichen Körper ein. Dabei werfen sie ihren Ruderschwanz ab. So beginnt der Entwicklungskreislauf von Schistosoma-japonicum von Neuem.

Wissenswertes
Biologisch gesehen handelt es sich bei Schistosoma japonicum um einen Pärchenegel – das bedeutet, dass das Männchen und das Weibchen gemeinsam als Paar leben. Dabei befindet sich das etwas schmalere Weibchen der Pärchenegel-Art Schistosoma japonicum in einer Bauchfalte des Männchens. Gemeinsam sind sie etwa 0,4 bis 1 Milliliter dick und erreichen eine Länge von bis zu 22 Millimetern. Damit handelt es sich bei Schistosoma japonicum um die größte Schistosoma-Art.

Infektion mit Schistosoma japonicum

Eine Infektion mit Schistosoma japonicum kann beim Menschen zu einer asiatischen Darmbilharziose führen, die unter Umständen einen schweren Verlauf nimmt. Etwa 50 Millionen Menschen sind von dieser Erkrankung betroffen.

Etwa zwei bis acht Wochen nachdem sich Betroffene mit Schistosoma japonicum infiziert haben, führt die asiatische Darmbilharziose zunächst zu unspezifischen Darmbeschwerden wie

Kopfschmerzen
Fieber
Abgeschlagenheit

Im weiteren Verlauf kann sich die Infektion mit Schistosoma japonicum vom Dünndarm auf andere Organe ausweiten. So werden zum Beispiel manche Eier werden auch in die Leber eingeschwemmt und führen dort zur Ausbildung von Fremdkörpergranulomen, die nach dem Absterben der Eier mit einer Narbe ausheilen.

Mit der Zeit kommt es durch den narbigen (fibrotischen) Umbau der Leber zu einer Verschlechterung der Leberdurchblutung. Dadurch steigt der Druck in den Venen, die die Leber umgeben.

Die Venen der Umgehungskreisläufe halten dem Druck nicht auf Dauer stand. Es kann zu lebensgefährlichen Blutungen in Speiseröhre und Magen kommen. Die Verschlechterung der Leberfunktion führt zu einer Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum (Ascites).

Von der Leber aus können sich die Schistosoma japonicum-Erreger weiter ausbreiten und befallen in einigen Fällen die Lunge und das Gehirn, wo sie verschiedene Symptome hervorrufen können – zum Beispiel

Zum Nachweis einer Infektion mit Schistosoma japonicum stehen dem Arzt mehrere Verfahren zur Verfügung.

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