Frau erschöpft auf dem Fahrrad im Fitnesstudio
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Sport nach Corona-Infektion: Wann dürfen Sie wieder Sport treiben?

Sport stärkt in der Regel das Immunsystem, fördert Herz und Kreislauf und ist für viele Menschen eine willkommene Abwechslung zum Alltag. Doch während oder nach einer Corona-Infektion sollte auf Sport verzichtet werden. Herzmuskelentzündungen, Luftnot oder Long-COVID können auch nach milden Infektionen auftreten. Wer zu früh mit dem Sport beginnt, riskiert schwere gesundheitliche Folgen.

Nicht nur Leistungssportler*innen sollten nach einer Corona-Infektion langsam zurück in den Sport finden. Auch Hobby- und Freizeitsportler*innen sollten eine Sportpause einlegen, um körperliche Beschwerden zu verhindern.

Corona-Infektion: Wann ist Sport wieder erlaubt?

Für viele Menschen ist Sport der perfekte Ausgleich zum stressigen Alltag. Gerade an sonnigen Frühlingstagen zieht es viele bereits zum Radfahren oder Joggen. Auch der Besuch im Fitnessstudio ist für viele die perfekte Abwechslung. Doch nach einer Corona-Infektion sollten Ausdauer- und Krafttraining langsam angegangen werden. Je nach Schwere der Erkrankung kann die Pause einige Zeit andauern:

  • Asymptomatische Infektion: mindestens zwei Wochen Sportpause
  • Milde Corona-Infektion mit Husten und Fieber: zwei bis vier Wochen Pause
  • Lungenentzündungen: mindestens vier Wochen Sportverzicht
  • Herzmuskelentzündung: mindestens drei Monate Pause – Rückkehr zum Sport erst nach ärztlicher Zustimmung

Gesundheitliche Folgen wie Herzmuskelentzündungen können auch nach grippalen Infekten oder Entzündungen der oberen und unteren Atemwege auftreten. Auch hierbei sollte länger auf Sport verzichtet werden, um Spätfolgen auszuschließen.

Zurück zum Sport – diese Gefahren lauern nach einer Corona-Infektion

Beispiele aus dem professionellen Fußball zeigen bereits, welch großes gesundheitliche Risiko für Sportler*innen besteht. Fußballspieler Joshua Kimmich litt an einer Infiltration der Lunge (Entzündungen im Lungengewebe), sein Mitspieler Alphonso Davies erkrankte an einer Herzmuskelentzündung. Wer nach einer Corona-Infektion zu früh in den Sport einsteigt, leidet laut Sportmediziner*innen der Technischen Universität München häufig an

Neben Komplikationen am Herzen und der Lunge riskieren Betroffene zudem Herzrhythmusstörungen und Entzündungen der Blutgefäße.

Ärztliche Untersuchung vor Rückkehr zum Sport

Um Folgeschäden auszuschließen wird nach einer Corona-Infektion zu einer ärztlichen Untersuchung geraten. Der Gesundheitscheck umfasst einen Herzultraschall, Lungenfunktionstests und ein Elektrokardiogramm (EKG), die Kosten werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Zudem kann das Blut auf mögliche Entzündungswerte untersucht werden.

Sport nach Corona-Infektion: Tipps zur Rückkehr

Wer nach einer Corona-Infektion unsicher ist, sollte langsam und kontrolliert zum Sport zurückkehren. Forschende des britischen Gesundheitsministeriums teilen die Rückkehr zu körperlicher Aktivität in verschiedenen Belastungsphasen ein, jede Phase sollte circa fünf Tage bis eine Woche andauern.

  • Phase 1: Ziel der ersten Phase ist die Vorbereitung zur Sportrückkehr. Atemübungen, Dehnen und leichtes Stretchen sollten bedenkenlos und ohne Anstrengung durchgeführt werden.
  • Phase 2: Die zweite Phase beinhaltet leichte körperliche Aktivität. Walken oder leichtes Yoga können mit geringer Intensität absolviert werden. Auch Arbeiten in Haus und Garten zählen als körperliche Belastung. Wer 30 Minuten ohne große Anstrengung am Stück spazieren oder arbeiten kann, kann zur dritten Phase übergehen.
  • Phase 3: In Phase drei kann bereits moderate bis schwere körperliche Anstrengung erfolgen. Krafttraining kann in Intervallen aufgebaut werden und je nach eigenem Befinden um weitere Übungen oder Intervall-Blöcke ausgebaut werden. Auch hier gilt: Wer 30 Minuten problemlos trainieren kann und sich innerhalb einer Stunde von der Anstrengung erholt, ist bereit für den vierten Schritt.
  • Phase 4: Gemäßigtes bis leicht intensives Ausdauer- und Krafttraining sowie Koordinationstraining im Verhältnis zwei Tage Training und ein Tag Pause sollten problemlos durchgeführt werden. Wer bei der schweren Belastung keine Müdigkeit fühlt und gut regeneriert, kann zur letzten Phase übergehen.
  • Phase 5: Das normale Training und Übungen können wieder mit einer hohen Belastung absolviert werden. Sport wie vor der Corona-Infektion ist wieder möglich.

Achtung: Wer bei einer der Phasen Beschwerden hat, beispielsweise Druck auf der Brust spürt, Herzrasen sowie Herzstolpern, sollte dringend medizinischen Rat einholen und sportliche Aktivität vorübergehend abbrechen. Bei Angst oder Unsicherheit empfiehlt es sich auf den eigenen Körper zu hören und die Phasen möglicherweise zu verlängern.