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Corynebacterium diphtheriae

Corynebacterium diphtheriae ist ein Bakterium, das weltweit vorkommt. Es bildet ein Gift, welches zur Diphtherie führt: das Diphtherietoxin. Dank der etwa 1960 in Europa eingeführten Schutzimpfung tritt Diphtherie in Deutschland nur selten auf – im Jahr 2010 wurden deutschlandweit acht Fälle der Erkrankung gemeldet.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Überblick

Corynebacterium diphtheriae zählt zur Gattung der sogenannten Korynebakterien. Im Gegensatz zu anderen Korynebakterien, die auch bei Schafen, Kühen oder Pferden vorkommen, verbreitet sich das Corynebacterium diphtheriae ausschließlich von Mensch zu Mensch – meist durch eine Tröpfcheninfektion, seltener durch direkten Körperkontakt. Corynebacterium diphtheriae vermehrt sich meist an der Eintrittspforte zum Körper, so etwa im Rachen oder manchmal auch an Hautwunden.

Seine krankmachende Eigenschaft (Virulenz) erhält Corynebacterium diphtheriae durch das Gift, das es produziert: das Diphtherietoxin, welches zu Zellschäden führt und die typischen Symptome der Diphtherie auslöst.

Edwin Klebs entdeckte das Corynebacterium diphtheriae im Jahr 1883. Das vom Bakterium produzierte Diphtherietoxin konnte 1888 erstmals nachgewiesen werden. Corynebacterium diphtheriae bildet keine Sporen und ist fakultativ anaerob, das heißt: Es kann sowohl in sauerstoffarmer als auch in sauerstoffhaltiger Umgebung wachsen.

Unter dem Mikroskop betrachtet sind die Bakterien oft in Gruppen angeordnet oder sie sind parallel zueinander ausgerichtet. Bakterien der Art Corynebacterium diphtheriae haben eine Stäbchenform. Zum Teil sind sie an einem oder an beiden Enden keulenförmig verdickt (griech. coryne = Keule).

Da Diphtherie im schlimmsten Fall tödlich enden kann, ist eine Schutzimpfung besonders wichtig. Insbesondere sollte man daran denken, den Impfschutz rechtzeitig wieder auffrischen zu lassen. Ist die Erkrankung bereits ausgebrochen, sollte sie so rasch wie möglich behandelt werden.

Krankheiten

Corynebacterium diphtheriae bildet ein Gift, das Diphtherie verursacht. Infektionen mit Corynebacterium diphtheriae kommen weltweit vor. In Deutschland treten Fälle von Diphtherie nur selten auf.

Der Erreger Corynebacterium diphtheriae gelangt durch Tröpfcheninfektion, etwa durch Husten oder Niesen, in den Körper. Bei der sogenannten Haut-Diphtherie erfolgt der Infektionsweg über direkten Kontakt.

Nach meist zwei bis fünf Tagen treten die ersten Symptome der Diphtherie auf. Hierzu zählen Schluckbeschwerden und Halsschmerzen sowie Fieber. Im weiteren Verlauf kommt es zu Heiserkeit, Lymphknotenschwellungen, Atemgeräuschen und Lähmungen des Gaumensegels. Schließlich entsteht eine Mandel- und Rachenentzündung mit grau-weißen Belägen. Die Beläge breiten sich auf den Mandeln, dem Gaumen und das Gaumenzäpfchen aus, in manchen Fällen auch bis zum Kehlkopf. Besonders charakteristisch für die Diphtherie ist ein süßlicher Mundgeruch. Das Diphtherietoxin kann bei den sogenannten toxischen Verläufen zu Herzmuskelentzündung, Lähmungen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen führen.

Manchmal dringt Corynebacterium diphtheriae auch durch direkten Körperkontakt über kleine Verletzungen in der Haut in den Körper ein. Bei dieser sogenannten Haut-Diphtherie, die insbesondere in den Tropen auftritt, kommt es zu Beschwerden, die einer bakteriellen Hautinfektion ähneln.

Bei Verdacht auf Diphtherie sollte die betroffene Person so bald wie möglich behandelt werden. Ein spezielles Gegengift (Antitoxin) kann das von Corynebacterium diphtheriae produzierte Gift wieder neutralisieren – genauer gesagt den Giftanteil, der sich noch nicht an Zellen gebunden hat. Darüber hinaus wird das Bakterium Corynebacterium diphtheriae selbst durch Antibiotika zerstört, damit es kein Gift mehr herstellen kann.

Vorbeugen

Einer Diphtherie-Infektion mit Bakterien der Art Corynebacterium diphtheriae können Sie mit einer Impfung vorbeugen. Der spezielle Impfstoff sorgt dafür, dass man gegen das Gift von Corynebacterium diphtheriae immun wird – nicht aber gegen das Bakterium an sich. Das heißt: Geimpfte Personen erkranken nicht an Diphtherie, können jedoch das Bakterium Corynebacterium diphtheriae in sich tragen und weiterhin übertragen.

Die Impfung gegen Diphtherie zählt zu den Standardimpfungen. Es wird empfohlen, im Alter von zwei, drei und vier Monaten bereits je eine Impfung durchführen zu lassen und den Impfschutz im Alter von fünf bis sechs Jahren und im Alter zwischen neun und 17 Jahren aufzufrischen. Auch erwachsene Personen sollten alle zehn Jahre eine Auffrischung vornehmen lassen. Alle Personen ohne ausreichenden Impfschutz sollten sich gegen Diphtherie impfen lassen.

Bei Kontakt zu erkrankten Personen sollte der Betroffene vorsichtshalber mehrere Tage isoliert und unter ärztliche Beobachtung gestellt werden.