Eine Frau steht gegen ihren Arm gestützt am Fenster.
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Gereizte Augen bei Heuschnupfen

Sobald die Pollen wieder fliegen, leiden viele Menschen mit Heuschnupfen nicht nur unter einer laufenden Nase oder Atemwegsproblemen, sondern auch unter gereizten Augen: Die Augen tränen, jucken, sind trocken oder gerötet. Was hilft gegen allergische Augenbeschwerden?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Gereizte Augen bei Heuschnupfen

Pollen gelangen nicht nur in Nase und Atemwege, sondern treffen auch direkt auf die Bindehaut des Auges. Im Unterschied zu Nase und Bronchien ist diese nicht durch eine Schleimhaut geschützt, die eine Art Schutzwall bildet und so den Kontakt zu Pollen verringert. Die Bindehaut ist daher besonders anfällig für allergische Reizungen bis hin zur allergischen Bindehautentzündung.

Bei rund Dreiviertel aller Pollenallergiker kommt es neben typischen Heuschnupfen-Symptomen wie Fließschnupfen oder allergischem Asthma auch zu Beschwerden durch gereizte Augen. Ein Allergietest kann Aufschluss darüber bringen, gegen welche Pollen Betroffene genau allergisch reagieren.

Gereizte Augen bei Heuschnupfen: Mögliche Symptome

Bei Heuschnupfen können sich allergische Reaktionen am Auge auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen, zum Beispiel durch Symptome wie:

Gereizte Augen bei Heuschnupfen: Was hilft?

Um gereizte Augen bei Heuschnupfen zu lindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wissen Betroffene bereits, gegen welche Pollen sie allergisch reagieren, können sie sich in der Pollensaison darauf einstellen und zum Beispiel versuchen, die Allergieauslöser zu meiden.

Das ist im Alltag und je nach Pollenart allerdings nicht immer ganz einfach. Gräserpollen etwa haben eine recht lange Saison und sind fast überall anzutreffen.

Bei vielen Menschen mit Heuschnupfen tränen in der Pollensaison die Augen. Das stört die Zusammensetzung des Tränenfilms, der die Augenoberfläche benetzt und für die Befeuchtung zuständig ist. Als Folge fühlen sich die Augen trocken an. Hier können Augentropfen oder Augengele ohne Konservierungsstoffe helfen, die das Auge befeuchten (sog. künstliche Tränen bzw. Tränenersatzmittel).

Auch kalte Kompressen empfinden viele bei gereizten Augen als angenehm. Sie verengen die durch entzündliche Prozesse erweiterten Blutgefäße im Auge und schaffen dadurch Linderung.

Je nach Ausmaß der akuten allergischen Augenbeschwerden können zur Behandlung außerdem Allergiemittel zu Einsatz kommen, wie etwa:

Auf lange Sicht kann auch eine Hyposensibilisierung allergische Reaktionen auf die jeweiligen Pollen verhindern und dadurch auch allergiegereizten Augen vorbeugen. Die Hyposensibilisierung soll die Überempfindlichkeit des Immunsystems gegenüber den Pollen allmählich herabsetzen und dadurch eine allergische Reaktion verhindern. Dafür erhalten Betroffene in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren steigende Konzentrationen des Allergens je nach Pollenart entweder als Injektion oder zum unter die Zunge träufeln.

Manche Praxen bieten auch alternative Heilmethoden wie Akupunktur oder homöopathische Mittel zur Behandlung der allergischen Beschwerden an. Ob diese tatsächlich gegen Heuschnupfen wirken, ist aus wissenschaftlicher Sicht jedoch fraglich. Wer durch Allergie gereizte Augen mit alternativen Behandlungsmethoden bekämpfen möchte, kann jedoch austesten, ob die gewählte Methode hilft.