Eine Frau bekommt eine Spritze in einen Arm
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Covid-Arm: Nebenwirkung der mRNA-Impfstoffe

Der Oberarm mit der Einstichstelle ist geschwollen, gerötet, brennt, juckt oder schmerzt. So geht es vielen Menschen nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Diese Nebenwirkung hat mittlerweile sogar einen Namen: "Covid-Arm". Wir erklären, was das ist, wie es dazu kommt und was dagegen hilft.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

"Covid-Arm": Überblick

Dass die Einstichstelle am Tag der Impfung und einen Tag danach noch schmerzt und warm ist, ist ganz normal. Beim "Covid-Arm" handelt es sich jedoch um eine stärkere Reaktion, die verzögert auftritt.

In der Regel macht sie sich erst rund eine Woche nach der ersten Impfung mit Moderna oder BioNTech/Pfizer bemerkbar. Nach der zweiten Impfung kann sie ebenfalls auftreten, dann jedoch bereits nach ein bis zwei Tagen. Manchmal bleibt sie nach der zweiten Impfung auch aus. Die Beschwerden halten rund vier bis fünf Tage an und verschwinden dann von selbst. Betroffen sind fast ausschließlich Frauen.

Symptome beim "Covid-Arm"

Treten folgende Symptome – einzeln oder gleichzeitig – bei Ihnen auf, könnten Sie betroffen sein:

Der Arm ist…

  • an einer klar abgegrenzten Stelle gerötet,
  • angeschwollen,
  • verhärtet,
  • schmerzt,
  • oder juckt.

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Wie kommt es zu der Reaktion und was hilft dagegen?

Fachleute gehen davon aus, dass es sich um eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion handelt, die mit dem Aufbau des Immunsystems zusammenhängt. Dass die Reaktion so spät auftritt, könnte daran liegen, dass T-Zellen verspätet aktiviert werden. Warum vor allem Frauen betroffen sind, ist noch unklar. Es ist jedoch bekannt, dass bei Frauen im Schnitt verstärkt Antikörper und Zytokine gebildet werden.

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Dem Paul-Ehrlich-Institut zufolge ist die Reaktion harmlos und verschwindet ohne weitere Behandlung von selbst nach wenigen Tagen. Sie ist kein Grund, die zweite Impfung auszusetzen, zumal sie nach der zweiten Impfung nur noch selten erneut auftritt.

In der klinischen Studie von Moderna war diese Nebenwirkung bereits erwähnt worden. Sie zeigte sich bei 0,8 Prozent der Teilnehmer*innen nach der ersten und bei 0,2 Prozent nach der zweiten Impfung.

Das können Betroffene tun, um ihre Beschwerden zu lindern.

Zum Beispiel:

  • den Arm mit kalten Umschlägen kühlen,
  • bei starken Schmerzen Schmerzmittel nehmen und
  • körperliche Anstrengung vermeiden, bis die Beschwerden abgeklungen sind.

Sollten die Beschwerden anhalten oder besonders stark sein, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen. Auftretende Nebenwirkungen können Sie dem Paul-Ehrlich-Institut melden.

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