Eine Frau bedeckt ihren Nase mit einem Taschentuch.
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Heuschnupfen: Diese Tipps und Hausmittel helfen

Wer Heuschnupfen hat, kann dem Ausbruch einer allergischen Reaktion auf verschiedene Weise vorbeugen. Zwar kann man im Alltag den lästigen Pollen kaum komplett aus dem Weg gehen. Mit unseren Tipps und Hausmitteln gegen Heuschnupfen lässt sich die Pollenbelastung jedoch verringern.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Heuschnupfen: Diese Tipps und Hausmittel helfen

Generell gilt bei Heuschnupfen: Versuchen Sie, den Kontakt zu "Ihren" Pollenarten so weit wie möglich zu vermeiden. Dabei können die Meldungen der Pollenvorhersage helfen.

Richtig lüften: Morgens oder abends?

In ländlichen Gebieten ist die Pollenkonzentration in den frühen Morgenstunden, nämlich zwischen 4 und 6 Uhr morgens am höchsten. Halten Sie die Fenster in dieser Zeit daher am besten geschlossen. Eine günstige Zeit zum Lüften ist abends zwischen 18 und 24 Uhr.

In der Stadt fliegen die Pollen dagegen vor allem in den Abendstunden zwischen 18 und 24 Uhr. Zu diesen Zeiten sollten Pollenallergiker also besser nicht lüften. In den Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr ist die Pollenkonzentration in der Stadt dagegen eher niedrig.

Generell gilt: Kurzes Stoßlüften ist besser, als Fenster lange gekippt zu lassen. Denn beim Stoßlüften gelangen deutlich weniger Pollen in die Räume.

Video: Tipps gegen Heuschnupfen

Lüften bei Wind, trockenem Wetter, Regen und Gewitter

Halten Sie die Fenster bei Wind, trockenem Wetter und bei Beginn eines Gewitters geschlossen, denn dann fliegen mehr Pollen in der Luft.

Nach einem mäßigen Regenguss ist die Pollenkonzentration dagegen wieder geringer und Lüften erlaubt.

Spezielle Pollenschutzgaze für Fenster, die einem sehr feinmaschigen Fliegengitter ähnelt, kann dabei helfen, dass die Pollen draußen bleiben.

Pollenfilteranlage: Pollen draußen lassen

Ist eine Klimaanlage in der Wohnung vorhanden, kann der Einbau einer Pollenfilteranlage hilfreich sein. Diese muss jedoch regelmäßig gewartet werden, da andernfalls sogar mehr Pollen in die Räume gelangen können.

Lesetipp: Pollenalarm: 8 überraschende Fakten über Pollen

Beim Zug- oder Autofahren Fenster geschlossen lassen

Schließen Sie beim Zug- oder Autofahren die Fenster. Ziehen Sie bei Ihrem Auto den Einbau von Pollenfiltern in Klimaanlage und Autolüftung in Erwägung. Sind bereits Pollenfilter vorhanden, denken Sie daran, diese regelmäßig auszutauschen.

Staubsaugen mit Filter

Saugen Sie in der Wohnung täglich Staub, um Pollen auf Teppichen und Möbeln zu entfernen – idealerweise mit einem Gerät mit HEPA-Filter. Andere Bodenbeläge sollten Sie regelmäßig feucht wischen.

Staubfänger meiden und Staub wischen

Verzichten Sie bei Heuschnupfen auf Staub- und Pollenfänger wie Trockenblumen oder Wandbehang. Wischen Sie außerdem regelmäßig Staub, denn darin sammeln sich Pollen an und können über die Pollensaison hinaus erhalten bleiben.

Schlafzimmer: Pollenfreie Zone

Um keine Pollen ins Schlafzimmer einzuschleppen, sollten Sie während der Pollensaison:

  • die Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln. Denn daran können Pollen haften und sich beim Umziehen im Zimmer verteilen.
  • lieber abends vor dem Schlafengehen statt morgens die Haare waschen bzw. duschen. So verschleppen Sie die Pollen aus den Haaren nicht aufs Kopfkissen.
  • die Haare nicht im Schlafzimmer bürsten.
  • die Fenster beim Schlafen möglichst geschlossen halten.

Wäsche trocknen, ohne Pollen zu sammeln

Trocknen Sie Wäsche während der Pollensaison besser drinnen.

Sport und Outdoor-Aktivitäten an Pollenflug anpassen

Bei starkem Pollenflug sollten Sie Sport oder andere Freizeitaktivitäten mit großer körperlicher Anstrengung im Freien meiden.

Urlaub vom Heuschnupfen

Um den Pollen wenigstens zeitweise zu entfliehen, können Sie Ihre Urlaubsplanung auf die Pollensaison abstimmen. Fahren Sie in pollenarme Regionen, wenn zu Hause "Ihre" Pollen fliegen. Pollenarme Luft finden Sie vor allem auf Inseln, am oder auf dem Meer sowie im Hochgebirge (in 1.500 bis 1.800 Metern Höhe).

Empfehlenswerte Urlaubsziele bei Heuschnupfen

Alpen

In den Alpen ist die Gräserblüte oft nur sehr kurz (ca. zwei Wochen), wenn auch meist intensiv. Ab 2.000 Metern Höhe ist die Luft ab etwa Juli quasi pollenfrei.

Nordeuropa

In Nordeuropa beginnt die Pollensaison für Gräser, Bäume und Getreide in der Regel etwas später als in Deutschland.

Am oder auf dem Meer

Am Meer ist die Pollenkonzentration durch den Seewind meist niedrig und daher für Heuschnupfen-Geplagte angenehm. Insbesondere Küsten in nordwestlicher Ausrichtung und mit viel Nordwestwind sind zu empfehlen, also zum Beispiel die Nordseeküste oder die Atlantikküste in Frankreich, Spanien und Portugal. Quasi komplett pollenfrei kann man sich auf hoher See bewegen – zum Beispiel bei einer Kreuzfahrt.

Südwesteuropa, südwestliches Mittelmeer, Kanarische Inseln

Für Birkenpollenallergiker sind vor allem Südwesteuropa, der südwestliche Mittelmeerraum oder die Kanarischen Inseln eine Reise wert. Skandinavien sollten Betroffene dagegen eher meiden, dort kommen Birken oft in großer Zahl vor.

Hausmittel gegen Heuschnupfen

Zusätzlich zur klassischen Heuschnupfen-Behandlung lässt sich das Ausmaß der Symptome bis zu einem gewissen Grad auch mit verschiedenen Hausmitteln lindern.

Die Nase während der Pollensaison täglich mit der Nasendusche zu spülen, kann bei akutem Heuschnupfen die Beschwerden beispielsweise verringern. Das Spülen der Nase befreit die gereizten Schleimhäute von Pollen, beruhigt sie und hilft dabei, sie abschwellen zu lassen. Für das Spülen der Nase verwendet man spezielle (isotonische) Salzmischungen, die in Wasser gelöst werden.

Aber auch der tägliche Gebrauch von Nasensprays mit (isotonischen) salzhaltigen Lösungen kann die allergischen Beschwerden bei Heuschnupfen als Hausmittel lindern. Nasenduschen und dazugehörige Salzmischungen sowie salzhaltige Nasensprays sind in Apotheken und teilweise auch in Drogeriemärkten erhältlich.

Hausmittel wie Ingwer oder Honig hingegen tragen womöglich zum persönlichen Wohlbefinden bei. Dass sie bei Heuschnupfen helfen, ist jedoch nicht durch Studien belegt.

Was noch helfen kann

Zwar lösen eigentlich Pollen die typischen Heuschnupfen-Symptome aus, bestimmte Stoffe können die Beschwerden aber verstärken. Diese sollten Sie deshalb meiden.

Zu solchen Stoffen zählen unter anderem Zigarettenrauch und Luftschadstoffe wie Ozon. Auch gechlortes Wasser im Schwimmbad kann die Beschwerden verschlimmern.

Haarspray und andere Kosmetika verwenden Sie am besten nur sparsam. Kosmetika sollten Sie zudem nicht zu nah am Auge auftragen. Achten Sie bei Sonnenschutzmittel darauf, dass es nicht ins Auge gelangt.

Lesetipp: Gereizte Augen bei Heuschnupfen

Bei akutem Heuschnupfen sollten Sie Kontaktlinsen möglichst nur verwenden, wenn Ihre Bindehaut nicht gereizt ist. Bei Pollenallergikern sind die Augen außerdem oft lichtempfindlich. Schützen Sie diese am besten mit einer Sonnenbrille.