Ein Frau steht am Strand und blickt aufs Meer hinaus.
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Isospora belli

Die Protozoen-Art Isospora belli zählt zu den Kokzidien und hier zur Gruppe der Sporentierchen (Sporozoen). Eine Infektion mit dem Parasiten kann eine sogenannten Kokzidiose zur Folge haben.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Isospora belli kommt weltweit vor. Gebiete mit stärkerer Verbreitung finden sich eher in warmen klimatischen Verhältnissen, wie zum Beispiel im Raum südwestlicher Pazifik, Chile, Brasilien, Kolumbien, manchen Regionen der USA oder Südafrika.

Durch fäkale Verunreinigungen können sich in Wasser oder Nahrung sogenannte Oozysten von Isospora belli befinden und durch Trinken oder Essen in den Körper gelangen. Nach der Aufnahme der Oozysten setzen sich diese in Zellen der Dünndarmschleimhaut fest. Dort vermehren sich die Erreger auf geschlechtliche und ungeschlechtliche Weise. Aus der geschlechtlichen Vermehrung gehen neue Oozysten hervor, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Im Freien entwickeln sich diese zu ihrer infektiösen Form und können von einem neuen Wirt aufgenommen werden. Die ungeschlechtliche Vermehrung dient der Vermehrung des Erregers innerhalb des Darms und führt zu weiterem Befall.

Eine Infektion mit Isospora belli kann nach wenigen Tagen zu einer Erkrankung führen: der sogenannten Kokzidiose (auch: Isosporose). Diese äußert sich etwa 3 bis 14 Tagen nach der Infektion durch meist milde, aber länger andauernde Durchfälle, die mit Bauchschmerzen, Bauchkrämpfen und Übelkeit einhergehen können. Daneben sind weitere Symptome möglich, wie

In vielen Fällen verläuft die Infektion jedoch auch stumm und verursacht keinerlei Beschwerden. Ist das Immunsystem geschwächt (z.B. durch AIDS), kann es zu schwereren Krankheitsverläufen kommen.

Diagnose

Der Erreger Isospora belli lässt sich etwa eine Woche nach der Infektion mikroskopisch in einer Stuhlprobe nachweisen.

Therapie

In der Regel heilt eine Erkrankung durch Isospora belli nach etwa zwei bis drei Wochen von selbst aus, sodass meist keine Therapie erforderlich ist. Wie bei anderen Durchfallerkrankungen sollten Betroffene jedoch darauf achten, dass sie ausreichend trinken und Elektrolyte zu sich nehmen, um die Flüssigkeitsverluste auszugleichen.

Besteht die Infektion bereits über einen längeren Zeitraum, kann eine Behandlung mit dem Wirkstoff Cotrimoxazol sinnvoll sein. Alternativ können auch die Wirkstoffe Roxithromycin, Pyrimethamin oder Primaquin infrage kommen.

Vorbeugen

Bislang gibt es keine direkten Maßnahmen wie eine Impfung oder vorbeugende Medikamente, die einen Infektion mit Isopora belli verhindern können. Wer das Infektionsrisiko senken will, sollte insbesondere in Risikoländern – neben Standardhygienemaßnahmen wie Händewaschen nach dem Stuhlgang und vor dem Essen – verstärkt auf Maßnahmen zur Lebensmittelhygiene achten, wie:

  • Wasser entweder abkochen oder nur versiegelte Trinkflaschen nutzen
  • Obst und Gemüse vor dem Verzehr schälen
  • Lebensmittel nur mit sauberem Wasser waschen
  • auf Eiswürfel aus Leitungswasser verzichten