Heuschnupfen (Pollenallergie, Pollinosis): Ursachen – Pollen im Anflug

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Februar 2017)

Die Ursache von Heuschnupfen (Pollenallergie, Pollinosis) ist eine Fehlreaktion des Immunsystems auf bestimmte Eiweiße von eigentlich harmlosem Blütenstaub (Pollen) verschiedener windbestäubter Pflanzen:

  • Nach dem ersten Kontakt zu den Pollen bildet das Immunsystem spezielle Abwehrstoffe, die IgE-Antikörper.
  • Wenn nun erneut Pollen auf die Schleimhäute der Nase, Augen oder Atemwege gelangen, binden sich die IgE-Antikörper an sogenannte Mastzellen, die ebenfalls zur körpereigenen Abwehr gehören.
  • Die Mastzellen schütten daraufhin Entzündungsbotenstoffe aus – die Histamine.

Histamine verursachen die für Heuschnupfen typischen Beschwerden: Als Reaktion auf Histamin und andere Substanzen weiten sich zum Beispiel die Blutgefäße – dadurch röten sich die betroffenen Bereiche (wie Nasenschleimhaut, Augenbindehaut) und schwellen an. Gleichzeitig verengen sich durch Histamin die Bronchien. Zudem "locken" die freigesetzten Histamine Abwehrzellen des Immunsystems in die betroffenen Bereiche und führen dort zu Entzündungsreaktionen.

Warum genau Heuschnupfen entsteht, ist bislang nicht eindeutig geklärt. Zwar ist die Veranlagung zur Pollenallergie vererbbar, aber auch Umweltbedingungen spielen eine Rolle.

Eine Frau sitzt inmitten einer Sommerwiese und putzt sich die Nase. © iStock

Einen Heuschnupfen können die unterschiedlichsten blühenden Pflanzen auslösen – wie etwa Gräser, Bäume, Sträucher oder Kräuter.

Als Auslöser von Heuschnupfen kommen die Pollen der unterschiedlichsten Pflanzen infrage:

  • Gräser einschließlich Getreide (z.B. Lieschgras, Roggen),
  • Bäume (z.B. Birke, Erle, Weide, Olive),
  • Sträucher (z.B. Hasel) oder
  • Kräuter (z.B. Beifuß, Ambrosia).

Dabei richtet sich eine Pollenallergie immer gegen Pollen bestimmter Pflanzen (z.B. gegen Birkenpollen). Viele Pollenallergiker sind auch gegen Pollen mehrerer Pflanzen allergisch: So kann beispielsweise gleichzeitig eine Baum- und eine Gräserallergie bestehen. Entsprechend tritt Heuschnupfen – je nach Pollenflugzeiten der einzelnen Pflanzen – zu verschiedenen Zeiten im Jahr und in manchen Fällen sogar fast das ganze Jahr über auf.

Kreuzallergie

Menschen mit Heuschnupfen können auch eine Kreuzallergie gegen bestimmte Lebensmittel entwickeln. Ursache hierfür ist, dass die Pollenallergene in ihrer Struktur bestimmten Eiweißen in Nahrungsmitteln zum Teil sehr ähneln. Dann kann der Verzehr der jeweiligen Nahrungsmittel aufgrund der Pollenallergie folgende Symptome verursachen:

  • Juckreiz im Mundraum
  • Kribbeln im Mundraum
  • Brennen im Mundraum
  • Kratzen im Mundraum

Je nachdem, welche Pflanzenpollen genau den Heuschnupfen auslösen, kann eine Kreuzallergie gegen unterschiedliche Nahrungsmittel entstehen. So reagieren beispielsweise viele Pollenallergiker aufgrund einer Hasel-, Erlen- oder Birkenpollenallergie auch allergisch auf Haselnüsse, Äpfel oder Kirschen. Typisch ist, dass jede Pollenallergie Kreuzreaktionen mit bestimmten Nahrungsmitteln verursacht:

Tabelle: Typische Kreuzreaktionen bei Heuschnupfen

Pollenart allergieauslösendes Nahrungsmittel
Birke, Erle, Hasel Haselnuss, Walnuss, Paranuss, Mandel, Apfel, Birne, Pflaume, Pfirsich, Kirsche, Aprikose, Kartoffel, Karotte, Sellerie, Kiwi, Avocado
Beifuß Sellerie, Karotte, Anis, Dill, Kümmel, Petersilie, Kamille, Paprika, Pfeffer, schwarzer Senf, weißer Senf
Gräser Tomate, Kartoffel, Erdnuss, Soja, Roggen, Weizen
Ambrosia Gurke, Honigmelone, Wassermelone, Banane

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst