Netzhautablösung: Das sind die Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (13. Oktober 2016)

Ein Netzhautablösung kann verschiedene Ursachen haben.

Rissbedingte (rhegmatogene) Netzhautablösung

Am häufigsten entsteht eine Netzhautablösung durch einen Netzhautriss, meist als Folge einer hinteren Glaskörperabhebung: Hebt sich der Glaskörper hinten im Auge von seiner Unterlage ab, entsteht an den Anheftungsstellen ein Zug an der Netzhaut, bis sich dort unter Umständen ein Riss bildet. Durch den Riss tritt Flüssigkeit aus dem Glaskörper in den Raum unter der Netzhaut, sodass sie sich von ihrem Untergrund löst.

Eine Glaskörperabhebung ist im Grunde ein normaler Prozess, der sich bei allen Menschen im Alter von selbst entwickelt und mehr oder weniger stark sein kann. Bei Kurzsichtigkeit tritt eine Glaskörperabhebung oft auch schon früher auf.

Der Glaskörper kann sich aber auch akut durch äußere Gewalteinwirkungen abheben (sog. traumatische Glaskörperabhebung), zum Beispiel durch eine Prellung des Augapfels. In solch einem Fall ist das Risiko für einen Netzhautriss und eine nachfolgende Netzhautablösung besonders hoch.

Weitere mögliche Ursachen beziehungsweise Risikofaktoren für eine rissbedingte Netzhautablösung sind, neben Kurzsichtigkeit, zum Beispiel ein kürzlich operierter grauer Star (Katarakt).

Zwar ist eine Netzhautablösung am häufigsten die Folge eines Netzhautrisses, dennoch ist die Netzhautablösung bei einem Netzhautriss im Grunde eine seltene Komplikation.

Netzhautablösung: Anatomie des Auges © Jupiterimages/Dorling Kindersley RF

Anatomie des Auges

Durch Flüssigkeitseinlagerung bedingte (exsudative) Netzhautablösung

Eine Netzhautablösung kann auch entstehen, wenn durch eine geschädigte Aderhaut Flüssigkeit aus den Aderhautgefäßen austritt und unter die Netzhaut gelangt. In diesen Fällen können zum Beispiel entzündliche Prozesse oder Tumoren hinter der Netzhautablösung stecken.

Zugbedingte (traktive) Netzhautablösung

Eine weitere Form der Netzhautablösung entwickelt sich als Folge spezieller Verwachsungen: Hierbei handelt es sich um Stränge von Binde- oder Narbengewebe, die an der Netzhaut angeheftet sind und sich mit der Zeit zusammenziehen. Sie üben an den Anheftungspunkten Zug auf die Netzhaut aus und heben diese von der darunterliegenden Schicht ab. Zu den Ursachen solcher Verwachsungen zählen vor allem Netzhauterkrankungen im Rahmen eines Diabetes mellitus. Aber auch Netzhautveränderungen bei Frühgeborenen oder vorausgegangene Netzhautoperationen können für Verwachsungen verantwortlich sein.


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