Mückenstich wird mit Zwiebel behandelt
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Was hilft gegen Mückenstiche?

Manche Menschen werden kaum von Mücken gestochen, andere sind regelrechte Mückenmagneten. So oder so jucken sie meist fürchterlich. Was was hilft gegen Mückenstiche?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Mückenstiche behandeln

Um Mückenstiche zu behandeln gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Freiverkäufliche Mittel aus der Apotheke wie Salben und Gels mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Antihistaminika können den lästigen Juckreiz nach einem Mückenstich lindern. Ähnliche Dienste leisten Salben und Gels mit Menthol-Lösung (1%) oder Hydrocortison. Bei starken Reaktionen können Mückenstiche auch mit Salben behandelt werden, die stärker wirksame Glukokortikoide (wie z. B. Mometason) enthalten. Diese sind jedoch verschreibungspflichtig.

Liegen sehr viele Mückenstiche vor oder ist die Reaktion darauf sehr stark, lassen sich die Symptome auch durch Antihistaminika in Tablettenform lindern.

Hitze gegen Mückenstiche

Im Handel erhältlich sind zudem Stifte, mit denen man am Mückenstich lokal Hitze erzeugt – je nach Produkt zwischen 45 und 60 Grad Celsius. Diese Temperaturen empfindet die Haut bereits deutlich als heiß. Ab einer lokalen Hitze von über 45 Grad Celsius sollen die Eiweiße, die mit dem Mückenspeichel unter die Haut gelangt sind und zu den allergischen Beschwerden führen, sich strukturell verändern und keinen Juckreiz mehr hervorrufen. Bei manchen Menschen führt diese Methode schnell zu Linderung. Teilweise tritt der Juckreiz jedoch nach kurzer Zeit erneut auf. In einzelnen Fällen kann es durch solch einen Hitzestift auch zu Hautverbrennungen kommen – insbesondere bei Kindern ist deshalb Vorsicht angesagt.

Heilt ein Mückenstich nicht von selbst ab oder infiziert sich, sollten Sie ärztlichen Rat aufsuchen. Dann kann entschieden werden, ob möglicherweise Antibiotika angebracht sind.

Was hilft gegen Mückenstiche: Hausmittel

Gegen Mückenstiche gibt es viele Hausmittel, die die Schwellung und den Juckreiz lindern. Dazu zählen:

  • Kälte: Kühlen mit Kühlpackungen, Essigwasser oder Heilerde
  • Spitzwegerich: ein Blatt zwischen den Fingern zerquetschen und über den Mückenstich reiben
  • Wärme: einen heißen Löffel auf den Stich halten
  • eine halbe Zwiebel mit der Schnittfläche auf den Mückenstich halten
  • mit den flachen Fingern auf den Stich und rund um diese Stelle klopfen (nur mit frisch gewaschenen Händen)
  • Mückenpflaster, vor allem für Kinder geeignet

Was beim Mückenstich passiert

Mücken wollen an unser Blut – und das möglichst ungestört. Würden Menschen den Einstich spüren, wären die Erfolgschancen auf eine Blutmahlzeit wohl eher schlecht. Dann würden wir vermutlich reagieren und uns bewegen oder nach der Stechmücke schlagen.

Deshalb saugen Mücken nicht einfach nur unser Blut, sondern sie geben währenddessen auch Speichel über den Stechrüssel ab. Mückenspeichel enthält eine Art winzigen Wirkstoff-Cocktail, der eine erfolgreiche Blutmahlzeit wahrscheinlicher macht. Da gibt es zum Beispiel Stoffe, die leicht schmerzstillend wirken. Andere Stoffe erweitern die Gefäße und hemmen die Blutgerinnung. So lässt sich rasch und unbemerkt Blut saugen, ehe die Stechmücke den Abflug macht.

Wie die Inhaltsstoffe im Mückenspeichel alle im Einzelnen wirken, ist noch nicht vollends erforscht. Sicher ist jedoch, dass das Immunsystem des Körpers auf die Fremdstoffe im Speichel reagiert und im Rahmen dessen zum Beispiel Histamin ausschüttet. Das Gewebehormon löst Entzündungsprozesse aus und ruft einige Zeit später verschiedene Beschwerden hervor – unter anderem Juckreiz.

Symptome nach Mückenstich

Ein Mückenstich fällt in der Regel erst auf, wenn es bereits passiert ist. Meist beginnt es dann an der Einstichstelle zu jucken. Es bildet sich eine Quaddel und die Haut rötet sich. Eher selten bildet sich an der Einstichstelle ein flüssigkeitsgefülltes Bläschen. Diese Beschwerden können zwar unangenehm sein, sind aber in der Regel harmlos.

Auch, wenn der Juckreiz stark ist: Mückenstiche möglichst nicht aufkratzen. Es können sonst Bakterien in die Wunde geraten und eine Infektion entstehen.

Manche Betroffene reagieren auf den Mückenstich auch mit einer allergischen Reaktion, die sich zum Beispiel in einer großflächigen Rötung und Schwellung bis hin zu deutlichen Quaddeln und leichtem Fieber zeigen kann. Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion, wenn der Stich entzündet aussieht oder das Fieber länger als drei Tage anhält, sollte ärztlicher Rat gesucht werden. Da sich auch hier inzwischen immer mehr exotische Mückenarten ausbreiten, ist das auch sinnvoll, wenn nach einem Stich ungewöhnliche Symptome auftreten.