Eine Person hat die Booster-Impfung gegen Covid-19 erhalten.
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Coronavirus: Das Wichtigste zur Auffrischimpfung im Überblick

Studien zeigen: Die Covid-19-Impfstoffe schützen insgesamt effektiv vor schweren Krankheitsverläufen durch das Coronavirus. Auch das Ansteckungsrisiko fällt bei Geimpften geringer aus. Trotzdem lässt der Impfschutz mit der Zeit nach. Deshalb ist eine Auffrischungsimpfung nötig. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist inzwischen geboostert. Alles zur aktuellen Empfehlung und Gültigkeit der Impfung. 

Corona-Booster-Impfung: Überblick

Ziel der Auffrischimpfung ist die Erhöhung des Impfschutzes. Dieser lässt nämlich mit der Zeit nach. Durch die Erneuerung des Impfschutzes kann das Risiko für schwere Krankheitsverläufe durch Covid-19 reduziert werden. Der Booster dient allerdings nicht nur dem Individualschutz: Die Drittimpfung kann zudem die Virenlast und somit die Infektiosität und Verbreitung des Coronavirus verringern. Das ist vor allem für Personen wichtig, die besonders ansteckungsgefährdet sind. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfielt die Boosterimpfung inzwischen ab dem 12. Lebensjahr. Diese Ausweitung wurde bei der letzten Pressekonferenz beschlossen. Zuvor galt die Empfehlung nur für Personen ab 18 Jahren. 

Die Auffrischimpfung ist Expert*innen zufolge notwendig, um die fünfte Welle abzuschwächen, die Deutschland inzwischen erreicht hat. Die hochansteckende Omikron-Variante dominiert inzwischen das Infektionsgeschehen. 

Impfquote in Deutschland

Inzwischen (Stand 16. Januar 2022) sind mindestens 60,5 Millionen Personen in Deutschland vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht 72,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Eine zusätzliche Auffrischung haben davon bislang 39,2 Millionen Menschen (47,1 %) erhalten. In Bremen ist die Impfquote derzeit am höchsten (88,5 %), in Sachsen am niedrigsten (64,1 %). 

Was empfiehlt die STIKO?

Die STIKO empfiehlt die Booster-Impfung inzwischen allen Personen ab 12 Jahren, deren Grundimmunisierung mindestens drei Monate zurückliegt. Damit wurde das empfohlene Alter gesenkt, das zuvor bei 18 lag. Grund für die Anpassung ist die Omikron-Variante, die sich weltweit ausbreitet und gegen die der Impfschutz der Grundimmunisierung laut aktueller Daten deutlich schwächer wirkt. Die Verkürzung des Impfabstandes soll das Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf durch eine Infektion mit der Omikron-Variante senken. 

Zwar gilt die aktualisierte Empfehlung für alle, denen eine Boosterimpfung empfohlen wird. Laut STIKO sollten aber vor allem ältere Menschen ab 70 Jahren und Personen mit einer Immunschwäche bevorzugt berücksichtigt werden. Die Empfehlungen beruhen darauf, dass ältere und vorerkrankte Personen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Denn je höher das Alter, desto schwächer fällt in der Regel die Immunantwort nach der Impfung aus, und desto schneller lässt der Impfschutz nach. Werden Risikogruppen geschützt, können auch die medizinischen Versorgungsstrukturen entlastet werden. In Deutschland ist derzeit allerdings genügend Impfstoff vorhanden, um alle Impfwilligen zu impfen. 

Folgenden Personengruppen wird die Boosterimpfung besonders dringend empfohlen:

  • Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel
  • Personen, die bereits mit dem Coronavirus infiziert waren und im Anschluss eine Impfstoffdosis erhalten haben (Die Auffrischimpfung sollte sechs Monate nach der Infektion erfolgen)
  • Personen, die sich nach der Grundimmunisierung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) mit dem Coronavirus infiziert haben (Die Auffrischimpfung sollte sechs Monate nach der Infektion erfolgen)
  • Bewohner*innen in Pflegeeinrichtungen,
  • Menschen, die in pflegerischen Berufen tätig sind oder in sonstigen medizinischen Einrichtungen mit direktem Patient*innenkontakt arbeiten.

Sind in Zukunft noch weitere Auffrischimpfungen nötig?

Da der Impfschutz insbesondere bei immunschwachen und älteren Menschen mit der Zeit abnimmt, werden in Zukunft wahrscheinlich noch weitere Auffrischimpfungen nötig sein. In einigen Ländern werden bereits Viertimpfungen angeboten, so etwa in Dänemark.

Moderna plant Kombi-Impfung

Ein potenzieller Auffrischungs-Impfstoff wird vermutlich vom Hersteller Moderna kommen: Das US-Unternehmen plant eine kombinierte Boosterimpfung, die gleichzeitig vor Covid-19 und der Grippe schützen soll. Das Vakzin soll voraussichtlich im Herbst 2023 verfügbar sein. Sobald weitere Informationen vorliegen, wird die STIKO eine entsprechende Empfehlung aussprechen. 

Neben Moderna forschen auch andere Hersteller an einem Kombi-Impfstoff. Dafür hatte sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach ausgesprochen. Er erhofft sich, dass ein solcher Impfstoff die Impfbereitschaft erhöht. 

Welchen Booster brauche ich?

Für die Auffrischimpfung sind derzeit nur mRNA-Impfstoffe zugelassen – unabhängig davon, mit welchem Vakzin die Grundimmunisierung erfolgt ist. Wer zuvor bereits mit einem mRNA-Impfstoff geimpft wurde, sollte für die Drittimpfung möglichst den gleichen mRNA-Impfstoff erhalten.

Ausnahme: Für Menschen unter 30 Jahren sowie für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfiehlt die STIKO ausschließlich den Impfstoff Comirnaty® von BioNTech/Pfizer. Für Menschen über 30 Jahren gibt es hingegen keine Priorisierung: Hier sind sowohl das Vakzin von BioNTech/Pfizer als auch der Impfstoff von Moderna gleichermaßen wirksam. Das hat das Paul-Ehrlich-Institut in einer Stellungnahme verdeutlicht.

Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung der verfügbaren mRNA-Impfstoffe bei der aktuell vorherrschende Delta-Variante sowie bei der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante zwar abgeschwächt ist, grundsätzlich aber gut schützt. Bislang wurde keines der Vakzine an die neuen Virusvarianten angepasst, lediglich der Impfabstand wurde verkürzt.

Personen, die im Ausland mit einem Vakzin geimpft worden sind, das in Deutschland nicht zugelassen ist, sollten Rücksprache mit ihrer zuständigen Arztpraxis oder dem Impfzentrum halten. In diesem Fall ist eventuell eine zusätzliche Impfung nötig.

Anpassung der Impfstoffe an die Omikron-Variante in Planung

Untersuchungen zeigen, dass die Wirkung der verfügbaren mRNA-Impfstoffe bei der inzwischen vorherrschenden Omikron-Variante zwar abgeschwächt ist, grundsätzlich aber gut schützt. Bislang wurde keines der Vakzine an die neuen Virusvarianten angepasst, lediglich der Impfabstand wurde verkürzt. Das soll sich bald ändern: Sowohl BioNTech/Pfizer als auch Moderna arbeiten bereits an einem angepassten Vakzin. Laut der Unternehmen sollen die Impfstoffe bereits im März verfügbar sein. Zuvor müssen allerdings noch klinische Studien durchgeführt und Labordaten ausgewertet werden. 

Personen, die im Ausland mit einem Vakzin geimpft worden sind, das in Deutschland nicht zugelassen ist, sollten Rücksprache mit ihrer zuständigen Arztpraxis oder dem Impfzentrum halten. In diesem Fall ist eventuell eine zusätzliche Impfung nötig. 

Wann soll die Booster-Impfung stattfinden?

Grundsätzlich soll die Auffrischimpfung gegen Covid-19 bei immungesunden Menschen laut STIKO mindestens drei Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen. Mitunter kann eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate infrage kommen, wenn

  • dies aus medizinischer Sicht sinnvoll ist (bei immungeschwächten oder älteren Menschen),
  • oder genügend Kapazitäten vorhanden sind.

Booster-Impfungen bei Johnson & Johnson

Eine Ausnahme besteht für den Janssen-Impfstoff von Johnson & Johnson : Von dem Vektorimpfstoff, der nur einmal geimpft werden muss, geht ein vergleichsweise schwacher Impfschutz aus. In Deutschland wurden bei Menschen, die mit dem Janssen-Impfstoff geimpft wurden, die meisten Impfdurchbruchserkrankungen festgestellt. Vor allem gegenüber der Delta-Variante schützt das Vakzin weniger effektiv.

Deshalb empfiehlt die STIKO allen, die mit dem Janssen-Vakzin geimpft wurden, ihren Impfschutz mit einer weiteren Impfdosis zu steigern. Dabei soll es sich um einen mRNA-Impfstoff handeln. Die Kombination verschiedener Vakzine ist inzwischen gut erforscht und gilt als besonders wirksam.

Wie komme ich an die Drittimpfung?

Vielen Impfwilligen stellt sich die Frage, wo sie ihre Auffrischimpfung erhalten. Denn zahlreiche Impfzentren sind inzwischen geschlossen. Zwar öffnen einige Zentren für die Boosterimpfungen wieder, allerdings nur in einigen Bundesländern.

Die Auffrischimpfungen finden gemäß der Vorgaben der Bundesregierung hauptsächlich in

  • mobilen Impfzentren,
  • in hausärztlichen Praxen sowie anderen impfenden Praxen (z. B. beim Kinder- oder Frauenarzt),
  • in Impfbussen
  • in Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes
  • sowie bei Betriebsärzten*Betriebsärztinnen

statt. Daneben gibt es auch diverse Impfaktionen, etwa in Bürgerhäusern oder ähnlichen öffentlichen Anlaufstellen. Die Bundesregierung stellt auf ihrer Webseite folgende Informationen zur Verfügung:

"Auffrischungsimpfungen erfolgen unter anderem durch mobile Impfteams, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie durch Betriebsärztinnen und Betriebsärzte oder in Impfzentren. Die Organisation und Durchführung der Auffrischungsimpfung liegt dabei in der Zuständigkeit der Bundesländer."


Wie die Terminvergabe für die Boosterimpfungen genau abläuft, ist also Sache des Bundeslandes. Hier finden Sie Informationen zu jedem einzelnen Bundesland.

Muss ich einen Termin vereinbaren?

Angesichts der neuesten Empfehlungen der STIKO, die keine Priorisierung mehr vorsieht, ist der Ansturm auf Hausarztpraxen derzeit groß. Wenn Sie bei Ihrem*Ihrer Hausarzt*Hausärztin nicht durchkommen oder kein Termin mehr frei ist, können Sie es bei anderen Ärzten*Ärztinnen in Ihrer Gegend versuchen. Dabei können auch Portale helfen, bei denen Sie online Termine finden und buchen können.

Wer spontan ist, kann zudem ein mobiles Impfteam aufsuchen. Wann und wo das in Ihrer Umgebung möglich ist, erfahren Sie bei Ihrer örtlichen Gesundheitsbehörde.

Rechtlicher Status

Ohne Drittimpfung sind EU-Impfzertigikate künftig nur noch neun Monate (270 Tage) nach Abschluss der Grundimmunisierung gültig. Danach verlieren die Impfnachweise ihre Gültigkeit. Dies teilte die EU-Kommission mit. Die Regelung wird am 1. Februar in Kraft treten. Zwar wird die Boosterimpfung bereits nach einem deutlich früheren Abstand empfohlen. Mit der 9-Monate-Regelung habe aber jede*r Impfwillige genug Zeit, sich um eine Boosterimpfung zu kümmern.

Für Reisewillige könnte es unübersichtlich werden: Jeder EU-Mitgliedsstaat darf selbst entscheiden, inwieweit die Auffrischimpfung Voraussetzung für einen vollständigen Impfschutz ist.

Die Drittimpfung lässt sich – wie bei der Grundimmunisierung – sowohl in die CovPass-App als auch in die Corona-Warn-App eintragen. Auch die CovPass-Check App kann den Booster bereits einsehen.

Genesenenstatus auf drei Monate verkürzt

Das RKI passte die Regelung des Genesenenstatus aufgrund der vorrherrschenden Omikron-Variante an: Bislang wurde der Genesenen-Nachweis bis maximal sechs Monate nach einer Infektion mit Covid-19 anerkannt. Wer nun eine Corona-Infektion überstanden hat, erhält den Genesenenstatus nur noch für drei Monate. Hintergrund sei laut Bundesgesundheitsministeriums das erhöhte Risiko, aufgrund von Omikron bereits nach dieser Zeit zu erkranken oder die Erkrankung zu übertragen.