Ein Badezimmer mit Badewanne, Toilette und Waschbecken.
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Hämorrhoiden-Hausmittel

Juckreiz, Nässen, Brennen: Bei Problemen mit Hämorrhoiden sollen verschiedenste Hausmittel Abhilfe schaffen. Die Liste reicht von Sitzbädern und speziellen Salben bis hin zu Honig und Bananen. Aber welche dieser Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen helfen wirklich gegen Hämorrhoiden?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Hämorrhoiden-Hausmittel: Was hilft wirklich?

Die wichtigste Information vorweg: Hausmittel gegen Hämorrhoiden können zwar möglicherweise vorübergehend die Beschwerden lindern. Die Ursache beseitigen sie jedoch nicht.

Dennoch kann die Selbstbehandlung von Hämorrhoiden in bestimmten Fällen Sinn machen. Sie kann

  • Symptome wie Juckreiz oder Nässen für eine gewisse Zeit abmildern.
  • weiteren Beschwerden vorbeugen bzw. sie verzögern.

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Hämorrhoiden-Hausmittel: Salben, Zäpfchen, Cremes & Co.

Leichtere Beschwerden durch Hämorrhoiden kann man möglicherweise vorübergehend mit Salbe, Creme, speziellen Analtampons oder Zäpfchen abschwächen. Dabei kommen zum Beispiel Substanzen zur Wundheilung (Adstringenzien) oder entzündungshemmende Präparate mit Zink, Panthenol, Hamamelis oder Aloe vera infrage.

Eine Hämorrhoidensalbe trägt man in der Regel mehrmals täglich nach dem Stuhlgang auf die betroffenen Bereiche auf und reibt sie sanft ein. Ist der Wirkstoff Lidocain enthalten, hat dies eine betäubende Wirkung, sodass Schmerzen für eine gewisse Zeit gelindert werden. Der Arzt kann auch kortisonhaltige Salben empfehlen. Diese wirken entzündungshemmend. Präparate mit Kortison sollten jedoch nur für eine kurze Zeit zum Einsatz kommen, da auf Dauer die Haut Schaden nehmen kann.

Hämorrhoiden-Zäpfchen werden direkt in den After eingeführt. Die entsprechenden Wirkstoffe werden dann im oberen Darmabschnitt freigesetzt. Eine spezielle Variante des Zäpfchens ist der Analtampon: Das Zäpfchen ist mit einem Mullstreifen versehen, der seine Wirkstoffe direkt in den Analkanal abgibt.

Wichtig: Inwieweit Hämorrhoiden-Salben, Zäpfchen & Co. tatsächlich die Symptome lindern können, ist nicht abschließend geklärt. Die vergrößerten Hämorrhoiden werden dadurch nicht verkleinert.

Hämorrhoiden-Hausmittel: WC-Gewohnheiten, Analhygiene, Sitzbäder

Zu starkes Pressen auf der Toilette begünstigt vergrößerte Hämorrhoiden oder kann bestehende Beschwerden verschlimmern. Gehen Sie daher nur dann auf die Toilette, wenn Sie wirklich den Drang verspüren. Stundenlanges Sitzen auf der Toilette sollten Sie vermeiden. Halten Sie bei Stuhldrang nicht stundenlang ein, sondern geben Sie Ihren Körpersignalen, soweit es geht, nach. Ebenfalls wichtig: Vermeiden Sie es, auf der Toilette stark zu pressen

Übrigens: Regelmäßiger Stuhlgang bedeutet nicht zwangsläufig, dass er täglich erfolgen muss. Alles im Bereich von zwei- bis dreimal am Tag bis zwei- bis dreimal in der Woche ist normal.

Die richtige Analhygiene

Wer Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden hat, sollte besonders auf die richtige Analhygiene achten, um den gereizten Analbereich nicht weiter zu irritieren. Reiben Sie nach dem Toilettengang nicht zu stark mit dem Toilettenpapier. Tupfen Sie stattdessen etwas vorsichtiger oder befeuchten Sie das Toilettenpapier vorher mit Wasser und tupfen Sie den Hautbereich danach trocken.

Auf Toilettenfeuchtpapier aus dem Supermarkt sollten Sie möglichst verzichten. Viele Inhaltsstoffe sind zu aggressiv für die empfindliche Haut des Analbereichs. Beim Baden empfehlen sich seifenfreie Waschlotionen, die den After nicht reizen.

Sitzbäder

Als Hausmittel gegen Hämorrhoiden kommen auch Sitzbäder mit klarem Wasser infrage. Bei Bedarf können Badezusätze mit entzündungshemmenden Stoffen wohltuend sein, zum Beispiel mit

Wichtig: Inwieweit Sitzbäder und entsprechende Zusätze tatsächlich einen Nutzen haben, wurde bislang nicht ausreichend belegt. Zudem können manche Badezusätze die Analregion reizen.

Hämorrhoiden-Hausmittel: Verdauung fördern

Wer auf der Toilette stark presst, hat meist mit hartem Stuhlgang und Verstopfung zu kämpfen. Da ein hoher Druck auf den Analbereich vergrößerte Hämorrhoiden fördert, sollte man daher für einen weichen, geformten Stuhlgang sorgen, den man ohne Pressen entleeren kann.

Ein weicher Stuhlgang lässt sich fördern durch:

  • eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse und Obst; reichlich Ballaststoffe enthalten zum Beispiel Vollkornprodukte wie Vollkornnudeln und -brot, Leinsamen, Trockenfrüchte oder Nüsse
  • ausreichend Bewegung; sie fördert die Darmbewegung (Peristaltik)
  • eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr; gesunde Menschen sollten mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag trinken

Hämorrhoiden-Hausmittel: Helfen Bananen, Honig & Co.?

Im Internet liest man immer wieder von ausgefallenen Hausmittel gegen Hämorrhoiden. Zum Beispiel soll es helfen, eine reife zerdrückte Banane auf die Hämorrhoiden aufzutragen. Manche schwören bei einem Hämorrhoidalleiden auf Honig, andere auf Teebeutel mit Kamille oder kühlende Quarkumschläge.

Fazit: Inwieweit solche Hausmittel die Beschwerden lindern, wurde bislang nicht ausreichend in Studien untersucht. Fest steht aber, dass sich die vergrößerten Hämorrhoiden durch solche Methoden nicht zurückbilden.

Wann zum Arzt?

Ist das Hämorrhoidalleiden fortgeschritten, ist in jedem Fall eine Behandlung durch den Arzt ratsam. Er kann die vergrößerten Hämorrhoiden in den meisten Fällen problemlos abbinden oder veröden. Bleibt die Erkrankung hingegen unbehandelt, kann sie so weit voranschreiten, dass ein chirurgischer Eingriff nötig wird.

Suchen Sie außerdem zeitnah den Arzt auf, wenn Sie

  • Blut auf dem Stuhl oder am Toilettenpapier bemerken,
  • länger anhaltende Stuhlunregelmäßigkeiten haben oder
  • immer wieder Schleimabsonderungen feststellen.