Eine Frau inhaliert aus einem Asthmaspray.
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Coronavirus: Sind Menschen mit Asthma besonders gefährdet?

Wer eine Atemwegserkrankung wie Asthma hat, macht sich momentan möglicherweise Sorgen darüber, ob das Risiko für eine Coronavirus-Infektion nun höher ist als bei anderen oder ob man Kortisonsprays weiternehmen darf. Was Menschen mit Asthma wissen sollten

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Stecken sich Menschen mit Asthma eher mit dem Coronavirus an?

Nein. Das Risiko, sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anzustecken, ist bei Menschen mit Asthma nicht höher als bei anderen Menschen. Bei Menschen über 50 bis 60 Jahren mit einer Grunderkrankung wie Asthma ist allerdings im Falle einer Covid-19-Erkrankung das Risiko für einen schweren Verlauf höher. Bei jüngeren Menschen ohne Vorerkrankungen verläuft eine Covid-19-Erkrankung überwiegend mild, prinzipiell können schwere Krankheitsverläufe jedoch auch bei ihnen auftreten.

Video: So schützen Sie sich vor dem Coronavirus

Sollen Menschen mit Asthma weiterhin Kortisonsprays zu Behandlung nehmen?

Ja. Wer Asthma hat und ein Kortisonspray verwendet, sollte dieses wie gewohnt weiternehmen. Wer sein Asthma-Spray regelmäßig nimmt und dadurch beschwerdefrei ist, hat kein höheres Risiko für eine Coronavirus-Infektion als Gesunde.

Manche Betroffene haben Sorge, dass die Anwendung von Kortisonsprays anfälliger für eine Coronavirus-Infektion machen könnte. Denn Wirkstoffe aus der Gruppe der Glukokortikoide wie Kortison beeinflussen das Immunsystem und können die körpereigene Abwehr möglicherweise schwächen.

Ein Kortisonspray wird jedoch inhaliert und wirkt nur örtlich in den Schleimhäuten der Atemwege. Er gilt nicht als immunsuppressive, also abwehrschwächende Therapie. Wer ein Kortisonspray als (Basis-)Therapie verwendet, muss und sollte dieses auf keinen Fall absetzen. Verschlechtern sich die Beschwerden, kann die Dosis in (telefonischer) Rücksprache mit dem behandelnden Arzt angepasst werden.

Setzen Menschen mit Asthma ihren Kortisonspray ohne ärztlichen Rat ab, kann das die Beschwerden verschlimmern und Arzt- oder Krankenhaustermine nötig machen ­– und damit das Risiko erhöhen, sich möglicherweise mit Covid-19 anzustecken.

Inzwischen gibt es zudem erste Hinweise, dass Asthmasprays mit Budesonid sich möglicherweise sogar positiv auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankungen auswirken können. Weitere Studien sind nötig, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Was können Asthmatiker tun, um sich zu schützen?

Egal in welchem Alter: Wer Asthma hat und ein Kortisonspray verwendet, sollte aktuell besonders darauf achten, diesen regelmäßig zu verwenden, um beschwerdefrei zu sein.

Daneben gelten für Menschen mit Asthma im Prinzip die gleichen Sicherheitsregeln wie für Gesunde, um sich vor Coronaviren zu schützen – also regelmäßig Hände waschen, Abstand halten, sich möglichst wenig im Gesicht berühren und die Nies- und Hustenetikette beachten.