Ein Kleinkind wird mit Tupfer auf Corona getestet
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Wie funktionieren Lolli-Tests und wie sicher sind sie?

Süß wie ein Lolli schmeckt er zwar nicht, dafür ist er aber nicht unangenehm wie ein herkömmlicher Corona-Test: Der Lolli-Test eignet sich vor allem für Kinder, weil dafür kein Nase-Rachen-Abstrich nötig ist. Es reicht aus, an einem Stäbchen zu lutschen. Mithilfe von regelmäßigen Lolli-Tests an Kitas und Schulen sollen Corona-Fälle frühzeitig offenbart und Ausbrüche eingedämmt werden. Lesen Sie hier, wie genau die Tests funktionieren und wie sicher sie sind.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Wie funktioniert der PCR-Lolli-Test?

Der Lolli-Test –auch Lolly- oder Lollipop-Test – ist eine kinderfreundliche Methode, um Speichelproben für einen Test auf das Coronavirus zu gewinnen. Es gibt sowohl Antigen-Schnelltests in Form von Lolli-Tests als auch PCR-Tests.

PCR-Pool-Test

An Kitas und Schulen wird in der Regel ein sogenannter PCR-Pool-Test verwendet. Der PCR-Test ist der Goldstandard unter den Coronatests. Bei dem Verfahren wird aus einem Abstrich aus Nase oder Rachen das Erbmaterial der Viren im Labor isoliert und vervielfältigt. Auf diese Weise lassen sich auch geringste Mengen von SARS-CoV-2 nachweisen. Im Fall der Lolli-Tests genügt für die Probe Speichel aus dem Mund.

Weil es sehr zeitaufwändig wäre, die Tests aller Kinder einzeln im Labor zu untersuchen, wird zunächst nur eine Gruppenprobe ausgewertet. Dafür kommen die Stäbchen aller teilnehmenden Kinder in ein gemeinsames Röhrchen, die Proben werden also vermischt. Das Ergebnis liegt in der Regel noch am selben Tag vor. Nur wenn diese Gemeinschaftsprobe positiv ist, müssen Einzelproben untersucht werden.

Die Einzelproben sind entweder bereits mit der Gruppenprobe genommen worden und müssen nur noch ausgewertet werden. Oder die Kinder müssen sich nun einzeln zu Hause mit ihren Eltern nachtesten. So lassen sich die infizierten Kinder ausfindig machen. Vom positiven Gruppentest bis zum negativen Ergebnis der Einzeltests dürfen die Kinder die Kita oder Schule vorsichtshalber nicht besuchen.

Ist ein Kind positiv auf Covid-19 getestet, informiert das Labor die Schulleitung und Gesundheitsamt und das Kind muss sich in Isolation begeben.

Lesetipp: Corona-Schnelltests für zu Hause

Das Vorgehen beim PCR-Lolli-Test:

  • Jedes Kind bekommt einen Abstrichtupfer.
  • Dieser wird 30 Sekunden lang im Mund wie ein Lolli gelutscht.
  • Anschließend werden alle Stäbchen gemeinsam in ein Rohr gegeben.
  • Nun bekommen die Kinder eventuell noch ein kleineres Röhrchen mit einer Einzelprobe.
  • Auch in dieser ist ein Stäbchen, auf dem die Kinder 30 Sekunden lang lutschen.

Vorteile des PCR- Lolli-Tests:

Er…

  • ist angenehm anzuwenden und somit kinderfreundlich,
  • lässt sich leicht und ohne fremde Hilfe durchführen,
  • ist zuverlässiger als Schnelltests.

Nachteile des PCR-Lolli-Tests:

  • Der Test muss im Labor ausgewertet werden und es dauert einige Stunden, bis das Ergebnis da ist
  • Ist die Gesamtprobe positiv, müssen die Kinder eventuell noch einmal getestet werden und es vergeht wieder Zeit bis zum Ergebnis. Bis dahin darf kein Kind Kita oder Schule besuchen.

Wie funktioniert der Antigen-Lolli-Test?

Bei den Antigen-Lollitests werden alle Kinder einzeln zur gleichen Zeit getestet. Das Ergebnis ist bereits nach 15 Minuten abzulesen. Nur wessen Ergebnis positiv ist, muss noch einmal zum PCR-Test. Ein Antigentest weist nicht das Erbgut des Virus nach, sondern dessen Antigen. Antigene sind Eiweißmoleküle auf der Oberfläche des Virus, anhand derer unser Immunsystem den Erreger erkennt und Antikörper bildet.

Das Verfahren ist einfach:

  • Vom Testgerät die Schutzkappe abziehen.
  • Die saugfähige Spitze unter die Zunge schieben und zwei Minuten lang dort lassen.
  • Das Testgerät verschließen und nach 15 Minuten das Ergebnis ablesen.

Vorteile des Antigen-Schnelltests:

  • Das Ergebnis ist bereits nach 15 Minuten ablesbar.
  • Die Testmethode ist kinderfreundlich und sehr einfach.

Nachteil des Antigen-Schnelltests:

  • Er ist weniger zuverlässig als ein PCR-Test, weil größere Virusmengen nötig sind, damit der Test positiv anzeigt.

Generell ist zu beachten: das Testergebnis ist nur eine Momentaufnahme und darf nicht dazu verleiten, sich in falscher Sicherheit zu wiegen.

Wo gibt es Lolli-Tests?

Kitas, Schulen und Pflegeheime in einigen Bundesländern nutzen Lolli-Tests bereits. In Köln läuft beispielsweise derzeit das "Schoco-Projekt" mit PCR-Pool-Lolli-Tests an Kitas und Schulen. Entwickelt haben den Test Forschende der Uniklinik Köln. Für den Privatgebrauch sind Lolli-Tests in handelsüblichen Größen in Deutschland derzeit noch nicht frei verkäuflich. Einen Antigen-Lollipop-Schnelltest aus Österreich gibt es jedoch im Internet zu kaufen. Einige Apotheke bieten außerdem Antigen-Schnelltests als Test vor Ort an.

Auch für den Einsatz in Alten- und Pflegeheimen eignet sich der Lolli-Test gut. Demente Personen etwa schrecken vor den herkömmlichen Tests häufig zurück. In dem Fall können diese dann nicht korrekt angewendet werden. Ein Lolli-Test bietet dann ein sichereres Ergebnis.