Covid-19-Booster-Impfung
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Coronavirus: Häufige Nebenwirkungen der Booster-Impfung

Um den Impfschutz zu erhalten, ist eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus nötig. Inzwischen wird die dritte Impfung für alle ab 18 Jahren empfohlen, deren letzte Impfung mehr als drei Monate her ist. Ähnlich wie bei der Grundimmunisierung ist auch bei dem Booster mit Nebenwirkungen zu rechnen. Welche das sein könnten, lesen Sie hier.

Corona-Impfung: Schutz sinkt oft nach sechs Monaten

Die bundesweite Inzidenz erreicht derzeit Höchstwerte. Die Omikron-Variante breitet sich sprunghaft aus, die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher als die tatsächlich erfassten Fälle. Neben Ungeimpften infizieren sich auch Geimpfte mit dem Coronavirus. Zwar sind die Krankheitsverläufe geimpfter Personen in der Regel schwächer. Trotzdem ist eine Auffrischimpfung ratsam, um diese Impfdurchbrüche zu vermeiden und die Hospitalisierungsrate so gering wie möglich zu halten. 

Studien zeigten zunächst, dass der Impfschutz bereits ab dem sechsten Monat nach der letzten Impfdosis deutlich sinkt. Das war auch der Zeitpunkt, ab dem die Booster-Impfung verabreicht wurde. Mittlerweile hat die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlung aktualisiert: Der Impfabstand soll aufgrund der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante auf drei Monate verkürzt werden. Aktuelle Daten zeigen, dass sich der Impfschutz gegenüber Omikron nach abgeschlossener Grundimmunisierung erheblich verringert. Eine frühzeitige Boosterimpfung kann laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf durch eine Infektion mit der Omikron-Variante senken.

Vor allem bei älteren Menschen oder Personen mit einer Immunschwäche ist eine Verkürzung des Impfabstandes auf drei Monate laut STIKO sinnvoll. 

Verglichen mit einem schweren Krankheitsverlauf und Spätfolgen durch das Coronavirus, sind die Nebenwirkungen der Covid-19-Impfungen für viele wohl das geringere Übel. Im Zuge der Grundimmunisierung treten als Begleiterscheinung vor allem Fieber, Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, sowie Schüttelfrost, Durchfall und Schmerzen an der Einstichstelle auf. Auf welche Nebenwirkungen können sich Impfwillige bei der dritten Impfung einstellen?

Die häufigsten Nebenwirkungen

Inzwischen haben sich laut RKI bereits rund 43 Millionen Menschen in Deutschland ihre Auffrischimpfung geholt (Stand: 14. Januar 2022). Das sind rund 51,7 Prozent. Ersten Studien und Umfragen zufolge unterscheiden sich die Begleiterscheinungen kaum von denen der Grundimmunisierung.

So heißt es im Aufklärungsbogen zur Booster-Impfung des RKI, dass die Nebenwirkungen nach der dritten Impfung vergleichbar mit der zweiten Impfstoffdosis seien. Schwere unerwünschte impfstoffbezogene Ereignisse traten laut RKI nicht auf.

Wichtig: Unabhängig davon, welches Vakzin für Grundimmunisierung verwendet wurde, sind für die Auffrischungsimpfung in Deutschland bislang nur mRNA-Impfstoffe zugelassen, also

  • Comirnaty® von BioNTech/Pfizer
  • und Spikevax® von Moderna.

Die STIKO empfiehlt somit auch Personen, die ihre ersten Impfungen durch einen Vektorimpfstoff erhalten haben, ihren Impfschutz mit einem mRNA-Impfstoff aufzufrischen. Dieses sogenannte heterologe Impfschema gilt als sicher. Zudem betont die STIKO, dass von beiden mRNA-Vakzinen eine gleichwertige Wirksamkeit ausgeht.

Lokale Impfreaktionen zeigen sich in der Regel ein bis zwei Tage nach der Impfung und halten ebenfalls ein bis zwei Tage an. Nach jüngsten Angaben der STIKO treten folgende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Booster-Impfung auf:

  • 83 Prozent: Schmerzen an der Einstichstelle
  • 8 Prozent: Schwellung oder Schmerzempfindlichkeit der Lymphknoten in der Achselhöhle (bei Impfung mit Spikevax® von Moderna)
  • 5,9 Prozent: Rötung an der Einstichstelle

Systemische Impfreaktionen treten in der Regel zwei bis vier Tage nach verabreichter Booster-Impfung auf und halten, ähnlich wie lokale Impfreaktionen, rund ein bis zwei Tage an:

In den USA kommen Forschende zu ähnlichen Ergebnissen: Zu den häufigsten Impfreaktionen zählen auch hier lokale Nebenwirkungen wie Schmerzen an der Einstichstelle sowie Abgeschlagenheit.

Nebenwirkung online melden: Das Paul-Ehrlich-Institut ruft dazu auf, Nebenwirkungen über ein Meldeformular zu übermitteln. Sämtliche Meldungen können zu einer genauen Überwachung der Impfstoffsicherheit beitragen und dabei helfen, bisher unbekannte Risiken zu erkennen.

Herzmuskelentzündung nach Booster-Impfung?

Nachdem es nach Zweitimpfungen mit dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer vereinzelt zu Herzmuskelentzündungen kam, sorgte das bei vielen Menschen für Besorgnis. Betroffen sind vor allem junge Männer. Laut Daten des israelischen Gesundheitsministeriums traten auch im Zusammenhang mit der Drittimpfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer Fälle von Herzmuskelentzündungen auf. Diese Komplikation ist aber nur sehr selten. Auch hier waren ausschließlich Männer betroffen, davon

  • drei in der Altersgruppe von 16 bis 29 und
  • sechs in der Altersgruppe von 30 bis 59.

In Deutschland sind im Zuge der Auffrischungsimpfungen laut RKI bislang noch keine Fälle dieser Nebenwirkung bekannt. Die Drittimpfung wird weiterhin uneingeschränkt empfohlen. Das liegt nicht nur daran, dass die Nebenwirkung bei der Grundimmunisierung besonders selten auftritt. Auch die Genesung der meisten Patient*innen verläuft in der Regel gut und schnell.