Kontaktallergie, Kontaktdermatitis (Kontaktekzem): Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (31. August 2015)

Eine Kontaktallergie beziehungsweise eine allergische Kontaktdermatitis (allergisches Kontaktekzem) hat ihre Ursachen in einer Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Stoffe. Ein Stoff, der eine allergische Reaktion auslöst, ist ein sogenanntes Allergen.

Die bei einer Kontaktallergie bestehende Überempfindlichkeit der Haut entwickelt sich im Lauf der Zeit durch wiederholte Kontakte mit dem Allergen: Dabei läuft eine sogenannte immunologische Sensibilisierung ab, an deren Ende das Immunsystem so übertrieben auf den Hautkontakt reagiert, dass eine allergische Kontaktdermatitis entsteht. Als Auslöser für ein allergisches Kontaktekzem kommen die unterschiedlichsten Allergene infrage, auf die man im Alltag oder im Beruf treffen kann – dazu gehören:

  • Nickel (in Modeschmuck, Uhren, Brillen, Münzen, Knöpfen, Nieten, Reißverschlüssen)
  • Kobaltchlorid (zusammen mit Nickel in metallischen Kleidungsverschlüssen und Schmuck)
  • Chromsalze (in Leder, Baustoffen)
  • Duftstoffe und Aromastoffe (in Kosmetika, Kerzen und Nahrungsmitteln)
  • Haarfärbemittel mit Phenylendiamin
  • Konservierungsmittel
  • Gummihilfsstoffe (in Spielzeug, Schuhen, Badeanzügen)
  • Salbengrundlagen (Wollfett)
  • Gerbstoffe
  • Epoxidharze (Lösungsmittel, Härter)
  • Reinigungsmittel
  • Arzneimittel
  • Pflanzen (Ringelblumen, Arnika, Chrysanthemen) und pflanzliche Produkte (Naturlatex, ätherische Öle )

Häufigster Auslöser einer Kontaktallergie ist Nickel: Da Nickelsulfat oft in Modeschmuck enthalten ist, geht zum Beispiel von Piercings ein erhöhtes Risiko für eine Nickelallergie aus. Aber auch in Uhren, Kleidung, Kosmetikartikeln und Lebensmitteln kann Nickel enthalten sein und ein allergisches Kontaktekzem hervorrufen. Ebenfalls häufig sind Duftstoffe für eine allergische Kontaktdermatitis verantwortlich.

Angehörige bestimmter Berufsgruppen sind besonders oft von einer Kontaktallergie betroffen, weil sie häufig mit bestimmten Stoffen in Kontakt kommen – was die Entstehung einer Überempfindlichkeit gegen diese Stoffe begünstigt. Zu den Menschen, die besonders oft eine allergische Kontaktdermatitis haben, gehören:

  • Bäcker: Kontaktallergie gegen Mehl
  • Friseure: allergische Kontaktekzeme durch Shampoos, Haarsprays, Haartönungen und -färbungen
  • Maurer, Maler, Fliesenleger: Kontaktallergien gegen Cadmium und Chromate im Zement, Kleber aus Epoxid-Kunstharz, Farben
  • Maschinenpersonal: allergische Reaktionen auf Kühlschmierstoffe
  • Reinigungspersonal: allergische Kontaktdermatitis durch Haushaltsreiniger

Vor allem Friseure und Reinigungspersonal haben häufig eine Kontaktallergie. Der Grund: Der mit der Arbeit verbundene ständige Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln schädigt den Fett- und Säureschutzmantel der Haut. Als Folge entstehen Risse in der Oberhaut, durch die allergieauslösende Stoffe leichter eindringen und ein allergisches Kontaktekzem verursachen können.

Doch nicht immer sind allergische Reaktionen die Ursachen für ein Kontaktekzem: So entsteht zum Beispiel bei Berührung einer Brennnessel oder einer Nesselqualle bei jedem Menschen – also auch ohne bestehende Kontaktallergie – eine direkte Hautreizung mit Ausschlag oder Ekzem: In diesem Fall reagiert die Haut auf die giftig oder ätzend wirkenden Reizstoffe. Die Reaktion tritt sofort beim ersten Kontakt auf. Eine allergische Kontaktdermatitis hingegen entwickelt sich erst nach wiederholtem Kontakt – und tritt immer verzögert auf: Kontaktallergien sind allergische Reaktionen vom Spättyp.


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